Favoritenstraße
Wieso bei der Umgestaltung kein gelber Asphalt verwendet wird
- Schwarzer Asphalt schmückt an vielen Stellen den Boden der neuen Favoritenstraße. Würde ein hellerer Asphaltton die Hitze reduzieren? Wieso will die Stadt Wien das nicht? Das wollten die Grünen Favoriten mit einer Anfrage erforschen.
- Foto: Nathanael Peterlini/MeinBezirk
- hochgeladen von Nathanael Peterlini
Die Favoritenstraße wurde teilweise wieder asphaltiert. Die Gründe dafür sind valide, aber könnte wenigstens ein hellerer Asphalt eingesetzt werden? Die Stadt weigert sich mit Blick auf Kosten und Aufwand.
WIEN/FAVORITEN. Mehr Grün, Sitzgelegenheiten und Schatten: Die Favoritenstraße wird großflächig umgestaltet. Die Arbeiten im zweiten Abschnitt laufen, der erste ist bereits fertiggestellt. Beim Flanieren ist einigen Favoritnerinnen und Favoritnern aufgefallen, dass teils der Boden nicht mit hellen Pflastersteinen versehen ist, sondern er wurde wieder asphaltiert.
Der Grund: Unter der Favoritenstraße fährt die U1. Der Boden zwischen Straße und U-Bahn ist teils nur 20 Zentimeter dick, Pflastersteine sind deshalb nicht möglich. Den Grünen Favoriten war diese Erklärung nicht genug. Wieso hat man keinen hellen Asphalt verwendet, wie etwa in der Fußgängerzone in Bregenz?
Die Farbe macht den Unterschied
Im Zentrum der Vorarlberger Landeshauptstadt schmückt ein gelber Asphaltbelag den Boden. Die Farbe war Zeit ihrer Errichtung zwar nicht unumstritten, inzwischen haben sich Bregenzerinnen und Bregenzer daran gewöhnt.
Wenngleich der gelbe Asphalt in Bregenz nicht zentral aus klimatischen Gründen gewählt wurde, erhoffen sich die Grünen durch den hellen Farbton weniger Hitzeprobleme. Bekanntlich reflektieren helle Farben die Sonne besser. So erkundigte sich die Partei per Anfrage bei der Stadt Wien, inwiefern der gelbe Asphalt für die Favoritenstraße in Erwägung gezogen wurde.
Zu teuer?
Die Stadt bestätigt, Farbasphalt beim Umgestaltungsprojekt geprüft zu haben, nennt aber zwei zentrale Probleme, die damit einher gehen. Einer davon: höhere Errichtungskosten im Vergleich zum schwarzen Asphalt.
- Gelber Asphalt schmückt den Boden der Bregenzer Innenstadt. Die Farben wurden für das Ortsbild ausgewählt, aber könnten auch die Hitze reduzieren.
- Foto: Bregenz Tourismus
- hochgeladen von Christian Marold
Pro Quadratmeter würde gelber Asphalt laut Stadt Wien 26,40 Euro mehr kosten als Standardasphalt. "Das ergibt für die Gesamtfläche des Umgestaltungsbereiches der Favoritenstraße vom Platz der Kulturen bis Reumannplatz Mehrkosten von ca. 982.000 Euro brutto", beantwortet die Magistratsabteilung 28 – Straßenverwaltung und Straßenbau.
Eine Anfrage der Grünen in Bregenz ergab sogar noch höhere Summen. Demnach hätte die Stadt je nach Abschnitt zwischen 39,2 Euro und 52,4 Euro mehr pro Quadratmeter gelben Asphalt bezahlt.
Zu aufwendig?
Zweites großes Problem bei Farbasphalt ist laut Stadt Wien die Instandhaltung des Farbasphalts. Die spezielle Mischung müsse jedes Mal extra angefertigt werden. Vor allem für kleinere Reparaturarbeiten ergeben sich somit unverhältnismäßig hohe Kosten. In Bregenz beantwortet man die Frage, ob zusätzliche Kosten in einem zweiten Moment entstehen, mit einem schlichten "Nein".
Wäre gelber Asphalt die Investition wert? Würde er das Klima auf relevante Weise schonen? Das bleibt offen. Bregenz hat laut eigenen Angaben bislang nicht geprüft, inwiefern der gelbe Asphalt die Hitze reduziert. Die Stadt Wien führt derzeit ein Forschungsprojekt in Liesing zu innovativen Asphaltflächen.
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