Die Schwechat wird wilder!

Gewässerrevitalisierung im Augebiet bei Traiskirchen im Rahmen des INTERREG Alpen Karpaten Fluss Korridor Projektes



TRAISKIRCHEN. Der Alpen Karpaten Korridor ist ein Landschaftsstreifen zwischen den östlichen Ausläufern der Alpen und dem westlichen Teil der Karpaten. Er stellt eine wichtige Verbindung dieser beiden Biotophotspots für viele wildlebende Tier- und Pflanzenarten dar. Zwischen den Ballungszentren Wien und Bratislava gelegen, ist diese Verbindung jedoch stark vom Menschen geprägt. Große Landwirtschafts-, Siedlungs- und Gewerbeflächen sowie Verkehrsinfrastruktur zerschneiden die Landschaft und schränken die Wandermöglichkeiten von Flora und Fauna somit erheblich ein.

Die Flüsse und Auen des Alpen Karpaten Korridors wirken oftmals als einzige Verbindungselemente zwischen bestehenden Schutzgebieten - so auch die Schwechat. Diese vernetzt den Biosphärenpark Wienerwald mit dem Nationalpark Donau-Auen.

Schwechat als Wanderkorridor

 „Der Naturraum des Nationalpark Donau-Auen steht in enger Wechselbeziehung zu seinem Umland und es gilt, Verbindungen zwischen geeigneten Lebensräumen für gefährdete Tiere und Pflanzen zu erhalten. Die Schwechat hat als Wanderkorridor enorme Bedeutung. Daher setzen wir im Rahmen des INTERREG Alpen Karpaten Fluss Korridor Projektes Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung an diesem und weiteren Gewässern“, sagt Nationalparkdirektorin Edith Klauser.

Die Schwechat wird im Augebiet südlich von Traiskirchen revitalisiert. Dazu entfernt man hier auf rund 400 Metern die harte Verbauung aus Blocksteinen, um dem Fluss wieder mehr Dynamik zurückzugeben und eine Ausgestaltung natürlicher Uferstrukturen zuzulassen. Davon profitieren seltene Arten, darunter Eisvogel und Würfelnatter. Vorbild für die Revitalisierung ist die flussauf liegende Wienersdorfer Au.

Babler: "Flüsse und Auen erhalten!"

In der Stadtgemeinde Traiskirchen ist man überzeugt vom Nutzen des Projektes, betont Bürgermeister Andreas Babler: „Gerade in Zeiten der Klimadiskussion ist es wichtig, Flüsse und ihre begleitenden Auen zu erhalten und zu renaturieren. Intakte Naturräume sind für uns als Naherholungsraum, Klimaregulator sowie Lebensraum für Tiere und Pflanzen unerlässlich. Besonders freut mich, dass mit der Unterstützung der Stadtgemeinde Traiskirchen eine der größeren Maßnahmen bei uns im Stadtgebiet stattfinden kann. Bald schon wird die Schwechat auch im Bereich der Stadtrandsiedlung wieder frei ihren eigenen Lauf gehen und dadurch neuen, lange verlorenen Lebensraum für unzählige Tier- und Pflanzenarten schaffen.“

Bauarbeiten im Finale

Ausgeführt wird das Pilotvorhaben vom Projektträger Schwechat Wasserverband gemeinsam mit: ezb (eberstaller zauner büros, Planung u Bauaufsicht) sowie Leyrer + Graf Baugesellschaft m.b.H. (Bauumsetzung). Die Bauarbeiten starten Anfang Februar und werden bis Ende März abgeschlossen. Wasserverbandsobmann Michael Exarchos erklärt: „Der Schwechat Wasserband ist für das Gewässermanagement an der Schwechat zuständig und verfügt über Erfahrung in Revitalisierungen ebenso wie örtliche Kenntnis. Es freut mich besonders, dass in diesem Projekt Verbesserungen in Hochwasserschutz und Renaturierung vereint werden.“

Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich im Zuge einer neuen Wanderausstellung näher über das INTERREG Alpen Karpaten Fluss Korridor Projekt informieren, die aktuell in der NMS Traiskirchen ausgestellt ist.


Projektstart war im September 2017



Das Projekt Alpen Karpaten Fluss Korridor ist im September 2017 gestartet und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Unter Leitung des Nationalpark Donau-Auen wird es mit den Projektpartnern BROZ (slowakischer Hauptpartner), Österreichische Bundesforste, viadonau, Stadtgemeinde Fischamend, Schwechat Wasserverband und SNC (State Nature Conservancy, Slowakei) im Grenzgebiet Österreich und Slowakei umgesetzt.

Als profitierende Schirm- und Leitarten dienen Eisvogel, Würfelnatter, Nase und Ukrainisches Bachneunauge. An den Flüssen Rudava, Malina, Myjava und Mociarka in der Slowakei sowie Schwechat und Fischa in Österreich werden pilothafte regionale Revitalisierungen umgesetzt, zusätzlich erfolgen lokale lebensraumverbessernde Maßnahmen in der flussbegleitenden Landschaft.
Die Einbindung von Anrainergemeinden, Interessierten und Schulen in die Projektaktivitäten soll die Fließgewässer der Region wieder verstärkt erlebbar machen und Begeisterung für den Lebensraum Fluss wecken.

Weitere Informationen finden Sie unter www.rivercorridor.co

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