Bewilligung entzogen
86-jähriger Favoritner darf Gemeindebau-Garten weiter pflegen
- Hans Maczejka kann seinen Garten behalten. Wiener Wohnen und Stadträtin Elke Hanel-Torsch (im Bild, SPÖ) haben eine Lösung gefunden: Aus dem Gemeindebau-Grün wird ein Gemeinschaftsgarten.
- Foto: Stadt Wien/Martin Votava
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Nachdem ein Favoritner jahrzehntelang seinen Gemeinschaftsgarten gepflegt hat, entzog im Wiener Wohnen heuer die Bewilligung. Der Garten sei in einem zu schlechten Zustand. Nun wurde eine Lösung gefunden, Maczejka darf weitergarteln.
WIEN/FAVORITEN. Jahrzehntelang pflegte der Favoritner Hans Maczejka den Garten des Gemeindebaus, in dem er lebte. Der Senior ließ hunderte Quadratmeter in der Hansson-Siedlung jedes Jahr blühen – bis ihm Wiener Wohnen einen Strich durch die Rechnung machte.
Im Frühling des Jahres wurde dem 86-Jährigen die Bewilligung für das Bewirtschaften des Gartens entzogen, berichtete die Krone zuerst. Die Entscheidung sorgte für Unverständnis, war laut Stadt aber unvermeidbar. Wenige Wochen später macht Wiener Wohnen einen partiellen Rückzieher. Eine Lösung wurde gefunden, um Maczejka weiter garteln zu lassen.
Ratten und Wuchergarten
Das Entziehen der Bewilligung wirkte drastisch. In den Jahren zuvor hatte die Behörde das Garteln in der Moritz-Seeler-Gasse nicht nur geduldet, sondern sogar ausgezeichnet. Was war also das Problem?
Beschwerden von Nachbarinnen und Nachbarn, erklärte ein Sprecher der Wohnbaustadträtin, Elke Hanel-Torsch (SPÖ). Die Anlage sei nicht mehr gut gepflegt, es gebe Ablagerungen und Rattensichtungen. Kontrollen von Wiener Wohnen bestätigten den problematischen Zustand des Gartens.
- Hans Maczejka vor seinem kleinen Gartenkunstwerk im Gemeindebau im Jahr 2010. MeinBezirk hat den Hobbygärtner mehrmals besucht.
- Foto: Karl Pufler
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Anders war das bei einer späteren Kontrolle: "Die Gartenanlage präsentierte sich in einem insgesamt guten Zustand und deutlich gepflegter als noch bei einer Kontrolle von Wiener Wohnen im März und im Jahr davor", heißt es vom Büro der Stadträtin.
Alter macht garteln schwer
Der schlechtere Zustand des Gartens begründet sich mit dem Alter und dem Gesundheitszustand Hans Maczejkas. "Tätigkeiten wie das Stutzen hoher Hecken seien ihm bereits jetzt körperlich nicht mehr möglich."
Sein Wunsch sei es, den Garten zumindest noch in diesem Jahr weiterzuführen. Mehrere Mieterinnen und Mieter hätten ihre Unterstützung bei der Pflege des Gartens ausgesprochen, um das zu ermöglichen. Vor diesem Hintergrund brachte Wiener Wohnen die Idee eines Gemeinschaftsgartens ein.
"Im Gemeindebau sollen sich alle Mieterinnen und Mieter wohlfühlen", betont Stadträtin Elke Hanel-Torsch. Es freut sie, dass der Garten in Zusammenarbeit mit Nachbarinnen und Nachbarn, Wiener Wohnen und dem Nachbarschaftsservice Wohnpartner erhalten bleibt.
Erst kommende Saison
Erste Gespräche über das weitere Vorgehen wurden bereits mit den zuständigen Ansprechpartnern vor Ort geführt, Pflanze für Pflanze wurde mit Hans Maczejka abgesprochen. Einheitliche Maßnahmen wurden definiert – so etwa das Fällen von Jungbäumen, die aufgrund ihrer Größe in das Baumschutzgesetz fallen und deshalb hohe Mehrkosten für die Hausbewohnenden verursachen würden.
"Es ist mir sehr wichtig, dass eine gemeinsame Lösung gefunden wurde und der Blumengarten von Herrn Macejka erhalten bleibt", so die Stadträtin. "Die großzügigen Grünflächen sowie Mieterinnen und Mieter, die sich über Jahre und manchmal Jahrzehnte liebevoll um ihren Garten kümmern: das macht den Charme vieler Gemeindebauten aus.
Wie geht es nun weiter? "Die Entscheidung über den Zeitpunkt der Umsetzung – entweder sofort oder nach Ende der Gartensaison – wurde Hans M. überlassen", heißt es aus dem Rathaus. Der Urfavoritner hätte sich für eine Umsetzung nach der Saison entschieden. Wiener Wohnen wird diese Arbeiten durchführen und die dabei anfallenden Kosten tragen.
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