Siegfried Seidl
Vom Werkzeugmacher zum Geschäftsführer – seine Erfolgsgeschichte
- Siegfried Seidl hat seinen Karrierepfad einst mit einer Lehre begonnen. Heute ist er Geschäftsführer eines international erfolgreichen Unternehmens.
- Foto: F&S Bondtec
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Siegfried Seidl ist der Geschäftsführer des Braunauer Unternehmens F&S Bondtec. Im Interview spricht er über seinen Werdegang, prägende Erfahrungen und gibt Tipps für junge Menschen, die Verantwortung übernehmen wollen.
MeinBezirk: Sie haben als Lehrling begonnen und sind heute in einer Führungsposition – wie verlief Ihr Weg dorthin?
Seidl: Nach meinem Hauptschulabschluss wollte ich eigentlich Elektriker werden, fand aber keine passende Lehrstelle. Ein Eignungstest führte mich zur Lehre als Werkzeugmacher bei Florenz Waagenbau, wo ich wichtige Fähigkeiten in Mechanik und Präzision erlernte. Nach der Lehre war ich als Monteur für Waagensysteme in ganz Europa unterwegs, bevor ich nach dem Präsenzdienst zu Telefunken wechselte. Dort kam ich erstmals mit dem Drahtbonden in Berührung – eine Technologie, die mich bis heute begeistert.
- Das Draht-Bonden ist ein Schweißverfahren, das dazu dient, Halbleiterchips, LEDs oder Sensoren über hauchdünne Mikrodrähte elektrisch mit einem Gehäuse, einem Chipträger oder direkt mit einer Leiterplatte zu verbinden.
- Foto: F&S Bondtec
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Als Telefunken den Standort verlagerte, erhielt ich ein Angebot von F&K Delvotec in München. Doch wie man so schön sagt: Einen echten Innviertler bekommt man nicht allzu lang aus dem Innviertel heraus. Deshalb gründeten wir 1994 mit ehemaligen Kollegen eine Niederlassung in Braunau, die ich bald als Geschäftsführer leitete. Nach dem Verkauf des Mutterunternehmens konnte ich die Firma übernehmen – daraus entstand F&S Bondtec. Heute beschäftigen wir rund 50 Mitarbeiter, unsere Maschinen sind weltweit an Universitäten, Forschungsinstituten und in den Entwicklungslaboren namhafter Elektrohersteller im Einsatz.
Gab es auf Ihrem Karriereweg besondere Herausforderungen oder Wendepunkte?
Ein großer Gewinn meiner beruflichen Laufbahn war die Möglichkeit, die Welt zu bereisen und unterschiedliche Kulturen kennenzulernen. Dadurch konnte ich meinen Horizont erheblich erweitern. Ein weiterer wichtiger Meilenstein war mein berufsbegleitendes Studium, das mir neue Perspektiven eröffnete und meine persönliche Entwicklung maßgeblich geprägt hat.
Rückblickend: Hat sich Ihr Engagement und Durchhaltevermögen ausgezahlt?
Auf jeden Fall. Alle Erfahrungen, die ich im Laufe meines Berufslebens gesammelt habe, sowohl fachlich als auch in der Mitarbeiterführung haben sich als wertvoll erwiesen. Durch Einsatzbereitschaft und kontinuierliches Lernen konnte ich immer wieder zeigen, was in mir steckt, und wurde dadurch gefördert. Letztlich kann man vieles erreichen, wenn man motiviert ist und die entsprechenden Chancen nutzt.
- Nach seiner Lehrzeit war Seidl in ganz Europa als Monteur für Waagensysteme unterwegs und eignete sich ein breites Wissen an.
- Foto: Seidl
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Was braucht es aus Ihrer Sicht, um als Lehrling Karriere zu machen – sind es bestimmte Eigenschaften, Fähigkeiten oder auch Glück?
Motivation, Durchhaltevermögen, Fleiß und Wissbegierde sind aus meiner Sicht die wichtigsten Voraussetzungen. Ebenso entscheidend ist die Bereitschaft, sich kontinuierlich weiterzuentwickeln und lebenslang zu lernen. Erfolg ist oft eine Kombination aus vielen Faktoren, wie diese Mischung aussieht, kann jeder selbst mitgestalten.
Hatten Sie schon früh das Ziel, einmal eine leitende Position zu übernehmen, oder hat sich das erst im Laufe der Zeit ergeben?
Dieser Weg hat sich Schritt für Schritt aus meiner persönlichen und beruflichen Entwicklung ergeben. Eine Führungsposition war kein frühes Karriereziel, sondern das Ergebnis wachsender Verantwortung und neuer Aufgaben.
- Die Firma F&S Bondtec mit Sitz in Braunau beschäftigt rund 50 Mitarbeiter.
- Foto: F&S Bondtec
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Was würden Sie jungen Lehrlingen raten, die sich weiterentwickeln und Verantwortung übernehmen möchten?
Man sollte sich nicht nur auf eine einzelne Fähigkeit verlassen, sondern versuchen, ein möglichst breites Wissen und Können aufzubauen. Führung bedeutet, mit Menschen und ihren unterschiedlichen Stärken, Schwächen und Talenten zu arbeiten. Man muss nicht alles selbst perfekt beherrschen, sollte aber die Zusammenhänge verstehen und offen für Neues bleiben.
Sind Sie heute selbst in die Ausbildung von Lehrlingen eingebunden? Was ist Ihnen dabei besonders wichtig?
Wir sind kein Lehrbetrieb, da wir in einem sehr spezialisierten Technologiebereich tätig sind und daher keine Grundausbildung anbieten können. Dennoch legen wir großen Wert darauf, neue Mitarbeiter umfassend in unsere Technologien einzuarbeiten, sie gezielt zu fördern und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten.
Kurz und knapp: Warum würden Sie jungen Menschen eine Lehre empfehlen?
Eine Lehre ist ein hervorragender Start ins Berufsleben und vermittelt Fähigkeiten, auf die man sich ein Leben lang verlassen kann. Gut ausgebildete Fachkräfte werden in nahezu allen Branchen dringend gesucht. Gerade im technischen Bereich bietet eine Lehre ausgezeichnete Perspektiven und eine solide Grundlage für eine erfolgreiche berufliche Zukunft.
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