01.10.2016, 00:00 Uhr

Durchs Wohngebiet zum Acker

Der einfache Weg zu den Feldern über den Stadtwanderweg (rot) ist nicht möglich. (Foto: APA/Retter)

Um zu ihren Feldern zu kommen, müssen die Favoritner Bauern große Umwege zurücklegen.

FAVORITEN. "Die heutigen Bauern fahren nicht mehr mit der Pferdekutsche zu ihren Feldern." Rudi Wieselthaler ist verärgert. "Auch die Oberlaaer Bauern haben ein Recht auf ihre Äcker und Weinberge zu fahren, um sie bewirtschaften zu können", so der Favoritner Bezirksrat (ÖVP).

Grund für seinen Zorn ist der Umbau der Brücke des Stadtwanderwegs 7. Über diese hätte der Weg zu den Feldern Nahe bei der Therme Wien erfolgen können. "Wir brauchen eine Breite von rund 4,5 Metern und eine Höhe von 4 Metern, um hier fahren zu können", so Wieselthaler. Zurzeit wird die Brücke saniert, aber sie wird nicht in diesen Dimensionen erweitert.

350.000 Euro ist zu viel

Eine Neu-Dimensionierung würde 350.000 Euro kosten, so Bezirksvize Josef Kaindl (SPÖ). Das wäre zu viel. Es sei auch nie eine Zufahrt für landwirtschaftliche Geräte angedacht gewesen. Schließlich sei dies ein Stadtwanderweg.

Dem widerspricht Wieselthaler: "Das war immer ein Güterweg", so der Rothneusiedler.

Brücken zu schmal

Nun hätten die Bauern noch drei Varianten, um ihre Äcker nördlich der Bahngleise zu erreichen: die Laaer-Berg-Straße, Am Verschiebebahnhof und die Segnerstraße.
Die Laaer-Berg-Straße hat einen Kreisverkehr, der für viele landwirtschaftliche Geräte zu eng wäre. Auch der Verkehr wäre hier ein Hindernis.

Eine Anfahrt über Am Verschiebebahnhof wäre ein riesiger Umweg von gut einem halben Dutzend Kilometer. Auch wären die beiden Brücken, die am Weg liegen, zu gering dimensioniert, um mit Traktor & Co. leicht durchzukommen.

Sperre Bahnschranken

Als einzige Möglichkeit bleibe der Weg über die Segnerstraße zur Fontanastraße. "Hier ist dann die Endstation der U1 und über 1.000 Wohnungen werden hier in Kurparknähe gebaut", so Wieselthaler. Er wolle zwar nicht mit den landwirtschaftlichen Geräten durch ein Wohn- und Erholungsgebiet fahren, "aber irgendwie müssen wir ja zu unseren Feldern kommen."

Ein großes Problem sei aber an manchen Stellen die Straßenbreite – und der Bahnschranken. "Der ist teilweise über eine Stunde herunten, ohne dass ein Zug fährt", so Wieselthaler: "Das werden wir Bauern sicher nicht einfach hinnehmen."

"Wir führen Gespräche um die Situation zu ändern", so Bezirksvize Kaindl.

Zur Sache

Die Oberlaaer Bauern bewirtschaften auch das Gebiet nördlich der Donauländebahn. Neben der Therme liegen rund 360 Hektar Ackerland und 37 Hektar Weingärten, die Favoritner Bauern regelmäßig mit Traktor & Co. anfahren müssen.
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