05.10.2016, 18:00 Uhr

Mechatronik-Lehrling mit 'Wumms' im Arm

Tobias Doblhofer lernt bei der Welser Firma "Colop".

Tobias Doblhofer absolviert Mechatronik-Lehre – und zählt nebenher zu den besten Speerwerfern Österreichs.

EGGERDING (ebd). Doch wie bringt der 17-jährige Eggerdinger das unter einem Hut? Das verriet er im Interview ebenso, wie seine Ziele und was sein Arbeitgeber mit dem Erfolg zu tun hat.

Du zählst zu den besten Speerwerfern Österreichs. Dafür ist sicher viel Training nötig. Wie bringst du deine Lehre und den Sport da unter einen Hut?
Doblhofer: Das ist natürlich sehr zeitaufwendig. Vor allem im Winter fürs Aufbautraining, wo ich ja fünf bis sechs Mal in der Woche trainiere.

Und wie schaffst du das dann?
Ich nehme meine Trainingssachen bereits in die Arbeit mit und fahre dann direkt zum Training. Außerdem unterstützt mich mein Arbeitgeber, indem ich, wenn ich etwa an einem Freitag einen Wettkampf habe, früher gehen kann. Da habe ich es wirklich gut erwischt.

Wie sehen deine beruflichen Ziele aus?
Als gelernter Mechatroniker bin ich flexibel und habe nach der Lehre in verschiedenen Bereichen Möglichkeiten. Ich möchte aber bei Colop bleiben.

Also Beruf vor Sport?
Da die Chancen als Leichtathlet in Österreich gut zu verdienen nicht sehr groß sind, werde ich vermutlich weiterhin arbeiten gehen.

Du warst lange verletzt, hattest mit einem sogenannten 'Werferellbogen' zu kämpfen. Wie sieht es damit aus?

Ich habe heuer schon U20 geworfen und bin dabei bei den Staatsmeisterschaften Dritter geworden. Dadurch ist aber auch der Schmerz zurückgekommen. 2017 muss ich altersbedingt in der U20-Klasse antreten und mit dem 800 Gramm Speer (aktuell 700 Gramm, Anm. Red.) werfen. Ich hoffe, dass das nächste Saison besser wird. Auf jeden Fall habe ich den richtigen Therapeuten gefunden.

Du hast im Sommer von der Sportunion OÖ das Leistungsabzeichen in Bronze erhalten. Was bedeuten dir das?
Das ist super und bedeutet mir sehr viel. Ich mache das Ganze ja erst seit drei Jahren. Hätte mir das damals jemand gesagt, wo ich heute stehe, hätte ich es nicht geglaubt.

Neben dem Speerwurf wirfst du auch noch Kugel und Diskus. Lukas Weisshaidinger, der ebenfalls Kugelstoßen und Diskuswurf gemacht hat, konzentriert sich jetzt nur mehr auf den Diskuswurf. Wie sieht es da bei dir aus?
Vom Körper her bin ich eher der Speerwerfer und habe hier auch mein größtes Talent. Diskus und Kugel gehen jetzt noch, aber in Zukunft werde ich mich ausschließlich dem Speerwurf widmen.

Was sind deine sportlichen Ziele für die Zukunft?

Ich möchte unter den besten Speerwerfern Österreichs bleiben – auch in der Allgemeinen Klasse. Ziel ist auch bei der U23 bester Österreichs zu werden und irgendwann bei einer EM oder WM dabei zu sein.

Obwohl du heuer bereits mit 61,4 Meter die 60 Meter Schallmauer durchbrochen hast, liegen die Internationalen Limits hoch, oder?
Ja, bei der U20 liegt alleine der österreichische Rekord bei rund 67 Meter. Das Limit für die EM 2017 ist 68 Meter. Das ist richtig hoch, aber nicht unerreichbar.

Zur Sache

Geburtsdatum: 28. Jänner 1999
Schulbildung: Volksschule, Hauptschule, ein Jahr HTL
Berufsausbildung: Mechatronik-Lehre
Hobbys: Leichtathletik, DJ
Vorbild: Der US-Speerwerfer Cyrus Hostetler
Lieblingsessen: Pizza
Lieblingsgetränk: Cola
Lebensmotto: Nie aufgeben
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