Schamane erklärt
Rituale zu den Rauhnächten: Was du tun und was du meiden solltest
- Die Rauhnächte, zwölf fast schon mystische Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Jänner, laden zur Reinigung, Innenschau und Neubeginn ein.
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Die Rauhnächte, zwölf fast schon mystische Nächte zwischen Weihnachten und dem 6. Jänner, laden zur Reinigung, Innenschau und Neubeginn ein. MeinBezirk hat mit dem Schamanen und Coach Helmut Löffler auf Forchtenstein über diese besonderen Nächte gesprochen. Im Gespräch verriet er, wie er die Rauhnächte zelebriert und was man auf keinen Fall machen sollte.
BURGENLAND/FORCHTENSTEIN. Je näher Weihnachten und die "Zeit zwischen den Jahren" rückt, desto stiller wird es - draußen und in uns selbst. Die Natur zieht sich zurück, die Tage werden kürzer und viele Menschen verspüren eine tiefe Sehnsucht nach Ruhe, Einkehr und Besinnung. In genau dieser Zeit finden zwölf besondere, beinahe magische und mystische Nächte statt: die Rauhnächte.
- Schamane und Coach Helmut Löffler stand MeinBezirk Rede und Antwort.
- Foto: Helmut Löffler
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Traditionell beginnen die Rauhnächte am 24. Dezember und enden am 6. Jänner. Diese zwölf Nächte gelten als Phase der Reinigung, der Innenschau und des Neubeginns. Wann sie genau starten, ist umstritten. Manche Traditionen setzen ihren Beginn bereits mit der Wintersonnenwende am 21. Dezember an. Schamane und Coach Helmut Löffler aus Forchtenstein erklärt, dass die Nächte von 21. bis 24. Dezember auch als "Sperrnächte" bezeichnet werden. Diese Zeit eigne sich besonders dafür, bewusst innezuhalten und das alte Jahr loszulassen und abzuschließen, und sich auf die anstehenden Rauhnächte vorzubereiten.
Die Zuordnung der Rauhnächte
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Die Zuordnung der erfolgt meist in den zwölf Nächten vom 25. Dezember bis zum 6. Jänner, wobei jede Nacht symbolisch einem Monat des kommenden Jahres zugeordnet wird und für etwas Bestimmtes steht.
- 1. Nacht (24./25. Dezember): Jänner - Wurzeln, Sicherheit
- 2. Nacht (25./26. Dezember): Februar - Intuition, innere Stärke
- 3. Nacht (26./27. Dezember): März - Aufbruch, Wachstum
- 4. Nacht (27./28. Dezember): April - Transformation, Lösung
- 5. Nacht (28./29. Dezember): Mai - Liebe, Freundschaft
- 6. Nacht (29./30. Dezember): Juni - Vergebung, Loslassen
- 7. Nacht (30./31. Dezember): Juli - Vorfreude, Vorbereitung
- 8. Nacht (31. Dezember./1. Jänner): August - Neubeginn, Geburt
- 9. Nacht (1./2. Jänner): September - Orientierung, Struktur
- 10. Nacht (2./3. Jänner): Oktober - Eingebung, Weisheit
- 11. Nacht (3./4. Jänner): November - Ahnen, Abschied
- 12. Nacht (4./5. Jänner): Dezember - Entfaltung, Potenzial
Zeit des Übergangs und der Reinigung
Der Begriff "Rauhnächte" könnte sich vom althochdeutschen "rûch" - Rauch ableiten. Eine andere Deutung bezieht sich auf die als "rau" empfundenen, wilden Nächte der Wintermythologie, in denen Gestalten wie Perchten oder die Wilde Jagd durch das Land ziehe. Wahrscheinlich verschmelzen beide Bedeutungen zu dem, was die Rauhnächte bis heute sind: eine Zeit des Übergangs, der Mystik und der inneren Reinigung.
Warum sind es zwölf Rauhnächte?
Der Ursprung der zwölf Rauhnächte liegt in früheren Zeitrechnungen. Früher orientierten sich die Menschen am Mondzyklus: Ein Mondjahr zählte 354 Tage und war damit um elf Tage und zwölf Nächte kürzer als das Sonnenjahr. Diese "überschüssigen Nächte" galten als eine Zeit außerhalb der gewöhnlichen Ordnung. Löffler beschreibt sie als eine Phase, in der "Energien spürbar anders sind". "Die Energie während der Rauhnächte ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich", erläutert der Schamane seine Erfahrung.
- Ein besonders beliebtes Ritual während der Rauhnächte ist das Räuchern.
