13.07.2016, 00:01 Uhr

"Wollen Drehscheibe am Arbeitsmarkt sein"

AMS-Liezen-Geschäftsstellenleiter Helge Röder (links) mit WOCHE-Regionalleiter Johann Eisenberger.

Die WOCHE Ennstal durfte diesmal AMS-Liezen-Chef Helge Röder zum Tisch-
gespräch begrüßen.

Wie sieht die aktuelle Situation am Arbeitsmarkt aus?
HELGE RÖDER: Die Zwischensaison merkt man in der Region immer sehr stark, weil wir einen saison-dominierten Arbeitsmarkt haben. Das liegt natürlich vor allem am Tourismus. Jedoch ist die Arbeitslosigkeit im dritten Monat in Folge gesunken.

Gibt es genügend Lehrstellen im Bezirk?
Wir haben weit weniger Lehrstellensuchende als freie Lehrstellen, diesen Trend haben wir seit Jahren im Bezirk. Das ist auch der Grund, warum wir die Jobmania, heute Berufs- und Karrieremesse (kurz BuKli), ins Leben gerufen haben. Möglichkeiten für eine Lehre gibt es in allen Bereichen, nicht nur im Tourismus, wie es immer heißt. Wir haben Lehrstellen im Handel, als Bürokaufkraft, als KfZ-Mechaniker und in vielen weiteren Sparten.

Mit welchen Maßnahmen können wieder mehr Jugendliche von einer Lehre überzeugt werden?
Um die Lehre attraktiver zu machen, gibt es nun die Lehre mit Matura. Sie funktioniert sehr gut, hat sich im Bezirk bereits etabliert. Aber wir forcieren auch den umgekehrten Weg: Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, versuchen wir Maturanten für die Lehre zu begeistern, man kann auch so Karriere machen, aber das sind im Moment noch die Exoten.

Wie sind Sie zum AMS gekommen?
Ich war damals auf Arbeitssuche, war ein Jahr freiwillig beim Bundesheer und hätte die Option gehabt auf den Golan zu gehen. Dann kam der Anruf vom AMS und ich hab dort zu arbeiten begonnen. Es war komplett zufällig, denn ich hatte vorher nie die Absicht diesen Weg einzuschlagen.

Was war Ihr Berufswunsch als Kind?
Mein Jugendtraum war es immer Pilot oder Polizist zu werden. Ich hab mich seinerzeit als Flugbegleiter beworben, wurde dann aber nicht angenommen. Ich wollte auch gerne Polizist werden, allerdings war damals zu dieser Zeit gerade ein Aufnahmestopp im Gange.

Wie können Sie am besten abschalten?
Ich gehe in meiner Freizeit gerne Rad fahren. Eine Viehberg-Runde oder ein Spaziergang auf das Friedenskircherl am Stoderzinken kann schon was.

Sie haben großen Einfluss und Verantwortung im Bezirk. Wie gehen Sie damit um?
Die Verantwortung ist mir bewusst. Ich versuche im Interesse der Arbeitssuchenden oder Unternehmer zu handeln. Ich sehe uns als Dienstleister, aber wir müssen natürlich auch den vorgegebenen Rahmen einhalten.

Ihre Ziele für die Zukunft?
Wir wollen unsere Arbeit bestmöglich für den gesamten Bezirk erledigen und zwar so, dass die Mitarbeiter und Kunden zufrieden sind. Wir wollen die Drehscheibe am Arbeitsmarkt sein.
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