Noch bis 27. September
INN Krisen" mit Max Kaminski im Zollhaus Simbach
- Max Kaminski, Die Versuchung des hl. Antonius (nach Matthias Grünewald: Isenheimer Altar
1512 - 1516, Colmar, FR)
Triptychon, 1992, ة1/Lw.
190 x 190 cm / 190 x 80 cm / 190 x 80 cm - Foto: Foto: Josef Goldhofer
- hochgeladen von Josef Goldhofer
SIMBACH AM INN. Wer im Sommer nicht dazugekommen ist: Die Ausstellung „INN Krisen" im Museum Zollhaus läuft noch bis 27. September. Gezeigt werden Arbeiten von Max Kaminski, und der Weg über die Brücke lohnt.
Kaminski, 1938 in Königsberg geboren und 2019 in Augsburg gestorben, war Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und Mitglied im Deutschen Künstlerbund. 1977 war er auf der documenta 6 in Kassel vertreten, später stellte er in Zürich, Straßburg, Buenos Aires und Mexiko-Stadt aus. Seine Malerei bewegt sich zwischen figürlicher und abstrakter Form.
Die Ausstellung stellt diese Arbeiten in einen biografischen Zusammenhang, und zwar unter dem Titel „Krieg erfahren". Kaminski erlebte als Kind die Vertreibung aus seiner Geburtsstadt: Tieffliegerangriffe, Tote, zerfetzte Körper. Der Begleittext von Wilhelm Schopp führt aus, wie sich diese Eindrücke in das spätere Werk eingegraben haben — vor allem in den Arbeiten der 1980er- und 90er-Jahre, in denen brennende Städte und auseinandergerissene Körperteile auftauchen, in expressiver Maltechnik.
Ein zweiter Zug seines Lebens gehört dazu: die Ruhelosigkeit. An keinem seiner Wohnorte in Deutschland und Frankreich hielt es ihn lange; entsprach etwas nicht mehr seinen Vorstellungen, zog es ihn weiter — ans Mittelmeer, nach Mittel- und Südamerika. Mit den Sujets seiner Bilder verhielt es sich ähnlich.
Ansprechende Präsentation
Im Zollhaus finden die Bilder den optimalen Raum um zu wirken. Die Großformate kommen außergewöhnlich gut zur Geltung, auch die kleineren Formate haben in den historischen Räumen Platz zum Atmen.
Bemerkenswert ist, was die Ausstellung dabei nicht tut: Sie ordnet die Bilder keinem bestimmten Krieg zu. Die gezeigten Arbeiten beziehen sich auf keine regionale Auseinandersetzung, sondern gelten als symptomatisch für kriegerische Konfrontation überhaupt. Wer sie im Jahr 2026 ansieht, wird die Gegenwart trotzdem mitlesen.
Dass das ausgerechnet in einem ehemaligen Zollhaus direkt am Fluss geschieht, passt zum Rahmen: Die Schau gehört zum grenzüberschreitenden Interreg-Projekt „verbINNdungen", das den Inn nicht als Grenze, sondern als gemeinsamen Raum behandelt.
Der Weg ist kurz. Von Braunau über die Innbrücke sind es wenige Minuten, der Eintritt kostet nichts, geöffnet ist nur am Wochenende. Vier Wochenenden bleiben.
Info:
„INN Krisen" - Werke von Max Kaminski
Museum Zollhaus
Innstraße 46–48, 84359 Simbach am Inn
Laufzeit: 6. Juni bis 27. September 2026
Geöffnet: Samstag und Sonntag, 14 bis 18 Uhr
Eintritt frei
Im Rahmen des Projekts „verbINNdungen"
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