- Foto: Symbolfoto: Pixabay
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Schleier zwischen Welten besonders dünn
Überliefert ist die Vorstellung, dass in den Rauhnächten die Schleier zwischen den Welten dünner werden. Die Verbindung zu den Ahnen soll intensiver sein, Botschaften aus der geistigen Welt können klarer wahrgenommen werden. Träume, Sehnsüchte und Visionen bekommen Raum, während alte Themen und Wunden behutsam verabschiedet werden dürfen. Die Rauhnächte gelten daher als besonders geeignet zum Orakeln, Manifestieren und zur bewussten Ausrichtung auf das kommende Jahr.
In den zwölf Nächten seien die Energien insgesamt stärker als sonst. "Gedanken schaffen Realität. Gerade in den Rauhnächten manifestieren sich Gedanken schneller und einfacher als sonst. Umso wichtiger ist es, mit den Gedanken, aber auch mit seinen eigenen Handlungen respektvoll und bewusst umzugehen", erläutert Löffler.
- Die Raunächte eignen sich gut zum Karten legen.
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Einfach Rituale für die Rauhnächte
Nicht umsonst sind die Rauhnächte auch mit zahlreichen Ritualen verbunden. Besonders verbreitet ist das Räuchern, aber auch das Kartenlegen oder Orakeln. Dabei mahnt Löffler zur Vorsicht: "Man sollte diesen Dingen immer mit Respekt begegnen. Außerdem muss man wissen, wie man damit umgeht." Die Deutung solcher Orakel, erfolge nicht über den Verstand, sondern über das Gefühl. Die wichtigste Frage dabei sei stets: Was hat das mit mir zu tun? Wer sich diese Frage ehrlich stelle, komme ganz intuitiv zu einer stimmigen Antwort. Für Menschen, die sich unsicher fühlen, empfiehlt der Schamane, sich begleiten zu lassen, etwa durch Rauchnachtkurse oder professionelle Unterstützung.
Einfache Rituale für die Rauhnächte
- Räuchern : Die eigenen vier Wände werden mit reinigenden Kräutern geräuchert und so gereinigt. Anschließend segnet man die Räumlichkeiten und sorgt damit für eine positive Schwingung und Schutz. Zum Räuchern während der Rauhnächte eignet sich besonders gut Weihrauch, Myrrhe, (weißer) Salbei, Wacholder, Rose und Lavendel.
- Traumjournal : Man sagt, dass die Träume während der Raunächte sehr intensiv und zukunftsweisend sein können. Es wird empfohlen, die Träume in den zwölf Nächten zu notieren und auf wiederkehrende Symbole, Gefühle und Situationen zu achten. Wer möchte kann auch seinen ganzen Tag festhalten.
- Aufräumen : VOR der Rauhnachtszeit sollte man Ordnung schaffen und gründlich aufräumen, um für frische und neue Energie zu sorgen. Es wird empfohlen, das Ausmisten und Aufräumen während der Raunächte zu unterlassen, denn das soll Unglück bringen. Der Volksmund sagt auch, dass man draußen keine Wäsche aufhängen soll, sonst verfangen sich böse Geister darin.
- Orakeln : Egal ob Tarot, Orakelkarten oder Runen werfen - hole dir Impulse zu deinen Lebensthemen oder zum neuen Jahr und erbitte die Führung des Universums. Auch das Bleigießen an Silvester ist ein solches Orakel.
Von populären Ritualen wie dem sogenannten "13-Wünsche-Ritual" hält Helmut Löffler wenig. Diese könnten mehr Frust als Nutzen erzeugen, wenn die Erwartungen nicht erfüllt werden.
- Während der Rauhnächte sollte man keine Wäsche draußen aufhängen. Böse Geister und Energien könnten sich darin verfangen.
- Foto: Symbolfoto: Pixabay
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Zeit für sich selbst
Löffler selbst praktiziert die Rauhnächte, indem er sich eine Kerze anzündet und in sich geht. Er schreibt seine Gedanken auf und liest sie dann im jeweiligen Monat des nächsten Jahres. Auch eine Karte zieht er sich täglich. Er sucht in diesen Tagen besonders intensiv den Kontakt zur Natur, indem er in den Wald geht. Auf Medien verzichtet er in dieser Zeit. Zudem empfiehlt er die Zeit für persönliche Gespräche mit Freundinnen, Freunden und der Familie zu nutzen. "Grundsätzlich gilt aber: Man sollte das machen, was für einen selbst passt." Am wichtigsten sei, dass man auf sich selbst Acht gebe und sich etwas Gutes tut.
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