Premiere in der Sommerarena:
Vogelhändler: Ein beflügelnder Operettenabend
- Oliver Baier als Baronin Adelaide: ein echter Hingucker, meint man doch, Heinz Conrads zu sehen.
- Foto: Christian Husar
- hochgeladen von Gabriela Stockmann
„Ich habe noch nie so viele Fächer auf einmal gesehen“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Sie stand dabei auf der Bühne der heuer 120 Jahre alten Sommerarena. Am bis dahin heißesten Abend des Jahres (35 Grad um 19.30 Uhr) hob sich Vorhang zur Premiere der Carl Zeller-Operette „Der Vogelhändler“. Das 30. NÖ Theaterfest hatte begonnen.
BADEN. Eine Premiere war das für Intendant Andreas Gergen. „Es ist meine erste Erfahrung mit der wunderbaren Sommerarena“, sagte er. Seit Herbst 2025 lenkt er die künstlerischen Geschicke der Bühne Baden.
Ihr Debüt in Baden feierte Verena Tranker. Für ihre schnörkellose moderne Darstellung der „Christel von der Post“ an der Seite des stimmgewaltigen Clemens Kerschbaumer als „Vogelhändler Adam“ erntete Jubelrufe aus dem Publikum. Dort freute sich ihre Professorin Sabine Muhar über den Erfolg. „Verena ist unglaublich begabt.“
Einen Blumenstrauß erntete Publikumsliebling Natalia Ushakova als sehr präsente Fürstin Marie Hohenfels. Die Sängerin unterhielt sich während der Premierenfeier auf der Hinterbühne im Stadttheater angeregt mit der Landeshauptfrau.
Oliver Baier bezauberte als millionenschwere Baronin Adelaide und erinnerte dabei an den legendären Heinz Conrads. „Jetzt weiß ich wie man sich in beengenden Frauenkleidern fühlt“, verriet Baier. Der Regieeinfall von Francesc Abós und Barbara Spitzer (nach einer Konzeptidee des früheren Intendanten Michael Lakner) verhindert gekonnt, dass eine alternde Frau einmal mehr zur Spottfigur herabgewürdigt wird.
Viel Politprominenz war bei dieser „heißen“ Premiere im Publikum: Nationalratsabgeordnete Gertraud Auinger-Oberzaucher plauderte mit Kostümbildnerin Friederike Friedrich. Gemeinderätin Helga Krismer kam mit Polit-Kollegin Sabine Macha. Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli machte nur einen Abstecher zur Premierenfeier, war sie doch beim zeitgleichen „Baden in Weiß“. Während der Aufführung vertrat sie der selbst sangeskräftige Vizebürgermeister Markus Riedmayer, der vielleicht den Vogelhändler-Schlager „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ in sein Repertoire übernehmen wird.
Fächerschwingend sah man an diesem Abend unter anderen Lois und Silvia Lammerhuber (La Gacilly), Ute Van der Sanden (Dramaturgin des NÖ Tonkünstlerorchesters), Ingrid Kammermayer (Inkas Kunst-Handwerk im Schlossergäßchen Baden), Tirol-Fan Gabriele Harecker (Schmerzkompetenzzentrum Bad Vöslau) und Theresa Riedmayer, Tochter des Vizebürgermeisters. Sie hatte einen Fächer der Bestattung Wien im Einsatz, mit der eindrucksvollen Aufschrift: „Hitzetod? Muss nicht sein…“ Am Ende des musikalisch und humoristisch beflügelnden Operettenabends waren ja tatsächlich alle ausnehmend lebendig. Trotz Hitze.
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