Andrea Bischof
Wiener Künstlerin erobert Venedig mit riesigem Farbspektakel
- Andrea Bischof malt großformatige Farbereignisse. Ihre Malerei bezeichnet sie als "abstrakten Impressionismus"
- Foto: Ulrike Kozeschnik-Schlick
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Andrea Bischof ist eine der bedeutendsten Künstlerinnen Österreichs. Aktuell stellt sie ihr farbenfrohes Schaffen in Venedig aus.
WIEN/BRIGITTENAU. Andrea Bischof öffnet die Tür zu ihrem Atelier am Brigittaplatz, ein angenehmer Händedruck, freundliche Augen, ruhige Gelassenheit. Während die renommierte Gegenwartskünstlerin Tee macht, beginnen die hier ausgestellten riesigen Bilder ihre Wirkung zu entfalten.
Die Bilder sind Farbereignisse, zartes Pastell in vielen Schichten, die an den blühenden Baum vor dem Fenster erinnern, Frühling pur. Sorgfältig komponierte Abstraktionen, die farblich an alte Meister erinnern, an Kirchenfenster, oder an die vor Farbe flirrenden Himmel in italienischen Kirchenkuppeln.
Das derzeit größte ihrer Bilder - es misst 8,2 mal 2,7 Meter und sie hat neun Monate daran gearbeitet - befindet sich schon in Italien. Es heißt "Il grande spettacolo in cielo" und wird noch bis 30. Mai im Palazzo Pisani Revedin, mitten im historischen Zentrum Venedigs, zu sehen sein.
Monumentales Bild in Venedig
"Ich musste das Bild für den Transport vom Spannrahmen nehmen", lacht sie, "sonst wären wir nicht durch die Türe gekommen." Das monumentale Bild selbst ist ein sinnliches Ereignis, das die venezianische Tradition von Tizian bis Tiepolo in eine zeitgenössische Bildsprache von überwältigender Farbigkeit und räumlicher Wirkung übersetzt. Natürlich in altmeisterlicher Tradition, nämlich in Öl gemalt – wie alle ihre Bilder.
- Andrea Bischofs monumentales Werk wird nach der Gemäldegalerie Alte Meister im Zwinger Dresden aktuell in Venedig gezeigt.
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"Nur durch die damit möglichen Übermalungen können sich die Farben derart mit Energie aufladen ", erklärt sie ihre anspruchsvolle Technik, die viel Zeit und Sorgfalt erfordert. Ihre Malerei bezeichnet Andrea Bischof als "abstrakten Impressionismus", der dem Betrachter alle Freiheiten lasse, im Bild selbst auf Entdeckungsreise zu gehen.
Beim Malen müsse man die Farben dirigieren, wie in einem Orchester, nur ohne Klänge, erklärt sie. Das sei eine herausfordernde Arbeit, über Monate hinweg. "Ich versuche in meiner Malerei eine Lebendigkeit festzuhalten, die sonst flüchtig ist." Die Natur inspiriere sie dabei ebenso wie das Studium alter Meister, deren Technik, die Tiefe der Farben, oft auch nur der Schwung eines Pinselstrichs.
Bei sich selbst bleiben
Andrea Bischof kam 1963 in Schwaz zur Welt. Der Vater Tiroler, die Mutter stammt aus Düsseldorf. Eine spannende Mischung, zwei Welten, die sie inspiriert haben. Stadt- und Landleben, viel Natur und vor allem zwei kreative Großväter. "Mein Düsseldorfer Opa war Schaufensterdekorateur. Sein Atelier war voll von bunten Papieren, herrlichen Farben, feinen Pinseln und Materialien, die pure Faszination für ein Kind wie mich", erinnert sie sich.
"Ich durfte bei ihm mit richtigen Farben experimentieren, das ist schon was anderes als ein Schulmalkasten." Der Tiroler Opa war übrigens Bildhauer und Holzschnitzer. "Klar, dass ich Künstlerin werden wollte", lacht Bischof.
- Die gebürtige Tirolerin lebt und arbeitet seit 32 Jahren in Wien.
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Sie studierte am Mozarteum Salzburg Malerei, Grafik und textiles Gestalten. "Damals hätte ich mich noch nicht getraut, alleine nach Wien zu gehen. Salzburg war kleiner, intimer, das hat für mich besser gepasst." Schon 1989 begann sie im In- und Ausland auszustellen und übersiedelte vor 32 Jahren nach Wien.
Ständig auf Entdeckungsreise
"Ich hatte das Glück, von Anfang an in meine Richtung arbeiten zu können, Leute zu treffen, die meine Kunst verstanden haben." Sie denkt kurz nach. Es stelle sich nicht die Frage, warum man etwas angefangen hat, sondern warum man dabei bleibe. "Ich bin ständig auf Entdeckungsreise und versuche mit meiner Malerei dorthin zu gehen, wo ich noch nicht war und dabei authentisch zu bleiben."
Und das tut sie mit einer Freude und Begeisterung, die aus ihren Bildern auf den Betrachter überspringt. Jeder kann darin etwas Eigenes finden. "Das zeigt, was Kunst kann, nämlich Unbekanntes, Neues entdecken. Und genau das macht mich glücklich."
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