02.02.2012, 00:00 Uhr

„Es ist ein Kampf, den wir dort ausfechten“

Straßenbaureferent Franz Hiesl kritisiert die Verzögerungstaktik des Schalchner Bürgermeisters. (Foto: Archiv)

Aufgrund von Anrainerprotesten zögert sich der Bau der Umfahrung Mattighofen immer wieder hinaus. Bis 2015 soll mit dem Bau der Trasse begonnen werden.

MATTIGHOFEN (ebba). Seit Jahren wird nach einer Lösung gesucht, um eine leistungsstarke Straßenverbindung zwischen Braunau und Straßwalchen zu schaffen. In der Landtagssitzung am 26. Jänner konfrontierte FPÖ-Landtagsabgeordneter David Schießl Straßenbaureferent Franz Hiesl mit der Frage, wann endlich mit der Fertigstellung einer Verbindung zu rechnen sei.
Das Hauptproblem liegt entscheidend bei der Umfahrung Mattighofen. Zu Anfang wurden zwei Varianten vorgeschlagen, eine Ost- und eine Westvariante. Es folgte ein jahrelanger Streit zwischen den betroffenen Gemeinden, welche Variante die sinnvollere sei. Nach Durchführung einer Korridoruntersuchung entschied man sich schließlich für die Ostvariante. Damit war vor allem Mattighofens Nachbargemeinde Schalchen betroffen. Deren Bewohner reagierten mit Protestkundgebungen. „Der Bürgermeister von Schalchen hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die Umfahrung zu verhindern. Daher ist jeder Schritt sehr mühsam. Mit bezahlten Anwälten wird den Gegnern jedes Mittel in die Hand gelegt, um das Projekt hinauszuzögern“, erklärt Hiesl, der keinesfalls nachgeben will: „Es ist ein Kampf, den wir dort ausfechten. Ich bin aber überzeugt, dass wir zur Umsetzung gelangen.“
Schalchens Bürgermeister Stefan Fuchs stimmt Hiesl zumindest in einem Punkt zu: „Die Aussage, ich hätte es mir zur Lebensaufgabe gemacht, den Bau zu blockieren, kann ich nur bestätigen. Es kann nicht sein, dass ein Problem, das in Mattighofen besteht, in unsere Gemeinde verlegt und damit unser Ortskern zerstört wird. Mattighofen könnte den Verkehrsfluss mit dem Bau einer Bahnunterführung wieder in Gang bringen. Aber so lange unsere Nachbargemeinde ihre Hausaufgaben nicht erfüllt, so lange werden wir auf der Bremse stehen.“ Öffentliche Demonstrationen seien derzeit keine geplant. Das Projekt Umfahrung Mattighofen befindet sich weiterhin in der Planungsphase. „Die Trasse ist verordnet. Gegen rechtliche Widerstände hält sie damit stand“, erklärt SPÖ-Landtagsabgeordneter und Bürgermeister von Lengau, Erich Rippl. Eine Voruntersuchung hat bereits stattgefunden. Im Norden sei bereits eine Trassenempfehlung im Bereich Uttendorf da. Im südlichen Abschnitt, bei Munderfing und Lengau, wurden zwei realisierbare Korridore identifiziert, die für spätere Ausbaumaßnahmen freigehalten werden. Bis Ende 2012 soll mithilfe der Gemeinde Lengau ein konkreter Korridor festgelegt werden.

Zweite Bauetappe in Lengau
Nun steht auch fest, wann die Weiterführung der Umfahrung in Lengau realisiert werden soll. „2014/2015 soll mit den Planungen für die zweite Bauettappe begonnen werden, sodass entweder noch 2015 oder spätes-tens im Jahr 2016 mit dem Bau begonnen werden kann“, verrät Erich Rippl.
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