Das Lebenswerk von Josef Magnus
Im Schneckenhaus zu Hause
- Vasitti Magnus präsentiert ein Werk aus ihrer Jugendzeit.
- hochgeladen von Wolfgang Schweighofer
Das Erbe ihrer Eltern verknüpft Vasitti Magnus mit bekannten Kunstwerken und vielen schönen Erinnerungen.
ANIF. Die Pfeiler-Ornamente des Talübergangs Zilling bei Hallwang an der Autobahn zeigen die zwei Reliefs "Anmut und Würde" von Josef Magnus. „Es war sein erstes großes Werk“, erinnert sich Vasitti Magnus, Kostüm- und Bühnenbildnerin, die das Erbe ihrer Eltern Rosita und Josef liebevoll verwaltet. Der Künstler begann 1947 Holzfiguren für das Marionettentheater zu schnitzen. „Insgesamt hat er 800 Köpfe hergestellt“, erzählt Magnus. Ihr Vater war als Bildhauer weit über die Grenzen hinaus bekannt und schuf unter anderem Werke wie die Fuchsgruppe bei der Volksschule Parsch, die Bronzeplastik „Freude im Wasser“ und die Springer-Skulptur im Freibad Leopoldskron, Brunnen für zahlreiche Schulen und die 13 Meter hohe Plastik „Start“ beim Salzburger Flughafen. Im Jahr 1960 erwarb er ein Grundstück und baute sich ein „Schneckenhaus“, das die Familie 1963 bezog und in dem auch Bilder seiner Gattin, Malerin und Dichterin Rosita, mit visionären Motiven zu sehen sind. „Meine Mutter hatte damals schon Weitblick“, so Magnus, die Werke wie „Das arme, reiche Kind“, „Die Verschmutzung der Meere“ und „Die Neugewählte“ - eine einsame Politikerin, die sich nach Frieden sehnt und von Gegnern umzingelt ist. Im Oktober 1992 vernichtete ein verheerender Großbrand das gesamte Anwesen. Der Künstler ließ sich aber nicht entmutigen und sah im Wiederaufbau einen Neubeginn seines Schaffens. „Mir hat er damals wirklich leid getan“, blickt Vasitti zurück. Ihr Vater hatte damals im Alter von 83 Jahren den Aufbau neu begonnen und schaffte bis zu seinem Tod im Jahr 2005, in Handarbeit und mit Akribie und großer Schaffenskraft einen stattlichen Wiederaufbau des wunderbaren Hauses, das unwiederbringliche familiäre Schätze hütet, - darunter auch erste Arbeiten aus der Jugendzeit von Vasitti, die aus Materialresten entstanden. Als Kostüm- und Bühnenbildnerin widmete sich Vasitti der Herstellung von Dirndlkleidern mit Salzburg-Motiven, Schmuck-Colliers, Kostümen und Bühnenbildern für renommierte Theater, darunter auch für das Salzburger Landestheater. Amüsante Illustrationen und freche Zeichnungen für Bücher ergänzen ihr reichhaltiges Lebenswerk. Für die Neugestaltung des Eingangsbereich beim Schneckenhaus mit Schnecken-Motiven konnte die Hausherrin Malkünstlerin Edith Sulzenbacher gewinnen.
Aktuelle Nachrichten aus Salzburg auf
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.