17.11.2016, 14:55 Uhr

Mahnwache gegen "Deportationen"

BAD VÖSLAU. Die Gruppe "Frauenvielfalt" organisierte am 14. November eine Mahnwache gegen derzeit in ganz Österreich laufende Abschiebungen von zum Teil bereits gut integrierten Flüchtlingen. Das Vorgehen der österreichischen Behörden ist rechtlich sehr umstritten, wie auch der EU-Gerichtshof betont.
Auch Bad Vöslau hat es solche Abschiebungen bereits gegeben, berichtete im Rahmen der Mahnwache Gregor Kasulke. Er ist einer von vielen, die sich in der Thermalstadt um rund 150 Flüchtlinge kümmern - gemeinsame Veranstaltungen abhalten, Deutschkurse anbieten, Alltagshilfe leisten.
Kasulke berichtete von drei "Deportationen" und zeigte dazu Bilder - etwa von dem Musiker Manhal Hasani, ein Computertechniker, der am 13. November nach Kroatien zurückgeführt wurde, wo die Flüchtlingslager bereits überfüllt sind. Sein Asylverfahren in Österreich wurde mit "Dublin III" entschieden, d.h. dass das Verfahren dort durchgeführt werden muss, wo der Flüchtling erstmals europäischen Boden betrat. Manhai Hasani kam Anfang 2016 über die - damals noch offene - Balkanroute ganz legal nach Österreich. Nun muss er in Kroatien ein neues Asylverfahren anstrengen.
Der Syrer Chlud Ayahmann floh nach Deutschland, um seiner geplanten Rückschiebung nach Kroatien zu umgehen. Über die Balkanroute kam auch Odai Issa nach Österreich und wurde nach Zagreb in Kroatien "deportiert", wie Gregor Kasulke betonte.
Im Rahmen der Mahnwache, die vor dem Rathaus begann und an der Brücke der Begegnungen im Schlosspark abgeschlossen wurde, wurde auch auf die geplante Großdemonstration in Wien am 26. November hingewiesen. Auch dort wird unter Teilnahme vieler Organisationen gegen die aktuelle Abschiebepolitik protestiert.
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