19.10.2014, 19:48 Uhr

Internetsucht: Die Spitze des Eisbergs

(Foto: Monkey Business/Fotolia)

Social Media- und Internetsucht: Zahl der Betroffenen steigt, vor allem Jugendliche sind gefährdet.

BEZIRK. Smartphones, Instagram, Facebook, Onlinespiele und Tablets: Neue Medien sind ein fixer Bestandteil unserer Gesellschaft. Viele Menschen sind ganz selbstverständlich permanent über neue Medien erreichbar, verbunden mit "friends" und verlinkt mit digitalen Gruppen. Doch nur, weil jemand einen großen Teil seiner Zeit online verbringt, bedeutet das nicht automatisch Internetsucht. "Leiden die eigene Gesundheit oder Mitmenschen unter dem Verhalten, hat man keine Kontrolle mehr über die Nutzung und macht trotz Leidensdruck weiter oder hat mit Entzugserscheinungen wie Gereiztheit oder Schlafproblemen zu kämpfen, spricht man von einer Verhaltenssucht", so der klinische Psychologe Johann Hattinger aus Taiskirchen.

"Eine aktuelle Studie aus Deutschland zeigt, dass etwa ein Prozent der Allgemeinbevölkerung betroffen ist, jedoch vier Prozent der 14- bis 16-Jährigen. Social Media ist dafür verantwortlich, dass sogar um ein Drittel mehr Mädchen internetsüchtig sind", weiß Hattinger. "Es gibt keine Untergrenzen mehr. Kinder haben sehr bald Kontakt mit Neuen Medien", betont die Psychologin Ursula Rothauer-Stadler vom "Rieder Kinder & Jugend Schutz Haus" (RIKI). "Das Allerwichtigste, was Eltern machen können, ist, die Kinder nicht damit alleine zu lassen", rät Rothauer-Stadler. "Die Internetsucht ist eigentlich ja nur die Spitze des Eisbergs, denn alle Facetten der Nutzung neuer Medien, angefangen von Cyber Mobbing bis zu Rufschädigung in Social Media, sind Themen, welche auf die pädagogischen und psychologischen Berufsgruppen verstärkt zukommen werden", betont Hattinger.

Beratung und Hilfe im Bezirk:

RIKI - Rieder Kinder & Jugend Schutz Haus: Für Kinder, Jugendliche, Eltern und Pädagogen bei Krisen, Konflikten, Missbrauch, Mobbing und Gewalt. Psychologische Beratung, Psychotherapie, Workshops, Prozessbegleitung; Hotline: 07752/21200
Psychosoziale Beratungsstelle Pro Mente OÖ: Anlaufstelle und Drehscheibe für Informationen; Telefon: 07752/80690
Kinder- und Jugendkompetenzzentrum Innviertel (Pramet): Interdisziplinäre Versorgung bei Auffälligkeiten im emotionalen, kognitiven und sozialen Verhaltensbereich; Unterstützung der Eltern. Telefon: 0664/5119057


Prävalenz der Internetabhängigkeit - Diagnostik und Risikoprofile (PINTA-DIARI)

Die Gesellschaft für ganzheitliche Förderung und Therapie GmbH, Kinder- und Jugendkompetenzzentrum (Pramet)

Zentrum für Suchtmedizin der Landesnervenklinik Wagner-Jauregg
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.