01.10.2014, 22:32 Uhr

Gewürze aus den Gärten der Vielfalt

Gewürze sind unverzichtbare Zutat kulinarischer Genüsse. Auf Einladung des Weltladens berichtet Tyrell Fernando, Geschäftsführer der gemeinnützigen Organisation PODIE, am 3.Oktober ab 19.00 Uhr im Haus der Kunst über die Arbeit mit Kleinbauernfamilien in Sri Lanka und erklärt, was es bedeutet, Gewürze umweltgerecht anzubauen und fair zu vermarkten.

(Haus der Kunst, 3. Oktober) Mayurapula ist Gewürzbauer in Kothmale. Das Dorf liegt auf 1500 Metern Seehöhe in malerischer Berglandschaft im Zentrum der Insel. Sein Gewürzgarten ist an Pflanzenvielfalt kaum zu übertreffen. Hier gedeihen Nelken- neben Papayabäumen, Kaffeesträucher stehen in Blüte, Vanille- und Pfefferlianen ranken an Baumstämmen empor, in ihrem Schatten sprießt Kardamom.
Der Bauer hat sich vor 13 Jahren einer Gruppe angeschlossen, die mit PODIE zusammenarbeitet. Die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Negombo an der Westküste Sri Lankas setzt sich seit den 1970er Jahren für eine faire Produktion und Vermarktung von Gewürzen ein.

Verlässliche Bezahlung
„Durch den Einfluss großer Marktteilnehmer wird der Preis für Gewürze oft stark nach unten gedrückt,“ erklärt Tyrell Fernando, Mitbegründer und Geschäftsführer von PODIE. „Am schlimmsten sind davon die Menschen betroffen, die vom Gewürzanbau leben. Manche von ihnen begehen sogar Selbstmord. Deshalb garantieren wir einen Mindestpreis. Gemeinsam mit den Bauern und Bäuerinnen kalkulieren wir die Produktionskosten und den Gewinn und legen die Höhe des Preises fest.“ Mindestens 15 Prozent mehr sind den ProduzentInnen sicher, abhängig vom Gewürz wird mitunter sogar das Doppelte des Marktpreises bezahlt.

Schulung und Weiterbildung
Neben der Verlässlichkeit bei Abnahme und Preis schätzt Mayurapula vor allem die Schulungen, die PODIE regelmäßig anbietet. „Dabei geht es darum, wie wir zu gutem Saatgut und Pflanzmaterial kommen, wie wir biologischen Dünger herstellen können, worauf wir beim Anbau und der Weiterverarbeitung achten müssen, damit wir ein gutes Produkt bekommen.“

PODIE arbeitet aktuell mit rund 1500 Kleinbauern und -bäuerinnen in sechs der neun Provinzen der Insel zusammen. Diese bewirtschaften rund 300 Hektar Land. Etwa 40 Prozent der Fläche dient der eigenen Lebensmittelproduktion (Reis, Gemüse, Früchte, Gewürze).

Verpackung im Ursprungsland
Die breite Palette von Gewürzen wird im Verpackungsbetrieb von PODIE in Negombo exportfertig gemacht. Dadurch haben an die 50 junge Frauen regelmäßig Arbeit und Einkommen. Die Bezahlung beträgt knapp das Doppelte des gesetzlichen Mindestlohns, darüber hinaus erhalten sie gewinnabhängige Bonuszahlungen.

Fairer Handel ist der Kern
PODIE ist langjähriges Mitglied der World Fair Trade Organisation WFTO und bekennt sich damit als Gesamtunternehmen zu den Prinzipien des Fairen Handels. Die Zusammenarbeit zwischen PODIE und EZA Fairer Handel startete Anfang der 1980er Jahre, seit damals gibt es die Gewürze – mittlerweile auch in zertifizierter Bio-Qualität – in den Weltläden. „Es ist die umfassende Qualität, die diese Gewürze zu echten Kostbarkeiten macht“, sagt Gerti Jaksch-Fliegenschnee vom Weltladen Baden. „Sie gedeihen im Einklang mit der Natur, sind stark in Geschmack und Aroma und geben denen, die sie anbauen, sozialen und wirtschaftlichen Rückhalt.“


Weitere Informationen:
Weltladen Baden
Hauptplatz 9 – 12
2500 Baden
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.