SOS-Kinderdorf Burgenland
"Instagram stillt Sehnsucht nach echter Freundschaft nicht"

SOS-Kinderdorfleiter im Burgenland Marek Zeliska sieht immer mehr Kinder und Jugendliche vereinsamen.
  • SOS-Kinderdorfleiter im Burgenland Marek Zeliska sieht immer mehr Kinder und Jugendliche vereinsamen.
  • Foto: SOS-Kinderdorf
  • hochgeladen von Franz Tscheinig

Das SOS-Kinderdorf Burgenland ortet eine zunehmende Vereinsamung von Kindern und Jugendlichen. Soziale Medien können diese nicht stoppen, sagt Leiter Marek Zeliska

BURGENLAND. Marek Zeliska ist SOS-Kinderdorfleiter im Burgenland und weist dieser Tage auf die zunehmende Einsamkeit von Kindern und Jugendlichen hin. „Durch die Angebote des SOS-Kinderdorfes erleben wir zahlreiche Kinder und Jugendliche, die sich alleine fühlen“, sagt Zeliska. Rund ein Drittel davon könne Probleme mit niemand anderem besprechen.

Facebook und Instagram keine Lösung

Jugendliche seien zwar über ihre Smartphones ständig miteinander vernetzt, "die Sehnsucht nach echter Freundschaft und Gemeinschaft kann aber nicht über Facebook oder Instagram gestillt werden“, meint Zeliska. Auch in Familienkreisen gebe es immer mehr Kinder und Jugendliche, die sich mehr sozialen Kontakt wünschen würden.

Wunsch nach mehr gemeinsamer Zeit

Eine repräsentative Umfrage, die das Institut für Jugendkulturforschung im Auftrag von SOS-Kinderdorf im Frühjahr 2019 durchgeführt hat, zeige, dass sich Kinder auch im Familienverband häufig einsam fühlen: 55 Prozent der befragten Jugendlichen wünschen sich mehr gemeinsame Freizeitaktivitäten mit ihrer Familie. 22 Prozent der Befragten gaben an, zu wenig Zeit zu haben, um wichtige Themen zu besprechen.

Tipps gegen die Einsamkeit

Wenn Eltern bemerken, dass ihr Kind unter Einsamkeit leidet, gebe es Möglichkeiten zu unterstützen: So sollten Kinder auf keinen Fall unter Druck gesetzt werden. Sätze wie „Triff dich doch einmal mit deinen Schulkollegen“ seien sinnlos und würden nur für Schuldgefühle sorgen. Viel eher solle man Kinder nach ihren Kontaktwünschen fragen und anschließend ganz konkrete Schritte überlegen, wie der Kontakt hergestellt werden könnte. So könne man etwa gemeinsam Schulkollegen zu einem Kinobesuch oder zum Spielen einladen. Auch das Sprechen mit dem Kind über eigene Erfahrungen mit Freundschaften könne helfen. "Erzählen Sie Ihrem Kind, wie Sie damit umgegangen sind, denn ihr Kind kann dabei viel lernen", rät Zeliska

Kurse zum Freunde finden

Wenn es in der Schule keine potenziellen Freunde gebe, empfiehlt Marek Zeliska die Anmeldung zu einem Kurs. "Oft entstehen Freundschaften durch gemeinsame Interessen, wie etwa im Sportverein. Ihr Kind kann so Gleichaltrige fernab der Schulklasse kennen lernen und auf diese Weise einen Neuanfang starten."

www.sos-kinderdorf.at

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