2,5 Jahre
AK verhalf Sonnenschutztechniker zur Invaliditätspension
- Vizepräsident Horst Pammer, Bezirsstellenleiterin Danja Wanner und Vizepräsident Gerhard Seban freuen sich über erkämpfte 2,9 Millionen Euro für die Menschen im Bezirk.
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Nach zweieinhalb Jahren Gerichtsverfahren wurde dem Kläger die Invaliditätspension rückwirkend gewährt.
BEZIRK BADEN. Wegen anhaltender gesundheitlicher Beschwerden insbesondere mit der Wirbelsäule suchte bereits 2021 ein Sonnenschutztechniker um die Invaliditätspension an. Nach Ablehnung durch die Pensionsversicherungsanstalt leitete die AK Niederösterreich ein Verfahren vor dem Arbeits- und Sozialgericht ein. Die medizinischen Gutachten sprachen dabei für den vorzeitigen Pensionsantritt, laut PVA jedoch nicht der ausgeübte Beruf. Weil er ursprünglich den Beruf des Tischlers erlernt hatte, berief sich die PVA auf den fehlenden Berufsschutz.
Die AK Niederösterreich konnte aber - sogar per Berufsqualifikationstest – nachweisen, dass sich der Mann im Zuge seiner Tätigkeit sämtliche praktischen und theoretischen Kenntnisse des Sonnenschutztechnikers angeeignet hatte – auch ohne Lehrabschlussprüfung.
„Die PVA wollte den Kläger dann zum technischen Zeichner umschulen. Mit dieser Umschulung wäre er erst mit 59 Jahren fertig“,
so Bezirksstellenleiterin Danja Wanner.
„Unserem Argument, dass sich damit am Arbeitsmarkt wegen des Alters und fehlender beruflicher Erfahrung erst recht neue Hürden auftun würden, konnte die PVA dann nichts mehr entgegen setzen“,
so Wanner.
Fazit: Im Juni dieses Jahres stimmte die PVA nach zweieinhalbjährigem Gerichtsverfahren einem Vergleich zu, der dem Sonnenschutztechniker rückwirkend ab September 2021 die Invaliditätspension gewährte, da auch eine Umschulung nicht mehr als zweckmäßig eingestuft wurde.
- Vizepräsident Horst Pammer, Bezirsstellenleiterin Danja Wanner und Vizepräsident Gerhard Seban.
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Horst Pammer, Vizepräsident der AK Niederösterreich betont:
"Die Pensionstöpfe sind gut gefüllt, die sind sicher. Der Bund braucht sich nur an die Vereinbarungen halten, dann gibt es faire Pensionen."
Er warnt vor einer Anhebung des Pensionsalters:
"Dann gehen die Leute von der Arbeitslosigkeit in die Pension."
Halbjahres-Bilanz 2024 – Baden
Leistungen für unsere Mitglieder im Überblick
- In der Bezirksstelle angedockt: 9.992
- Konkrete Beratungen in Problemfällen: 4.652
- Im Arbeits- und Sozialrecht eingebracht: 1.338.575 Euro
- Davon Insolvenzvertretung: 1.043.127 Euro
- Für die Mitglieder insgesamt erreicht: 2.934.758 Euro
„Fast 10.000 Menschen haben im ersten Halbjahr 2024 mit uns Kontakt aufgenommen“,
erzählt Bezirksstellenleiterin Danja Wanner.
„Dabei ging es manchmal lediglich um rasche Auskünfte“,
so Wanner. In mehr als 4.650 Fällen benötigten die Menschen hingegen weiterführende Beratung und die Unterstützung der AK-Expertinnen und -Experten bei konkreten Problemen. Insgesamt hat die Bezirksstelle Baden im ersten Halbjahr fast 3 Millionen Euro für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Region gesichert.
Im ersten Halbjahr: AK Niederösterreich erreicht 45,8 Mio. Euro für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
Mehr als 81.000 Arbeitnehmer:innen haben allein im ersten Halbjahr die Hilfe der AK Niederösterreich wegen Problemen am Arbeitsplatz gesucht. Das zeigt eine Auswertung der arbeits- und sozialrechtlichen Beratungen der Kammer.
