Wallensteinstraße: Es mangelt an Qualität

Anrainerin Renate Klecl vermisst einen guten Branchenmix und Konkurrenz unter den Händlern. Das Restaurant hat bereits vor Jahren geschlossen, das Gürtelgeschäft schließt bald.
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  • Anrainerin Renate Klecl vermisst einen guten Branchenmix und Konkurrenz unter den Händlern. Das Restaurant hat bereits vor Jahren geschlossen, das Gürtelgeschäft schließt bald.
  • hochgeladen von Sabine Krammer

BRIGITTENAU. Die Wallensteinstraße zählte früher zu den wichtigsten Einkaufsstraßen der Brigittenau, musste aber in den letzten Jahren einen Wandel hinnehmen. Insbesondere das geänderte Einkaufsverhalten der Bevölkerung spürt die ehemals sehr belebte Straße sehr. Man geht heutzutage eben lieber in große Einkauscenter als in kleine Geschäfte.

Renate Klecl wohnt seit 59 Jahren an der Wallensteinstraße: „Der Branchenmix stimmt heutzutage einfach nicht mehr. Es gibt zu viel billige Ware, besonders bei Bekleidung.“ Dem stimmt auch Bezirksvorsteher Hannes Derf-ler zu: „Besonders qualitative Damenoberbekleidung fehlt auf der Wallensteinstraße. Und das, obwohl es einige gut sortierte Spezialgeschäfte mit wienweit gutem Ruf und nur wenige leere Geschäftslokale gibt.“

Wenig Auswahl

Auch traditionelle Handwerksbetriebe fehlen auf der Wallensteinstraße immer mehr. Glaserer, Installateure, Elektriker und auch Tischler findet man nicht oder nur vereinzelt auf der Einkaufsstraße. „Durch die wenige Konkurrenz bei einigen Branchen fehlt die Auswahlmöglichkeit für die Konsumenten und die Händler bemühen sich weniger um die einzelnen Kunden“, so Klecl.

Ein weiteres Problem ist, dass die Händler auch untereinander kaum kommunizieren. Deshalb wurde auch nie ein gemeinsamer Einkaufsstraßenverein gebildet. Dieser wäre wiederum für gemeinsame Werbeaktionen oder die einheitliche Weihnachtsbeleuchtung auf der Straße zuständig. Damit es wenigstens mit dieser Aufwertung für die Straße zur Weihnachtszeit klappt, springt der Bezirk für die Händler ein und bezahlt die Beleuchtung aus dem Bezirksbudget.

Bezirksvorsteher Hannes Derfler unterstützt die einzelnen Unternehmen außerdem bei ihrem Wunsch, die Wallensteinstraße nicht in eine Flaniermeile zu verwandeln: „Die Händler sprechen sich deutlich gegen die Änderung zu einer Flaniermeile mit weniger Parkplätzen – wie es die Stadt Wien vorsieht – aus. Daher wird die SPÖ einen Antrag gegen einen diesbezüglichen Ausbau im Bezirksparlament einbringen.“

Umbau Wallensteinplatz

Wichtig für die Aufwertung der Einkaufsstraße sei laut Derfler vor allem die gute Aufenthaltsqualität. Hier wurde mit dem Umbau des Wallensteinplatzes bereits ein erster wichtiger Schritt gesetzt.

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