Teufelsgraben in Velden am Wörther See

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Der Bach im Teufelsgraben machte bei Unwetter viel Lärm. Die Leute glaubten von den polternden Steinen. Der Kugelmüller und der Müller oberhalb des Wasserfalls beschlossen die lockeren Steine festzumachen. Als sie sich dem Wasserfall näherten, wurde das Johlen, Jauchzen und Kreischen immer lauter. Sie erblickten eine Gestalt, die auftauchte und wieder verschwand. Voller Verwunderung sahen sie einen kräftigen Mann, der den Wasserfall emporkletterte und unverletzt im Tümpel unterhalb des Wasserfalls landete. Es war der Teufel höchst persönlich. „So ein Glücksfall“, dachte der Teufel, „da habe ich meinen Spaß am Wasserrutschen und noch dazu laufen mir ein Seelen über den Weg, die ich mir gleich kaufen kann!“ Er lud die beiden zum Mitrutschen ein und meinte: „Euch passiert nichts, wenn ihr mir dafür eure Seelen verschreibt!“ Da erkannten die Beiden, mit wem sie es zu tun hatten, daher weigerten sie sich. Aber der Teufel drohte sie den Wasserfall hinunter zu werfen. Sie willigten ein, wenn sie sich eine Aufstiegshilfe bauen dürfen, denn der Müller war von Haus aus ein gewitzter Bursche und überlegte bereits, wie sie den Teufel los werden konnten. Eine Schleuder müsste die Lösung sein. Man braucht nicht hinauf klettern, sondern würde gleich hinauf geschleudert. Sie machten sich sofort an die Arbeit und holten Stand, Bretter und Seile. Nach ein paar Tagen war das Wunderwerk fertig und die zwei Müller setzten es in den Tümpel. Auch der Teufel war zur Stelle. Die Müller luden den Teufel zum Ausprobieren ein. Sofort rutschte er den Wasserfall hinunter und tappte in die Falle: Immer wieder wurde er hinauf geschleudert, er kam einfach nicht mehr auf die Beine. Jetzt wurde der kräftige Geselle immer wütender und entschwand mit einem so mächtigen Satz, dass der Stein unter seinem Fuß schmolz. Heute noch kann man neben der Rinne den Fußabdruck sehen.
Die Geschichte wurde von Johann Greischberger, Aicherbauer in Seeham, geschrieben.
Die Kinder der 4. Klasse VS Seeham bearbeiteten sie im Schuljahr 2001/02 für das Projekt „Erlebniswandern“HZ

Autor:

Rudolf Nagelschmied aus Feldkirchen

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