Burgenland Legenden
Die Frau mit der Schlange - eine Sage aus Markt St. Martin
- Die Darstellung der Frau mit der Schlange diente einst als öffentliche Mahnung.
- Foto: Pixabay
- hochgeladen von Victoria Rosenberger
Eine der bekanntesten Sagen aus der Region erzählt von einer reichen Bäuerin, deren Geschichte noch heute die Menschen in Markt St. Martin beschäftigt. Sie spielt am Fronleichnamstag, einem hohen kirchlichen Feiertag, und trägt eine deutliche moralische Botschaft.
MARKT ST. MARTIN. Der Überlieferung zufolge schickte die Bäuerin an diesem Tag ihre Magd aufs Feld, um Klee zu holen. Die Magd aber weigerte sich, solange die Sichel, die sie in die Luft werfen sollte, nicht von selbst wieder zu Boden fiel. Als das Werkzeug wie durch ein Wunder verschwand und nicht zurückkehrte, verweigerte sie die Arbeit, um den heiligen Tag nicht zu entweihen.
- Die Legende erzählt von Strafe und Buße an einem heiligen Feiertag in Markt St. Martin.
- Foto: Pixabay
- hochgeladen von Victoria Rosenberger
Die Strafe des Teufels
Daraufhin machte sich die Bäuerin selbst auf den Weg zum Feld. Sie rief laut aus, dass sie selbst dann gehen würde, „wenn auch der Teufel am Felde“ stünde. Kaum hatte sie dies gesagt, soll ihr eine große Schlange erschienen sein, die sie fragte, warum sie an einem so heiligen Tag arbeite. Die Frau war so erschrocken, dass sie keine Antwort geben konnte.
Die Schlange stellte ihr die Wahl: sofort sterben oder die Kreatur sieben Jahre lang am Leib zu tragen und wie ein Kind zu säugen. Die Bäuerin wählte die zweite Möglichkeit und trug durch sieben Jahre diese schwere Buße.
Zur Mahnung für die Allgemeinheit wurde die Frau später mit der Schlange aus Stein dargestellt und öffentlich aufgestellt. Diese Figur soll an die alte Geschichte und die damit verbundene Warnung, religiöse Feiertage zu achten und übermütige Taten zu meiden, erinnern.
Auch interessant:
MeinBezirk auf
MeinBezirk als
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.