Baden
Auslastung beim Parkdeck Zentrum Süd steigt, Kritik verstummt trotzdem nicht
- Das Parkdeck Zentrum Süd in Baden wird jetzt stärker genutzt.
- Foto: 2026psb/c.kollerics
- hochgeladen von Mirjam Preineder
Die Stadtregierung freut sich, Parkdeck Zentrum Süd verzeichnet Vervierfachung bei Dauermietern und sie sieht eine klare Entlastung für Wohngebiete.
BADEN. Während Ende Juni noch lediglich 33 Dauermieter das Parkdeck Zentrum Süd nutzten, schnellte diese Zahl bis zum Ende des Jahres 2025 auf 143 – eine beeindruckende Vervierfachung innerhalb weniger Monate. Besonders beliebt ist dabei das Dauermodell ohne fixen Stellplatz, das von 29 auf 121 Nutzer angestiegen ist. Aber auch im gesicherten Bereich im Untergeschoss konnte die Zahl der Dauermieter von vier auf 22 deutlich erhöht werden.
Parallel dazu nahm auch die Nutzung durch Kurzparker signifikant zu: Die durchschnittliche Zahl parkender Fahrzeuge pro Tag stieg um 17,5 Prozent. Diese Entwicklung bringt eine spürbare Entlastung der angrenzenden grünen und blauen Kurzparkzonen – insbesondere für Anrainer sowie für Besucher der Innenstadt, die nun wesentlich mehr freie Parkplätze vorfinden.
Stadt Baden schuf flexible Modelle
„Parkraum ist eines der sensibelsten Verkehrsthemen überhaupt“, weiß Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli (ÖVP). „Hier prallen unterschiedlichste Interessen unmittelbar aufeinander. Umso wichtiger war eine Lösung, die fair, leistbar und praktikabel ist. Dass diese Entscheidung nun so deutlich Wirkung zeigt, bestätigt unseren Weg.“
- Carmen Jeitler-Cincelli, Bürgermeisterin der Stadt Baden.
- Foto: 2025psb/c.kollerics
- hochgeladen von Mirjam Preineder
Ein zentraler Erfolgsfaktor ist dabei die neue Preisstruktur in Kombination mit modernen Nutzungssystemen. Besonders gut angenommen werden flexible Parkmodelle, bei denen Stellplätze von mehreren Personen bzw. mit wechselnden Kennzeichen genutzt werden können. „Das ist ein echtes Plus für Unternehmen, Ordinationen, Kanzleien und Büros", betont Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli. „Mitarbeiter, Kunden oder Patienten können sich hier Stellplätze zu wirklich vernünftigen Preisen teilen. Genau solche Lösungen braucht eine lebendige Innenstadt."
Nächste Schritte: Ausbau des Erfolgsmodells
Das Parkdeck Zentrum Süd punktet zudem mit seiner hervorragenden Erreichbarkeit: Direkt von der A2-Abfahrt Baden erreichbar, mit breiten Stellplätzen, einfacher Wegführung und einem Fußweg von nur neun Minuten zum Hauptplatz. Damit ist es kaum weiter entfernt als andere innerstädtische Parkgaragen – ein Umstand, der 2026 auch bewusst und humorvoll kommuniziert werden soll. Zudem wird diese Verbindung ins Stadtzentrum in den kommenden zwei Jahren zur attraktiven Flaniermeile ausgebaut.
Für das Jahr 2026 hat sich die Stadt ehrgeizige Ziele gesetzt: Mindestens 200 Dauermieter sowie durchschnittlich 250 Kurzparker pro Tag sollen künftig das Parkdeck nutzen. Geplant sind weitere Marketingmaßnahmen, eine stärkere Einbindung bei Innenstadtveranstaltungen sowie eine gezielte Ansprache größerer Arbeitgeber im Umfeld.
„Wir wollen an diesen Erfolg anknüpfen, den eingeschlagenen Weg konsequent weitergehen und weitere Optimierungen bei den Parkzonen umsetzen. Denn eine gut durchdachte Parkraumstrategie stärkt die Innenstadt und verbessert die Lebensqualität in den Wohngebieten", so die Bürgermeisterin abschließend.
NEOS Baden fordert eine Strategie
Die NEOS Baden schreiben: "Das Parkhaus Zentrum Süd war einer der größten „Aufreger“ in der Stadt – vielfach als Millionengrab bezeichnet. Durch die Tarifsenkung verbessert sich nun zwar die Auslastung des notorisch leeren Parkhauses, eine von der Bürgermeisterin gelobte „Parkraumstrategie“ können NEOS jedoch nach wie vor nicht erkennen."
- Neos Baden Gemeinderat Helmut Hofer-Gruber.
- Foto: Neos
- hochgeladen von Mirjam Preineder
Zu den kommunizierten Auslastungszielen sagen sie: „Mit diesen Zahlen erreicht man zwar deutlich höhere Erlöse, für ein positives Betriebsergebnis reicht das noch lange nicht“, stellt der Budgetexperte der NEOS, Gemeinderat Helmut Hofer-Gruber, fest. „NEOS haben von Anfang an den fehlenden Business-Plan kritisiert. 8,5 Millionen Euro zu investieren, ohne auch nur überschlagsmäßig nachzurechnen, ob sich das jemals rentiert, ist und bleibt schlicht und einfach verantwortungslos. Mit Strategie hat das jedenfalls nichts zu tun“.
Die NEOS erkennen zwar an, dass die aktuelle Stadtregierung Lösungen für das – wie von der Bürgermeisterin immer wieder betonte – schwere Erbe und die Fehler der Vorgängerregierung sucht. Diese können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die ÖVP seit 76 Jahren den Bürgermeister in Baden stellt und die aktuelle Situation – inklusive dem Millionengrab Parkhaus Zentrum Süd, für das auch die Ex-Wirtschaftsstadträtin Jeitler-Cincelli gestimmt hat - zu verantworten hat.
Hofer-Gruber stellt auch die Frage: „Wo bleiben denn die Ideen der Koalitionspartner SPÖ und Wir Badener, die ja vor der Wahl großspurig eine Totalreform von Parkraumbewirtschaftung gefordert haben? Offenbar sind sie mit ihren Vizebürgermeister-Posten zufriedengestellt. Ob diese Art von Strategie das ist, was die Badener Bevölkerung erwartet, darf bezweifelt werden.“
Das könnte dich auch interessieren:
Aktuelle Nachrichten aus Niederösterreich auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.