Worten folgten Taten
Erich Rippl verlässt SHV-Vorstand
- Erich Rippl hat das Mandat der SPÖ-Fraktion im Braunauer Sozialhilfeverband (SHV) zurückgelegt.
- Foto: Gemeinde Lengau
- hochgeladen von Barbara Ebner
Lengaus Bürgermeister Erich Rippl hat sein SPÖ-Mandat im Vorstand des Braunauer Sozialhilfeverbandes (SHV) zurückgelegt. Grund ist die Absage einer Kostenübernahme für die Senioren-Tagesbetreuung in Lengau.
LENGAU, BRAUNAU (ebba). Der Lengauer Bürgermeister hatte zuletzt einen Antrag im SHV eingebracht, der abgelehnt wurde. Rippl bezeichnet diese Entscheidung als „enttäuschend, unsozial und unkollegial“.
Und darum ging es: Im Lengauer "Generationenhaus Kleeblatt" wird seit 2023 Tagesbetreuung für Senioren geboten, um diesen möglichst lange den Umzug in ein (teures) Pflegeheim zu ersparen. Das Modell wurde so gut angenommen, dass die Zahl der Tagesbetreuten gestiegen ist – und mit ihnen die Zahl der Öffnungstage von zwei auf vier Tage pro Woche. „Dadurch wird der budgetierte Abgang, den die Gemeinde Lengau zu tragen hat, von ursprünglich 45.000 auf 60.000 Euro pro Jahr steigen. Ich habe einen Antrag eingebracht, die Differenz – also rund 15.000 Euro – durch den Sozialhilfeverband zu übernehmen", erklärt Rippl. Der Antrag sei im elfköpfigen Vorstand jedoch mit den neun Stimmen von VP und der Stimme von FP "abgeschmettert" worden.
Der SP-Vertreter ist verärgert, spricht von einer „parteipolitischen und herzlosen Aktion“. Er kündigte kurz darauf seinen Rücktritt an und machte mit einem Schreiben an den SHV am 3. Oktober schlussendlich ernst. Rippl verlässt den Vorstand des Sozialhilfeverbandes.
SHV übernimmt Abgangskosten nicht
"Die Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim würden ein Vielfaches betragen", sagt Rippl, dem zufolge ein Pflegeheimplatz rund 50.000 Euro im Jahr kostet. "Die Tagesbetreuung in Lengau erspart dem Verband 250.000 bis 500.000 Euro pro Jahr. Angesichts dieser Zahlen ist die Ablehnung der Übernahme von rund 15.000 Euro enttäuschend." Argumente der Antragsgegner, wonach andere Gemeinden in Zukunft ähnliche Anträge stellen könnten und es so zum Förderwildwuchs kommen könnte, will er nicht gelten lassen.
"Wenn mehrere Gemeinden solche Einrichtungen wie in Lengau hätten, könnten mehr Menschen weiterhin zu Hause leben und müssten nicht in ein Pflegeheim, dessen Betrieb die Allgemeinheit sehr viel Geld kostet." Gäbe es das Angebot der Tagesbetreuung in Lengau nicht, "würden vier bis fünf Personen im Pflegeheim betreut werden müssen", so Rippl. Für vieles andere habe der Sozialhilfeverband Geld. "Dass aber jetzt diese Summe in Höhe von rund 15.000 Euro abgelehnt wurde, ärgert mich sehr! Über 20 Jahre habe ich zum Wohle der Menschen im SHV-Vorstand gearbeitet. Durch solche parteipolitischen Aktionen gibt es für mich keine weitere Zusammenarbeit!“, betont Rippl.
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