Viraler Erfolg, volle Häuser
Ruster Kabarettist Michael Steiger über ein Jahr voller Highlights
Was vor rund einem Jahr mit einigen humorvollen Reels auf Social Media begann, entwickelte sich innerhalb kürzester Zeit zu einer bemerkenswerten Erfolgsgeschichte. Von viralen Videos über die Kultfigur "Gerti“ bis hin zu ausverkauften Kabarettauftritten: Die Rede ist natürlich vom Publikumsliebling Michael Steiger aus Rust.
RUST. Wo vor einem Jahr noch erste Ideen für ein Kabarettprogramm in den Kinderschuhen steckten, füllt Michael Steiger heute die Säle. Doch wie erlebt er diesen rasanten Aufstieg selbst? Kann er sich im Alltag noch ungestört bewegen? Und was hat sich für ihn persönlich verändert? Im Interview blickt Michael Steiger auf ein Jahr voller Erfolge, Herausforderungen und einige „erste Male“ zurück.
- Michael Steiger lässt das vergangene Jahr gemeinsam mit Redakteurin Barbara Babonitsch-Diewald Revue passieren.
- Foto: MeinBezirk
- hochgeladen von Barbara Babonitsch-Diewald
- MEINBEZIRK: Lieber Michael, gab es im Laufe des vergangenen Jahres einen Moment, in dem du das erste Mal realisiert hast „Moment amoi, was passiert da gerade?“
MICHAEL STEIGER: Diesen Moment hat es nicht nur einmal gegeben, das ich habe mir im vergangenen Jahr immer wieder gedacht. Oft am Morgen nach einer Vorstellung: 'Passiert das jetzt tatsächlich?'. Als ich dann für eine Episodenhauptrolle bei Soku Donau besetzt wurde, habe ich langsam realisiert, dass das Ganze weitgehend andere Formen annimmt. Dazu kommen auch noch ein Podcast, den ich moderieren darf, und ein Kinderanimationsfilm (Anm. erscheint im Frühjahr 2027 im Kino), für den ich einer Figur im burgenländischen Dialekt meine Stimme geliehen habe. Ja, es gab rückblickend viele erste Male in diesem Jahr - viel Neues und manchmal auch fremdes, aber ich wachse da rein. Ich bin ja auch kein 'Wunderwuzi'.
- Bleiben wir gleich bei den „ersten Malen“. Wie hast du dich bei deinen ersten Auftritten auf der Bühne gefühlt?
Die haben sich angefühlt wie der perfekte Moment beim Kochen, zum Beispiel wie beim Eierspeis machen: Du gibst die Zwiebeln ins heiße Öl und sie zischen genau richtig, ohne zu verbrennen. Da denkst du dir: "Ja, das passt.“ Gleichzeitig darf man sich darauf nicht ausruhen. Jede Vorstellung ist anders. Manchmal funktioniert eine Pointe großartig und am nächsten Abend bleibt es genau dort still, dafür lacht das Publikum an einer ganz anderen Stelle. Man muss ständig spüren ob "das Pfandl heiß genug ist" und sich während der Vorstellung immer wieder neu darauf einstellen.
- Michael Steiger feiert mit "Grammelpogatscherl-Eskalation" im April eine restlos ausverkaufte Premiere in Mattersburg
- Foto: MeinBezirk / Jennifer Flechl
- hochgeladen von Jennifer Flechl
- Hat sich dein Alltag seit dem wachsenden Bekanntheitsgrad verändert?
Eigentlich nicht. Mein persönlicher Alltag ist derselbe geblieben. Den Unterschied merken oft eher die Leute, die mit mir unterwegs sind, etwa auf einem Weinfest oder Oktoberfest. Für mich fühlt sich das ganz normal an. Ich rede gern mit Menschen, mache Fotos und freue mich über Begegnungen. Mir ist aber bewusst, dass viele den „Michi von Instagram und der Bühne“ erwarten. Daher bleib ich - wenn ich einmal nicht so gut drauf bin - lieber zu Hause.
Lustig ist auch, wenn beim Einkaufen hinter mir getuschelt wird, so quasi: 'Ist das der ...?" Dann drehe ich mich manchmal um und sage recht freundlich: "Griass eich!".
- Wie oder wo findest du Ausgleich zum Bühnen- und Social-Media-Alltag?
Abschalten ist für mich mittlerweile wichtiger denn je. Am besten gelingt mir das, wenn ich weg bin, zum Beispiel in einer Therme. Am liebsten dort, wo nicht viele Leute sind. Oft helfen aber gerade die einfachen Dinge. Ich fahre zu meinen Großeltern in den Garten oder unterstütze Freunde bei der Renovierung ihres Hauses. Erst vergangene Woche habe ich zum ersten Mal in meinem Leben betoniert! In Jogginghose, komplett dreckig, aber es war toll! Da landet das Handy im Rucksack und plötzlich zählt nur noch das, was man gerade macht.
- Blick in die Zukunft: Dürfen sich deine Fans auf neue Figuren oder Projekte freuen?
Bei den Figuren für meine Reels ist aktuell nichts Konkretes geplant. Wenn etwas Neues entstehen sollte, dann ganz spontan. Bis Dezember stehen noch einige Auftritte am Programm, bevor es eine kurze Pause gibt. Im Jänner wartet dann ein großer Auftritt im Globe. Außerdem tüftle ich gerade an einem größeren Projekt. Viel verraten kann ich noch nicht, nur so viel: Ich schreibe an etwas. Das nächste Bühnenprogramm geistert zwar schon durch meinen Kopf, dem werde ich mich aber erst 2027 intensiver widmen.
- Und zum Schluss: "Der Michael Steiger von heute trifft den Michael Steiger von vor einem Jahr. Was würde er ihm sagen?"
Vertrau auf dein Bauchgefühl und auf das, was du vorhast. Lass dich von niemandem beirren. Es werden Leute kommen die meinen es wahnsinnig gut mit dir, sei nett mit ihnen und auch zu dir selbst. Und ja, hör einfach hin: Hilousen, Zualousn, hinschauen und der Rest kommt von allein.
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