Versorgung gerät unter Druck
Trockenheit verschärft Wasserknappheit
- „Die anhaltende Trockenheit lässt nicht nur Bäche und Flüsse austrocknen, auch die Grundwasserstände fallen und bringen in vielen Ortschaften die Trinkwasserversorgung in Bedrängnis“, warnt Landesrat Stefan Kaineder.
- Foto: Werner Dedl/Land OÖ
- hochgeladen von Barbara Ebner
Die anhaltende Trockenheit sorgt im Bezirk Braunau und im gesamten Innviertel für alarmierende Wasserstände. Brunnen versiegen, Quellen trocknen aus, und die Trinkwasserversorgung steht vielerorts auf dem Prüfstand.
OÖ, INNVIERTEL, BEZIRK BRAUNAU. Die aktuelle Trockenperiode trifft Oberösterreich und insbesondere das Innviertel mit voller Wucht. „Bei der Trinkwasseraufsicht des Landes gehen laufend Meldungen über sinkende Wasserstände, versiegende Brunnen und notwendige Notversorgungen ein. Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht“, warnt Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder. Aus zahlreichen Gemeinden, darunter auch aus dem Bezirk Braunau, werden fast trockene Brunnen, stark rückläufige Quellen und Versorgungsengpässe gemeldet.
Keine Entspannung in Sicht
Im Juli fielen in Oberösterreich bisher lediglich 38 Millimeter Regen – das sind nur 29 Prozent des üblichen Monatswerts. Auch im Jahresverlauf fehlen große Mengen Wasser: Statt der durchschnittlichen 624 Millimeter wurden bislang nur 381 Millimeter registriert. Der Hydrographische Dienst des Landes rechnet auch in den kommenden Wochen mit wenig Niederschlag und hohen Temperaturen.
Kritische Lage im Innviertel
Rund 30 Prozent der Grundwassermessstellen zeigen bereits sehr niedrige, weitere 60 Prozent niedrige Wasserstände. Im südlichen Innviertel, etwa in Munderfing, Lengau, Braunau und Wappeltsham, wurden stellenweise die niedrigsten jemals gemessenen Grundwasserstände unterschritten. Aber auch im nördlichen Innviertel ist die Situation angespannt. Die Ursachen liegen laut Experten in der geringen Grundwasserneubildung der vergangenen Monate, nicht in einer Übernutzung der Ressourcen.
Fische verenden
Auch die Flüsse führen außergewöhnlich wenig Wasser. Rund 60 Prozent der oö. Oberflächengewässer liegen bereits unter dem Niederwasserwert. Besonders dramatisch zeigt sich die Situation an der Mattig, die auf einer Strecke von fünf Kilometern komplett ausgetrocknet ist. Das historische Niedrigwasser entlang der Donau und anderer Flüsse hat bereits spürbare Auswirkungen auf die Fischbestände, und die bevorstehende Hitzewelle droht die Lage weiter zu verschärfen.
Sparsamer Umgang erforderlich
Landesrat Kaineder appelliert an die Bevölkerung, Trinkwasser sparsam zu verwenden: „Trinkwasser muss jetzt vor allem zum Trinken, Kochen und für die Körperpflege da sein. Ein grüner Rasen ist zweitrangig. Einen Pool zu befüllen, ist aktuell ein absolutes No-Go.“ Gemeinden und Wasserversorger werden aufgerufen, Notfallpläne zu prüfen und zusätzliche Versorgungsschienen wie Notleitungen oder zweite Brunnen vorzubereiten.
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