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Die Digitalisierung erreicht die ersten Dienstleistungsbranchen

Digitalisierung in Industrie und Dienstleistung

Wer an Automatisierung und Digitalisierung denkt, dem mag zuerst der Sektor der Industrie in den Sinn kommen, in dem einfachere Tätigkeiten zunehmend nicht mehr von Menschenhand, sondern von Maschinen erledigt werden.

Doch auch in beratenden und dienstleistenden Branchen werden Handlungen, die bislang von Menschen gesetzt wurden, sukzessive von Maschinen und Rechnern ersetzt. Berater werden umso eher ersetzt, je einfacher die von ihnen ausgeübte Tätigkeit ist und je weniger qualifiziert sie selbst sind.

Legal Technology 1.0

Im Bereich von Recht und Verwaltung ist etwa - ausgehend vom angloamerikanischen Raum - eine rasante Verbreitung von Legal Technology, kurz Legal Tech, zu konstatieren. Hierunter ist der Einsatz spezifischer Software zu verstehen, die juristische Arbeitsprozesse unterstützt oder, in einem letzten Schritt, gänzlich automatisiert durchführt.

In Österreich finden sich zumeist erst Legal-Tech-Lösungen der ersten Stufe. Darunter wird Software verstanden, die menschliche Aktivitäten bloß niederschwellig unterstützt: etwa Akten- und Dokumentenverwaltungsprogramme, Buchhaltungsprogramme oder Recherchetools, die digitale Wissensdatenbanken darstellen. Die eigentliche juristische oder steuerliche Beratungstätigkeit wird allerdings weiterhin durch Menschen gesetzt.

Legal Technology 2.0

Zögerlich sind nunmehr auch Ansätze von Legal Tech 2.0 zu erkennen. In den USA werden etwa Legal Chatbots eingesetzt, um Kunden Auskünfte zu einfacheren und eingegrenzten Themen erteilen. Dabei wird die rechtliche Kernarbeit des Menschen eine Ebene verlagert: Juristisch und technisch qualifizierte Juristen programmieren Chatbots und beraten Kunden nicht mehr unmittelbar, sondern mittelbar unter Zwischenschaltung von Rechnern. Der Audi-Konzern begann vor wenigen Jahren, für Unternehmenszwecke den DocCreator zu entwickeln, eine Software zur halbautomatischen Erstellung standardisierter Verträge. In Österreich ging vor wenigen Wochen die Plattform Vertragen online, mit der Privatpersonen wie auch klein- und mittelständische Unternehmen Verträge automatisiert erstellen können.

Das große "warum"

Doch warum sollte man einer Software vertrauen, wenn der menschliche Rat doch erprobt ist?

Nun, derer Vorteil vieler Apps liegt auf der Hand: Nach einem regelmäßig hohen erstmaligen Enwicklungsaufwand besteht das Potenzial, Leistungen an eine Vielzahl von Kunden zu erbringen. Durch diesen Multiplikatoreffekt können Leistungen typischer Weise erheblich günstiger erbracht werden. Die Beratungsleistung mag daher in mancherlei Hinsicht nicht ganz die Qualität der menschlichen Beratung erreichen, ist allerdings erheblich günstiger - und wird dadurch auch für Menschen leistbar, denen der Zugang zu "normalen" Beratern sonst verwehrt wäre.

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