Laufbericht Lindkogel-Fun-Trail 2018

Mit den Wienerwaldschnecken vor dem Start
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Wo: Kurpark, Kurpark, 2540 Bad Vöslau auf Karte anzeigen

Liebe LauffreundInnen,

der Lindkogel-Fun-Trail ist der eigentliche Beginn meiner heurigen Rennsaison. Letztes Jahr habe ich - bei deutlich weniger Teilnehmern - die 50er Klasse mit 54:03 gewonnen und dabei festgestellt: Der Fun-Trail macht zwar Spaß und ist ausgezeichnet zu laufen - aber leicht ist er nicht!
Für heuer waren also meine Ziele: 1. Meine Zeit vom Vorjahr verbessern und 2. Trotz mehr und stärkerer Konkurrenz einen Platz am Stockerl erreichen.

Das Wetter ist - so wie letztes Jahr - traumhaft: Blauer Himmel, am Morgen zwar noch etwas kühl aber die Sonne entwickelt bald eine ordentliche Kraft, der zweite Streckenteil wird wieder eine "heiße" Sache - also kurze Hose und ärmelloses Leibchen!

Vor dem Start gibt es ein Wiedersehen mit vielen Freunden - echt nett, soooo viele bekannte Gesichter zu sehen: Wolfgang Pucher und Wolfgang Mangold, sicher zwei der Favoriten. Stefan, heuer schon echt super drauf, Thomas mit einer ganze Horde Wienerwaldschnecken, Roman und Cat, Sinan, Karin und noch ein paar mehr, ganz abgesehen von den vielen Freunden die beim Super-Trail starten, die aber schon unterwegs sind als ich ankomme. Mit allen zu Plaudern geht sich natürlich nicht aus aber Cat gebe ich noch den Rat: Nimm ein kurzes Leiberl und fang auf dem Anstieg zu Beginn nicht zu schnell an - oben ab dem Harzberg kannst dann schön dahinziehen! Und warm wird dir heute sicher ...
Gregor Goldmann macht noch ein kurzes Race-Briefing, erklärt ein paar schwierigere Stellen z.B. "Fangt´s nicht zu schnell an, der erste Anstieg ist recht knackig ... Kurz vor der Vöslauer Hütte passt's auf, nicht zur Hütte laufen sondern rechts rauf!" aber ich kenne die Strecke ja eh ...
Noch eine kurze Aufwärmrunde und dann geht es 3 - 2 - 1 - LOS!

Im Startgedränge habe ich Stefan entdeckt, wir plaudern kurz während sich das Feld in den Waldweg einfädelt - aber bald ist Stefan weg. Und nicht nur Stefan, massenweise überholen mich LäuferInnen ... haben die dem Gregor zugehört? Sind die alle wirklich so gut daß sie da rauf dieses Tempo gehen können? Ich weiß - ich kann's nicht. Und bald muß ich grinsen - wir sind noch keinen Kilometer unterwegs, da fallen Leute schon schwer atmend zurück. Hoppla - ist das nicht Cat? Hab garnicht bemerkt daß sie mich überholt hat ... Hi Cat, verstehe, Katzen hören prinzipiell nicht auf Ratschläge ;-)
Die Stufen im oberen Teil des Harzbergs nehme ich teils laufend, teils gehend und beim Turm atme ich auf - geschafft! Auch wenn die gut 150 Höhenmeter hier herauf nicht gerade der Teufelssteig sind haben sie mir Atmung und Puls ganz schön hinaufgejagt.

Aber jetzt beginnt ein "Fun"-Teil. Das Feld hat sich inzwischen sehr aufgelockert, etwa 100m vor mir ist eine kleine Gruppe. Ich nehme Tempo auf, suchen einen guten Rhythmus und laufe mit 3:30-4:00 den Harzberg entlang, über Forst- und Schotterwege und Waldpfade, leicht bergauf und bergab, komme der Gruppe vor mir immer näher ... herrlich, so könnte es von mir aus ewig weitergehen ;-) Tut es aber nicht. Nach knapp 3Km, ein Stück vor der Vöslauerhütte, geht es rechts ab und bergauf zum Jubiläumskreuz - so wie es Gregor erklärt hat. Ein paar laufen trotzdem geradeaus aber irgendwer schreit "Rechts rauf, rechts rauf!" und sie kommen wieder in die Spur. Inzwischen ist es schon ganz schön warm, ich spüre ein wenig das hohe Tempo der letzten Kilometer - aber nicht nur ich! Da GEHEN doch tatsächlich ein paar den Anstieg vor mir hinauf ... gut für mich, wieder ein paar Leute überholt :-) Das Jubiläumskreuz ist der höchste Punkt der Strecke - aber noch nicht der letzte Anstieg ;-) Erstmal steil runter zur Vöslauerhütte, einen Becher Wasser über den Kopf und weiter, ein wenig bergauf-bergab und links-rechts auf kleinen Pfaden, was für ein Spaß!

Und dann - mein Lieblingsstück, etwa 3Km leicht bergab über teilweise holprige, wurzeldurchzogene Waldpfade. Ich laufe in einer kleinen Gruppe, wie die Wilde Jagd geht es mit deutlich unter 4:00 dahin, ich arbeite mich langsam an ein paar Läufern vorbei, überlege wie ich mir den letzten Streckenabschnitt einteilen werde und - hätte besser mehr auf den Weg achten sollen. Eine Wurzel, ein Stolperer, bei dem Tempo keine Chance mich zu erfangen - Sturz! Irgendwie schaffe ich es im Reflex mich abzurollen, komme sofort wieder auf die Beine. Die Leute um mich fragen besorgt "Alles in Ordnung?" Ich stelle im Blitztempo fest - keine gröberen Schmerzen, Handballen und Ellbogen aufgeschürft und blutig, Beine unbeschädigt - "Danke, alles O.K!" und weiter geht´s! Die Aktion hat keine 10 Sekunden gedauert, beim Laufen beutle ich ein wenig das Blut von der rechten Hand ... gut, und jetzt wieder Konzentration auf die Strecke!

