Alpin-Museum in Straßwalchen
Bergführer richtet Museum ein
- Bergführer Sepp Stampfl ist auch Ehrenmitglied des Alpenvereins Straßwalchen.
- hochgeladen von Wolfgang Schweighofer
Ein Alpin-Museum eröffnete Sepp Stampfl im Nebengebäude seines Hofs, in dem früher eine Mostpresse stand.
STRASSWALCHEN. Seit genau 50 Jahren ist Sepp Stampfl leidenschaftlicher Bergsteiger. Nach einem Alpin-Kurs im Jahr 1976 begann der Straßwalchner allerlei interessante Sachen rund um das Thema „Bergsteigen“ zu sammeln. „Meine ganze Sammlung besteht aus geschenkten Objekten, ich habe nichts gekauft“, betont der langjährige Heeres-Bergführer, der in seinen jungen Jahren beim Militär die Offiziers-Laufbahn begann und unter anderem die Bergführer-Ausbildung absolvierte. In all den Jahren wuchs die Anzahl der Exponate, die er von Freunden, Kollegen und Bekannten erhielt. Vor drei Jahren adaptierte Stampfl die ehemalige Waschküche und Scheune für sein „Museppum“ und richtete das Museum nach unterschiedlichen Themenbereichen ein. Im zweiten Raum befinden sich eine „Jäger-Wilderer-Ecke“ und eine „Erster-Weltkrieg-Ecke“, die er auch seinen Vorfahren widmet. Zu den Exponaten zählen Rucksäcke, Kletterseile und Kletter-Utensilien, die er an einer kleinen Kletterwand präsentiert. Skier unterschiedlicher Marken wie Schaufler und Hager, dessen Cousin die heute noch bestehende Skifirma in Antiesenhofen gründete und die älteste Skibindung, eine Lilienfelder Stahlsohlenbindung aus dem Jahr 1896, die Matthias Zdarsky patentieren ließ, sind in der Ausstellung zu finden. Neben Gerätschaften für die Bergrettung und Bergschuhen besitzt der Museumsinhaber eine beachtliche Literatursammlung zum Thema und alle Jahrbücher des Österreichischen Alpenvereins seit 1895. Zu den Besonderheiten der Schau zählen ein Pickel des Generalfeldmarschalls Conrad von Hötzendorf, ein Kompass aus dem Jahr 1910 mit Beschreibung und das Buch „Gefahren der Alpen“, das Emil Zsigmondy – Arzt und herausragende Bergsteiger-Persönlichkeit – 1888 verfasste. „Der Inhalt ist heute noch gültig“, weiß Stampfl, der in 37 Jahren als Tourenführer knapp 500 Bergtouren unternahm und 34 Jahre lang Obmann des Alpenvereins Straßwalchen war. Im vergangenen Jahr wurde er vom Verein mit der Ehren-Mitgliedschaft ausgezeichnet. Das Museum spiegelt die alpine Lokalgeschichte wider. Für Bergsteiger und Interessierte ist das „Museppum“ ausschließlich gegen Voranmeldung für Gruppen von fünf bis maximal zehn Personen zu besichtigen.
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