Tier-Urlaubsrettung in Kärnten
Tierärztin und Urlauberfamilie retten Igelleben
- Tierärztin Miki Zichy übernahm die Erstversorgung und Obhut.
- Foto: Privat (alle)
- hochgeladen von bernhard knes
Tier-Urlaubsrettung in Tauchendorf: Urlauberfamilie und Tierärztin retten gemeinsam einen Igel in Not.
FASCHING, TAUCHENDORF. In dieser Geschichte geht es um eine tierliebende Familie, eine Tierärztin mit großem Herzen, gelebte Nachbarschaftshilfe und um ein strukturelles Problem in Kärnten.
Igel in Lebensgefahr
Eva Koschutnig-van Stelten lebt mit ihrer Familie in Holland und war Anfang August zu Besuch bei ihrem Vater Jakob Koschutnig in Tauchendorf in der Gemeinde Glanegg. Sie berichtet: „Als ich gerade beim Wäscheaufhängen im Garten war, entdeckte ich gemeinsam mit meinen zwei Kindern, Olivia (9) und Fabian (13) einen Igel in einem sehr geschwächten Zustand. Er lag in der Sonne, zuckte und war stark von Maden und Fliegen befallen. Wir legten ihn behutsam in eine Schachtel und brachten ihn an einen kühlen Platz. Wir wussten zuerst nicht, wen wir um Hilfe fragen sollten. Dann haben wir die Tierrettung angerufen, aber die konnte uns in dieser Situation leider nicht weiterhelfen. Auf der Suche nach einer offiziellen Wildtierauffangstation mussten wir feststellen, dass es eine solche zentrale Anlaufstelle in Kärnten scheinbar gar nicht (mehr) gibt. Da wir vor Ort kein Auto hatten, half uns eine Nachbarin aus und fuhr uns alle mitsamt dem Igel zur Tierärztin".
In allerletzter Sekunde
„Rettung in allerletzter Sekunde gab es für den kleinen Igel bei Tierärztin Miki Zichy in ihrer Tierarztpraxis in Fasching. Sie hat nicht einen Moment gezögert und sofort alles für das Wildtier getan. Mühsam hat sie die Maden durch Absaugen und Auskämmen entfernt, den Igel auf Zecken kontrolliert und spezielle Anti-Maden-Medikamente verabreicht. Zichy ist nicht nur fachlich top, sondern ein unglaublich netter, empathischer Mensch mit einem riesigen Herz für Tiere. Meine neunjährige Tochter durfte bei der rettenden Behandlung dabei sein. Dieses positive Beispiel von Hilfsbereitschaft hat sie so tief beeindruckt, dass sie zu Hause jetzt selbst begeistert Tierärztin spielt“, berichtet Eva Koschutnig weiter.
Auf eigene Kosten
Das Besondere: Da es keine offizielle Station gibt, pflegt Tierärztin Zichy den kleinen Patienten seitdem privat bei sich zu Hause weiter – auf eigene Kosten. Sie versorgt ihn rund um die Uhr mit Infusionen, Medikamenten und leckerem Futter und gibt ihr Bestes, um den kleinen Patienten zu helfen. „Mit Erfolg: Es geht dem Igel schon viel besser und er bewegt sich wieder, auch wenn er bisher nicht von allein fressen will. Sie hält uns regelmäßig über seine Fortschritte auf dem Laufenden", informiert Koschutnig-van Stelten.
Freude und Bedauern
„Wir möchten uns auf diesem Weg nochmals bei der tollen Nachbarin aus Tauchendorf und vor allem bei dieser engagierten Tierärztin bedanken. Außerdem möchten wir erwähnen, wie wichtig Igel für unser Ökosystem und als nützliche Helfer im Garten sind. Wir möchten aber auch darauf aufmerksam machen, dass Tierärztinnen wie Miki Zichy privat einspringen müssen, weil es an Wildtierstationen fehlt“, schließt Eva Koschutnig-van Stelten.
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