„Wir haben 45,8 Millionen Euro für die Betroffenen erreicht“,
ziehen die beiden Vizepräsidenten der AK Niederösterreich, Horst Pammer und Gerhard Seban, Bilanz. Zahlreiche Probleme gab es wegen Schwerarbeits- und Invaliditätspensionen und wegen unbezahlter Überstunden.
Komplizierte Regelungen bei der Schwerarbeits- und Invaliditätspension sorgen bei der AK Niederösterreich für ein Steigen der Beratungen in diesem Bereich. Obwohl es bei der Schwerarbeitspension eine Berufsliste gibt, muss im Einzelverfahren nachgewiesen werden, dass bestimmte Faktoren zutreffen, wie etwa unregelmäßige Nachtarbeit, Hitze, Kälte und Schichtarbeit.
„Das führt immer wieder zu unverständlichen Entscheidungen der PVA und auch zu regionalspezifisch unterschiedlichen Auslegungen der Rechtslage. Damit wird für Betroffene der Weg in die wohlverdiente Schwerarbeitspension nach 45 Jahren erschwert“,
erklärt Pammer.
Besonders betroffen von diesem erschwerten Zugang zur Schwerarbeitspension sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Gesundheits-, Pflege- und Betreuungsberufen. Mehrfachbelastungen und psychische Belastungen sowie die spezifische Art der Dienste sind nicht von der Schwerarbeiterregelung umfasst.
„Mit der Anhebung des Frauenpensionsalters wird das in den kommenden Jahren in besonderem Ausmaß Frauen betreffen, die den Großteil der Arbeitnehmer:innen in diesem Bereich ausmachen“,
sagt Pammer.
„Eine Überarbeitung der bestehenden Regelungen zugunsten der Menschen, die ihr Leben lang hart und schwer gearbeitet haben, ist also notwendig.“
Für erheblichen Beratungsbedarf sorgten im ersten Halbjahr 2024 unbezahlte Überstunden.
„Österreichweit wird etwa jede vierte Überstunde nicht bezahlt“,
schildert Horst Pammer die Dimension des Problems. Besonders Beschäftigte im Handel und in der Gastronomie wenden sich wegen unbezahlter Überstunden an AK oder Gewerkschaft.
81.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nahmen Kontakt auf
Insgesamt wandten sich zwischen 1. Jänner und 30. Juni 81.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wegen Problemen am Arbeitsplatz an die AK Niederösterreich. In den allermeisten Fällen konnte bereits die Beratung das Problem lösen. In 8.900 Fällen musste die AK zugunsten der Betroffenen intervenieren oder vor Gericht ziehen.
Die 81.000 Rechtsauskünfte ist für die AK Niederösterreich eine extrem hohe Zahl. Seban betont: "Man sieht, wie wichtig die Arbeiterkammer ist und was sie bewirken kann, damit Menschen zu ihrem Recht kommen. Wenn die Konjunktur zurückgeht, möchten Unternehmen bei den Mitarbeitern sparen."
Für diese Menschen erreichte die AK Niederösterreich im ersten Halbjahr Nachzahlungen in der Höhe von insgesamt 45,8 Millionen Euro. Der Großteil waren ausstehende Löhne und Gehälter, nicht bezahlte Urlaubs- oder Kündigungsentschädigungen und Abfertigungen, die den Betroffenen zu Unrecht vorenthalten worden waren.
„Ohne unsere Beratung und Rechtsvertretung wären die meisten Betroffenen nicht zu ihrem Geld gekommen“,
fasst Vizepräsident Gerhard Seban zusammen.
Die AK ergänzt ihre Angebote durch die Gesundheitstage in der SCS und den Familienfesten, das gerade erst in Berndorf gefeiert wurde.
Ende September steht wieder die Berufsorientierung im Fokus: Mit Zukunft|Arbeit|Leben findet in der Thermenhalle Bad Vöslau, 2540 Bad Vöslau, Geymüllerstraße 8, von 25. September bis 27. September 2024, als Schulveranstaltung statt. Zielgruppe: 7. – 9. Schulstufe
Öffentlichkeitstag: 28. September 2024 von 09 Uhr bis 14 Uhr (Keine Anmeldung notwendig)
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