11.09.2014, 08:55 Uhr

Wein 2014: Die Hoffnung lebt!

Der Winter war kein Winter, der Sommer kein Sommer. Und wie wird dann der Wein? Der Sooßer Winzer Karl Schierer im Gespräch.

Wie wird 2014 der Wein? Diese Frage bekommt der Sooßer Winzer und studierte Önologe Karl Schierer (35) nach den heurigen Wetterkapriolen besonders oft gestellt.
Karl Schierer drückt eine Zweigelt-Traube in den Refraktometer und liest an einer Skala ab, wie viele Zuckergrade die Traube bereits hat. 14 Klosterneuburger Grade.
Qualitätsweine beginnen ab 15 Grad, Top-Weine erreichen 19 oder 20 Grad. „Ich schätze in zwei Wochen werden wir mit der Lese der Frühsorten beginnen, bis dahin wäre es schon gut, wenn noch ordentlich die Sonne scheinen würde.“ Die Trauben, weiße wie rote, sind noch in einem hervorragenden gesunden Zustand. „Das verdanken wir den Grünstreifen zwischen den Rebzeilen“, so Schierer. „Diese Grünstreifen haben heuer viel vom Regen aufgenommen und verhindert, dass die Trauben wegen zu großer Nässe faulen. Überhaupt haben diese Grünstreifen regulierende Wirkung. Sie halten die Nährstoffe im Boden und beim Mähen werden Nährstoffe an die Reben wieder abgegeben.“
20 Hektar bewirtschaftet die Familie Grabner-Schierer in Sooß und Baden – 65 Prozent davon sind Rotweine. Die Erntemaschine leistet heuer in zwei Stunden die Arbeit, die früher 20 Erntehelfer an einem Tag bewerkstelligten.
Der Vorteil der Maschine ist, dass wir sie schnell und flexibel einsetzen können. Im Idealfall können wir die Trauben so lange wie möglich am Stock reifen lassen und bevor Schlechtwetter droht, diese im gesunden Zustand schnell ernten. Der Nachteil ist, dass die Maschine alle Trauben aberntet, auch die weniger guten. Wir steuern da dagegen, indem wir vorher schon händisch die schlechten Trauben ausschneiden.“

Arbeit macht das Wetter wett

Insgesamt ist Karl Schierer zuversichtlich, dass der Weinjahrgang 2014 viel viel besser wird als das Wetter bisher war. „Es war natürlich für uns Winzer auch recht herausfordernd. Zum Beispiel war die Laubarbeit in den Monaten Mai bis Juli das zentrale Thema unserer Weingartenarbeit und stellte sich aufgrund des feucht-warmen Sommers mit schnellem Triebwachstum als besonders anspruchsvoll heraus. Ein Teil der Blätter wird im Bereich der Traubenzone auf der Ostseite entfernt, damit die Trauben so viel Licht und Sonne kriegen wie möglich, und damit sie im Fall von zu viel Regen auch schneller trocknen.“
Man darf sich also auf den Jungen 2014er freuen.
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