Mauthausenkomitee Enns
Gedenken an Bozena Skrabalkova

Gabriele Käferböck vom Mauthausenkomitee Enns.
  • Gabriele Käferböck vom Mauthausenkomitee Enns.
  • Foto: Fritz Käferböck-Stelzer
  • hochgeladen von Michael Losbichler

Am 10. April jährt sich zum 75. Mal der Todestag von Bozena Skrabalkova. Sie wurde 1945 mit 22 Jahren in der Gaskammer von Mauthausen umgebracht.

ENNS. Bozena war Jahrgang 1923, sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Enns als Tochter des Zuckerfabriksverwalters. Sie besuchte die Volksschule in Enns und ging nach der Matura an der Linzer Körnerschule zurück nach Tschechien. Dort schloss sie sich einer Widerstandsgruppe an und wurde im Februar 1945 in Brünn verhaftet.
Nach Kriegsende, das war Bozenas Traum, würde sie zurück nach Österreich kommen, um Medizin zu studieren. Sie kam jedoch mit einem Viehwaggon am 9. April 1945 in Mauthausen an und wurde vom Zuckerfabriks-Elektriker Paulmayer am Bahnhof erkannt. Dieser berichtete anschließend: "Man konnte nichts sagen. Es wurden etwa 100 Frauen vorbei getrieben. Es war wenige Wochen vor dem Zusammenbruch."

Tafel an der Volksschule Enns erinnert an Bozena

"Die Nacht von 9. auf den 10. April verbrachte Bozena mit mehreren Frauen in einer der kleinen Zellen des Arrestgebäudes," heißt es in den Aufzeichnungen von Hans Marsalek, Mitglied der österreichischen Lagergemeinschaft. Vom KZ aus konnte sie den Fabriksschornstein der Ennser Zuckerfabrik sehen. Am 10. April vormittags wurde Bozena Skrabalkova mit 22 Jahren in der Gaskammer von Mauthausen umgebracht.
75 Jahre später erinnert eine Tafel an der Volksschule Enns an Bozena, die ehemalige Schülerin, die ein Opfer der NS-Diktatur wurde. Das Mauthausenkomitee Enns hat sich zum Ziel gesetzt, anhand von konkreten Lebensspuren die Erinnerung an die Ereignisse der NS-Zeit aufrecht zu erhalten. Mit der Erinnerungstafel an Bozena Skrabalkova ist damit ein nächster Schritt gesetzt. Die Montage und Eröffnung der Tafel wird nach der Distanzzeit nachgeholt.

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