Rebzikade breitet sich aus
Gefürchtete Weinreben-Krankheit befällt nun weitere Gemeinden
- Die Verfärbung an den Blättern ist ein Indiz für die Rebkrankheit.
- Foto: Allacher
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Die Amerikanische Rebzikade sorgt im Nordburgenland zunehmend für Besorgnis. Der kleine Schädling gilt als Überträger der gefürchteten Rebkrankheit „Goldgelbe Vergilbung“. Nachdem der Pflanzenschutzdienst Mitte Juni den ersten bestätigten Fall in Gols gemeldet hatte, wurden mittlerweile weitere Befälle in mehreren Weinbaugemeinden festgestellt.
NORDBURGENLAND. Betroffen sind inzwischen auch Gemeinden im Bezirk Eisenstadt-Umgebung und der Freistadt Eisenstadt. In Eisenstadt, Donnerskirchen, Oslip und Rust wurde jeweils ein Fall bestätigt, in St. Margarethen wurden vier Fälle gemeldet. Im Bezirk Neusiedl am See sind neben Gols auch Podersdorf und Pamhagen betroffen.
Der Rebzikade den Kampf ansagen
Die Verordnung zur Bekämpfung der Goldgelben Vergilbung wurde Ende Mai beschlossen. Ziel ist eine landesweit koordinierte Bekämpfung der Quarantänekrankheit sowie ihres Überträgers. Den Kern bildet ein dreistufiges Zonensystem, gezieltes Monitoring sowie praxisnahe Vorgaben für Weinbaubetriebe, Privatpersonen und Gemeinden. Die Kontrolle der Quarantänekrankheit erfolgt durch den amtlichen Pflanzenschutzdienst des Landes. Bei einem möglichen Auftreten werden Proben von betroffenen Reben genommen und zur Untersuchung an die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) weitergeleitet. Erst nach der Laboranalyse liegen gesicherte Ergebnisse vor. Wird ein Befall bestätigt, gelten klar definierte Schutzmaßnahmen: Die befallene Weinreben müssen ausnahmslos gerodet werden (inklusive Wurzel), zudem wird eine Sicherheitszone eingerichtet.
- Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Martin Tobler vom Pflanzenschutzdienst Burgenland demonstrieren das Anbringen der Gelbtafeln im Weingarten.
- Foto: Landesmedienservice Burgenland
- hochgeladen von Anna Triebaumer
Bei der Bekämpfung der Rebzikade setzen die Fachstellen je nach Entwicklungsstadium des Schädlings auf unterschiedliche Maßnahmen. In frühen Larvenstadien stehen pflanzenstärkende Maßnahmen im Vordergrund, in späteren Stadien kommen gezielte Insektizidanwendungen zum Einsatz. Sowohl für den konventionellem als auch den biologischem Weinbau gibt es eigene Pflanzenschutzmittel. Für private Weinreben, etwa an Hausmauern oder in Lauben, können zudem Klebefallen zur Kontrolle und Eindämmung der Zikaden verwendet werden.
Die Goldgelbe Vergilbung
Die erwachsene Amerikanische Rebzikade ist geflügelt und fünf bis sechs mm lang. Erkennungsmerkmale sind ihre spitze Kopfform, mittelbraune Bänder am Rücken und die kontrastreich gefärbten Flügel, die weiße Stellen und dunkle Flügeladern aufweisen.
Die Zikade selbst verursacht die Schäden nicht direkt, sondern überträgt ein Bakterien-ähnliches Phytoplasma, das die Goldgelbe Vergilbung auslöst. Die Krankheit beeinträchtigt die Rebstöcke massiv und kann zum Absterben befallener Pflanzen führen. Da es keine direkte Heilung gibt, liegt der Fokus auf der frühzeitigen Erkennung und der Eindämmung der Ausbreitung. Typische Anzeichen der Krankheit sind Verfärbungen der Blätter, eingerollte Blattränder und eine verzögerte oder ausbleibende Reife der Trauben.
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