Kolumne zur Sprache in Wien
Eine Rolle Prinzen für das Krokodil

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Hoffentlich ein aufblasbares fürs Freibad oder das Meer, falls dieser Winter je enden sollte.

Könnt ihr euch noch an die Prinzenrolle aus eurer Kindheit erinnern? Gute Neuigkeiten: Es gibt sie immer noch. Es sind zwar nur runde Kekse und keine ganze Rolle frischer Prinzen zur Entnahme (Inspiration für den zeitgleichen Fresh Prince of Bel–Air?), trotzdem war sie der Hit.

Meine Freundin aus Guadeloupe hat mir kürzlich ein Foto ihrer Prinzenrolle geschickt. Daraufhin suchte ich ein Bild unserer.

Der französische Prinz wirkt ein wenig aufgeweckter und wirft uns eine angebissene Prinzenrolle auf den Kopf, während der österreichische Prinz dämlich grinsend sein Schwert präsentiert. Kleidungstechnisch sind sie im Partnerlook.

Lustig ist dann vor allem, dass der französische Traumprinz dem Anschein nach braunhaarig und unserer blond ist. Wie sehen die Prinzenrollen bei euch aus? Beide Prinzen erwecken FAST den Eindruck, sie könnten uns vor einem Drachen oder Krokodil beschützen.

In der Gratis-Zeitung wurde gefragt: „Was denkt ihr dazu?“ Nein, nicht richtigerweise: „Was sagt ihr dazu?“ oder „Was denkt ihr darüber?“ sondern: Was denkt ihr dazu?

Wie sich zeigt, schreiben manche Zeitungen so schlecht, dass nicht einmal die Redakteure selbst lesen, was sie schreiben. „Blindschreiben“ bekommt eine neue Bedeutung.

Es ging, wie immer, um ein polarisierendes Thema. Dazu kurz: Ich bin sehr tierfreundlich und lasse sogar Feind Nr. 1, die Spinne, leben und hoffe bei den Stechmücken („Gelsen“), sie würden doch irgendwann nachts von allein satt werden. Doch diese Petition des Tierschutzvereins ist wahrlich sonderbar.

Es geht um den Speziesismus. Wir Menschen diskriminieren mit unseren Worten andere Lebewesen. Wir sollten deshalb keine abwertenden Redewendungen mehr verwenden, wie „eine Krokodilsträne weinen“. Mit der Begründung „Krokodile sind empfindsame Wesen, die teilweise aufwendige Brutpflege betreiben.“ Ich frage mich, ob das das Krokodil auch so sieht. Würde ich z. B. neben einem Krokodil schwimmen und ein bisschen plaudern wollen, könnte es mich für eine Prinzessinnenrolle halten und reinbeißen, falls hungrig. Da gibt es prinzipiell nur zwei Möglichkeiten: Hunger oder nicht Hunger.

Ich trage natürlich kein Krokodil als Handtasche, aber denke, es ist ihnen, Wienerisch gesagt, eher wurscht, welche Redewendungen wir verwenden. Deutschsprachige Krokodile gibt es übrigens in freier Wildbahn nur im Donaukanal Höhe Urania bis Roßauer Lände.

Apropos schwimmen: 700.000 Menschen in Österreich können nicht schwimmen. Durch den Lockdown und die fehlenden Schwimmkurse wird diese Zahl noch ansteigen, eine hohe Zahl! Wir haben aber auch an Land kaum Chancen gegen ein Krokodil.

Zu korrekter Sprache etwas Wichtigeres: Ich habe kürzlich eine britische Serie synchronisiert gesehen und im Original sagt der eine Mann „you prick“. Nicht nett, aber das sagt er. Die Synchronisation war sehr unpassend und schlecht mit „du Spast“ gewählt. Meine Schülerinnen und Schüler verwendeten es, ohne die geringste Ahnung der Bedeutung zu haben, aber als erwachsene Übersetzerin darf mir so etwas nicht passieren. Vor allem, da die Übersetzung, abgesehen von beleidigend, auch falsch ist. In den deutschen Untertiteln wurde dann mit „du Arsch!“ passender übersetzt. Ich entschuldige mich für die Kraftausdrücke.

Thema Jugendsprache: Gespräch in der U-Bahn, junge Frau: „Das ist dort auf der Hilfer.“ Ältere Semester sagen MaHü, bei den Teenies ist’s die Hilfer (Mariahilfer Straße). Als Nachsatz meinte sie dann noch, denn sie suchten einen Ort ohne Maskenpflicht: „Man soll mein schönes Gesicht sehen.“

Das liken wir und hoffen, bald wieder viele schöne und lächelnde Gesichter zu sehen.

Haltet durch, irgendwann müssen Kälte- und Corona-Wellen enden und wir dürfen wieder mit unserem aufblasbaren Kroko von einem Bademeister aus dem Wellenbecken oder dem Hotel-Pool geworfen werden! (Und: Vielleicht lässt er sich mit einer bröseligen, angeschmolzenen Prinzenrolle bestechen.)

B.

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