Bad Vöslau: Sparpolitik trifft "Startbahn"

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BAD VÖSLAU. Ernste Mienen bei Geschäftsführer Karl Masanec, seiner Stellvertreterin Nicole Emmelschuh und Vorstand Gerhard Posset: "Uns werden 1,3 Millionen Euro Förderung gestrichen, ein Drittel unseres Budgets. Wir müssen elf sogenannte Schlüsselarbeitskräfte kündigen."
In den 21 Jahren ihres Bestehens hat sich die "Startbahn" zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt. Hier fanden Menschen mit Beeinträchtigungen oder Langzeitarbeitslose einen betreuten Arbeitsplatz und wurden "job ready" für den regulären Arbeitsmarkt gemacht. Rund 600 Personen konnten erfolgreich vermittelt werden, darüber hinaus gab es Hilfen bei Wohnungssuche, Führerschein oder auch bei Finanzproblemen. Gleichzeitig hat die "Startbahn" eigene Geschäftszweige aufgebaut - Küche/Catering, Haus- und Gartenservice, einen Ökogarten und - quasi als Highlight - den Nahversorger in Gainfarn. Dieser hat sich seit Eröffnung 2012 - mit Poststelle und Trafik - bestens entwickelt. Sechs Transitkräfte (= zu vermittelnde Personen) und drei Schlüsselkräfte (Fachkräfte und Betreuer) arbeiten hier noch bis Jahresende zusammen. Dann müsste der Nahversorger schließen, wenn nicht ein Nachfolger gefunden wird. "Wir haben großes Interesse daran", betont auch Bürgermeister Christoph Prinz.

Nahversorger: Lösung gesucht

Das will die Sparpolitik von der "Startbahn": Erstens sei ein exaktes Verhältnis von einer Schlüsselkraft zu drei Transitkräften einzuhalten. Beim Nahversorger war das nicht machbar, hier benötigte es mehr Fachkräfte. Auch in anderen Bereichen - etwa in der Administration - gab es zuletzt einen Überhang an Schlüsselkräften. Insgesamt stehen derzeit 23 Schlüsselkräften 55 Transitkräfte gegenüber. Zweitens wird insgesamt die Zahl der Transitarbeitsplätze auf 34 reduziert.
"Das zwingt uns zur Kündigung von fünf Schlüsselarbeitskräften. Dadurch können wir jene Bereiche, wo wir besonders gut gewirtschaftet haben, nicht aufrechterhalten und müssen weitere sechs Leute kündigen, die wir bisher aus eigener Kraft finanzieren konnten", erläutert Karl Masanec. Konkret werden Essenslieferungen an Schulen und Kindergärten außerhalb von Vöslau eingestellt, fixe Verträge fürs Gartenservice bei Firmen wurden bereits gekündigt. Der Ökogarten bleibt bestehen, für den "Nahversorger" wird fieberhaft nach einer Lösung gesucht.
"Kosten runter, Köpfe weg", bringt Gerhard Posset das verordnete Sparprogramm der Regierung auf den Punkt. Außer der Startbahn sind noch vier weitere große sozialökonomische Betriebe in Niederösterreich betroffen, sowie über 20 kleinere AMS-Projekte.

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