Etwa 1,5Km vor dem Ziel ist Schluß mit Lustig, der letzte Anstieg beginnt. Eigentlich nur lächerliche 75 Höhenmeter auf einen Kilometer ... aber den spüre ich ganz ordentlich. Die Sonne brennt herunter, die Hände brennen auch und die Motivation sinkt - die Gruppe um mich setzt sich langsam ab ... "Gut, die sind alle jünger, lass sie laufen" denk ich mir ... ist aber nur eine Ausrede, jetzt fehlt mit definitiv etwas der Biß um dranzubleiben denn richtig fertig bin ich nicht, hab nur keine Lust die Zähne zusammenzubeißen. Nach der letzten Kuppe, als es wieder bergab geht, fange ich an mich zu ärgern und gebe wieder ordentlich Gas - na bitte, geht ja - aber zu spät, der Zug ist abgefahren. Zwar kann ich bis in´s Ziel wieder ein wenig aufholen aber es langt nicht. Egal, der Gregor kündigt mich im Zielraum an, also noch ein kleiner Sprint für die Zuschauer und - durch!

Meine Zeit? 50:54 ... gar nicht übel, über 3 Minuten schneller als letztes Jahr! Da hat sich das Bergtraining der letzten Wochen doch ausgezahlt und zum Jammern besteht eigentlich kein Grund. Aber jetzt geht es erstmal zu den Sanitätern um meine Wunden reinigen zu lassen - ich bin übrigens nicht der einzige da! Frisch verpflastert und an der Ziel-Labe gestärkt schaue ich mich um - jö, da ist ja der Christian mit seiner "Vroni"! Dem Hund kann ich nicht widerstehen - wie eine verkleinerte und kompakte Version von meiner "Kira", das selbe breite "Grinsemaul" und das selbe braune Fell - und der selbe Charakter: Jedes Holz, jeder Ast wird angenagt ;-) Während wir plaudern kommen die Spitzenläufer des Super-Trails in´s Ziel, der Sieger Robert Gruber in unglaublichen 2:27:06, dann Gábor Muhari mit 2:35:57 und kurz danach mein "Trainer", der Gerhard Schiemer mit 2:38:06 - super, Gerhard!

Ich warte auf die Siegerehrung des Fun-Trails, plaudere mit Freunden und beobachte die eintreffenden Super-Trail Läufer, darunter ebenfalls viele Bekannte und Freunde: Der Volker, als erste Dame Veronika, beide noch unter 3 Stunden! Der Wolfgang verbessert sich um fast 14 Minuten auf 3:14:45 undundund ... schließlich ist es soweit: Siegerehrung Fun-Trail! Die M50-Klasse gewinnt Manfred Konrad in hervorragenden 45:11 - meine Hochachtung! Zweiter wird Andreas Hahn in 50:22 und für mich geht sich knapp dahinter mit 50:54 der 3. Platz aus - super, damit vergrößert sich meine Pokalsammlung weiter:-) Auch viele meiner Freunde sind sehr erfolgreich: Wolfgang Mangold gewinnt die M30-Klasse, Wolfgang Pucher die M40, Sinan Tugay die M60 und Stefan verbessert sich um fast 7 Minuten auf starke 48:14. Und - Cat, hättest etwas langsamer begonnen dann wäre für dich vielleicht auch ein Top-3-Platz drin gewesen ;-)

Tja, was werde ich nun nächstes Jahr laufen? Eigentlich habe ich an den Super-Trail gedacht aber der Fun-Trail ist eine so gelungene Kombination aus Spaß und Anspruch ... ich glaube, ich werde versuchen die 50:00-Marke zu knacken, ein bis zwei Minuten sind sicher noch drin. Der Super-Trail läuft mir nicht davon ... ;-)

Soweit mein Bericht vom Lindkogel-Fun-Trail,

cu vielleicht beim Höllenstein-Berglauf :-)

P.S.: Gratulation an die Veranstalter Gregor Goldmann und Jürgen Smrz, aus meiner Sicht war das eine gelungene Veranstaltung die ich jedem der schon ein wenig Lauferfahrung hat absolut empfehlen kann. Die Kritikpunkte die ich voriges Jahr hatte sind alle beseitigt worden - danke!
Info´s, Fotos und Ergebnisse gibt es auf http://lindkogeltrail.at

So, mein Renn-Bericht ist hier zu Ende - aber mit dem Laufen ging es dann doch noch weiter. Kaum zu Hause angekommen begrüßt mich Kira mit einem lauten "Wahuuuhuhu" - wie konnte ich bloß ohne sie laufen gehen? OK, da hilft nichts, kurz was trinken, Fotoapparat schnappen und ab geht es bei strahlendem Sonnenschein auf´s Wegerl im Helenental, durch die Schwechat-Au zur Cholerakapelle und wieder zurück. Zwar etwas langsamer als beim Trail, dafür teilweise noch mehr über Stock und Stein das Ufer der Schwechat entlang, unterbrochen von Ästen aus dem Wasser fischen und abnagen - ganz wie am Vormittag die Vroni ;-) Hat aber trotzdem Spaß gemacht und mit insgesamt 26Km war der Tag kein übles Training :-)

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