Ausbau der Energie
Naturwärme verbindet 18 Gemeinden in der Thermenregion
- Bürgermeister Christian Flammer, LAbg. Christoph Kainz, Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli, EVN Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz und Bürgermeister Hermann Rauch
- Foto: EVN / Nadine Studeny
- hochgeladen von Roland Weber
Die EVN hat mit dem Bau einer neuen Fernwärme-Verbindungsleitung von Baden über Sooß nach Bad Vöslau begonnen. Damit werden die fünf Gemeinden Sooß, Bad Vöslau, Kottingbrunn, Leobersdorf und Hirtenberg Teil des Naturwärmenetzes Thermenregion.
THERMENREGION. Das Netz, das größte überregionale Fernwärmenetz auf Biomassebasis in Österreich und wächst damit auf 18 Gemeinden von Perchtoldsdorf im Norden bis Hirtenberg im Süden und erreicht eine Trassenlänge von mehr als 190 Kilometern.
Regionale Versorgung gesichert
„Der heutige Baustart ist ein wichtiger Meilenstein für die regionale und krisensichere Wärmeversorgung“, sagt EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz. „Durch die Verknüpfung der Einzelnetze können wir vorhandene Biomassekapazitäten besser koordinieren und den Anteil erneuerbarer Wärme weiter steigern.“
Künftig speisen vier große Biomasseheizwerke Wärme in das Naturwärmenetz ein: die Anlagen in Mödling, Guntramsdorf und Baden sowie nach der Verbindung das Heizwerk in Bad Vöslau.
Die Verbindungsleitung mit einer Länge von rund 7 km ermöglicht es, Erzeugungskapazitäten flexibel im Netz zu nutzen, Wartungs- oder Ausfallzeiten einzelner Anlagen abzufedern und den Bedarf an fossilen Spitzenlastkesseln weiter zu reduzieren. Die Bauarbeiten werden etappenweise durchgeführt und sollen 2028 abgeschlossen sein.
Gewinn für die Region
„Ein leistungsfähiges Fernwärmenetz ist ein Gewinn für das Klima und die Region zugleich: Es verringert CO2-Emissionen und sichert Arbeitsplätze vor Ort“, betont Landtagsabgeordneter Christoph Kainz. „Die Vernetzung stärkt somit die regionale Wertschöpfung und reduziert darüber hinaus unsere Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Ausland.“
Auch die betroffenen Gemeinden sehen in der Anbindung klare Vorteile für ihre Einwohnerinnen und Einwohner. In der Marktgemeinde Sooß kann so entlang der Verbindungsleitung mit dem Aufbau der Fernwärmeinfrastruktur begonnen werden. In den bisher schon versorgten Gemeinden kann durch die Effizienzsteigerung der weitere Ausbau ermöglicht werden.
Mit diesem Projekt setzt die EVN ihre Strategie fort, die Wärmeversorgung in der Thermenregion langfristig auf regionale, erneuerbare Energiequellen zu stellen. Mehr als 80 Prozent der eingespeisten Wärme stammen derzeit aus Biomasseanlagen. Das Ziel ist, diesen Anteil bis 2035 auf über 90 Prozent zu erhöhen. Zukünftig soll auch die Tiefen-Geothermie einen Beitrag zur Fernwärmeversorgung leisten. In diesem Herbst startet die EVN eine umfangreiche Untersuchungskampagne, durch die geeignete Standorte für diese heimische, erneuerbare Energiequelle gefunden werden sollen.
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