07.10.2016, 08:21 Uhr

Engagement für den Naturschutz

Bürmooser Moor (Foto: Kogler Klaus)

Acht Flachgauer, darunter drei Bürgermeister, wurden mit dem Umwelt-Verdienstzeichen ausgezeichnet

Flachgau (et). Unter den Ausgezeichneten sind auch drei Bürgermeister von Flachgauer Gemeinden: Johann Ganisl, Johann Grießner und Markus Kurcz haben erfolgreich Naturschutzanliegen in die Gemeindearbeit integriert und damit dazu beigetragen, die reichhaltige Struktur an Lebensräumen mit den darin beheimateten Tier- und Pflanzenarten zu erhalten.

Dem Bürgermeister von Nußdorf, Johann Ganisl, ist die Oichten ein besonderes Anliegen. Seit vielen Jahren ist er verlässlicher Unterstützer bzw. Kooperationspartner von wichtigen Naturschutzprojekten in seiner Gemeinde, wie zum Beispiel dem "Life-Projekt Salzachauen" sowie dem Projekt "Flussentwicklung Oichten". Der Rückbau von Kleinwasserkraftwerken an der Oichten, die eine wichtige Verbindungsachse zwischen den Europaschutzgebieten Salzachauen und Oichtenriede darstellt, wäre ohne seine Unterstützung nicht durchführbar. Die Oichten wird damit wieder für Fische und andere Organismen passierbar und fungiert als Lebensader in der Flachgauer Landschaft. Unter seiner Führung wurden auch mehrere Flächen entlang der Oichten unter finanzieller Beteiligung der Gemeinde für Naturschutzzwecke angekauft.

Der Bürgermeister von Lamprechtshausen, Johann Grießner, war wesentlicher Initiator des Moor-Revitalisierungsprojektes im Weidmoos und ist langjähriger Mitstreiter bzw. Motor für dessen Realisierung. Besonders wichtig war seine Rolle bei der Umsetzung des großen Life-Projektes "Weidmoos", das von der Europäischen Kommission als eines der besten Umsetzungsprojekte in Europa eingestuft und als "Best of the best Project" ausgezeichnet worden ist. Grießner ist auch Obmann des Torferneuerungsvereins Weidmoos. Darüber hinaus engagiert er sich für viele weitere ökologische Maßnahmen im Gemeindegebiet, unter anderem auf der Biotopverbundachse zwischen den Europaschutzgebieten Weidmoos und Bürmooser Moor. Bei vielen praktischen Maßnahmen legt er selbst Hand an und leitet auch Führungen im Natur- und Europaschutzgebiet Weidmoos.

Markus Kurcz hat als Bürgermeister von Elixhausen maßgeblichen Anteil an der Rettung des Ursprunger Moors. Ohne sein Engagement in der Gemeinde wäre es nicht möglich gewesen, das langfristige und nachhaltige Projekt einer Renaturierung des Ursprunger Moors und damit die Sanierung des Naturschutzgebietes umzusetzen. So hat er sich insbesondere in den Gesprächen mit den Grundeigentümern eingebracht, damit die erforderlichen Grundflächen zur Verfügung gestellt werden konnten. In der Projektrealisierungsphase war er wesentlicher Motor und in der Gemeinde Verfechter des Projektes. Mit dem Abschluss des Renaturierungsprojektes "Ursprunger Moor" konnte für die Natur im Flachgau ein HotSpot der Biodiversität und für die Gemeinde ein wichtiges Naherholungsgebiet erhalten werden.

Fünf weitere Flachgauer Naturschützer ausgezeichnet

Für die Erhaltung der großen landschaftlichen und biologischen Vielfalt des Flachgaus setzen sich neben den Gemeindepolitikern auch viele weitere Bürgerinnen und Bürger überwiegend freiwillig und ehrenamtlich ein. Fünf davon – nämlich Hiltrud Stockinger, Herbert Höflmaier, Werner Grininger, Reinhard Kaiser und Gerhard Oberholzner - wurden ebenfalls in diesem Jahr mit dem Umwelt-Verdienstzeichen ausgezeichnet.

Hiltrud Stockinger: Engagierte Naturschützerin in Neumarkt

Hiltrud Stockinger ist seit vielen Jahren als sehr engagierte Naturschützerin in der Gemeinde Neumarkt tätig. Unter anderem sorgt sie seit vielen Jahren für die Organisation und Durchführung von Amphibienschutzmaßnahmen in Neumarkt und Henndorf. Sie organisiert und leitet immer wieder mit großem Engagement diverse Exkursionen wie zum Beispiel Kräuterwanderungen und sorgt damit für weitgehendes Verständnis bei Naturschutzmaßnahmen in der örtlichen Bevölkerung. Als aktives Verbindungsglied zwischen Stadtgemeinde Neumarkt und amtlichem Naturschutz ist Stockinger eine besonders wertvolle Hilfe für die Umsetzung des Modellprojekts "Biotopverbund Neumarkt (2011)".

Herbert Höflmaier: Versierter Hobbyornithologe im Weidmoos

Als versierter Hobbyornithologe beobachtet Herbert Höflmaier seit vielen Jahren die Vogelwelt im Europaschutzgebiet Weidmoos. Er beobachtet nicht nur akribisch, welche Arten dieses nach der Vogelschutzrichtlinie der Europäischen Union anerkannte Vogelschutzgebiet besiedeln, sondern dokumentiert auch spektakuläre Neuzugänge. Seine jährlichen Berichte, die er ehrenamtlich erstellt, liefern einen entscheidenden Beitrag für das Gebietsmonitoring und wertvolle Hinweise für das Gebietsmanagement. Mit seinen Daten können Sinnhaftigkeit und Erfolg der im Weidmoos gesetzten umfangreichen landschaftspflegerischen Maßnahmen auf fachlich hohem Niveau untermauert werden.

Werner Grinninger: Gute Zusammenarbeit von Naturschutz und Jagd

Werner Grininger arbeitet seit vielen Jahren äußerst engagiert im Raum Trumerseen ehrenamtlich als Berg- und Naturwachtorgan. Bei seinen vielfältigen Aktivitäten zum Schutz der heimischen Natur setzt er auch seine guten Ortskenntnisse und Verbindungen als Jäger ein. Er ist unter anderem Bezirksjägermeisterstellvertreter im Flachgau und Ausbildungsleiter für den Bezirk Salzburg-Umgebung der Salzburger Jägerschaft. Beim Konflikt um die Lachmöwenkolonie im Weidmoos war er in besonderer Weise um eine Konfliktlösung bemüht. Ein Ausgleich und eine gute Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und Jagd sind ihm besondere Anliegen.

Reinhard Kaiser: Pionier des regionalen Natur- und Landschaftsschutzes

Der Obmann des Torferneuerungsvereins Bürmoos ist ein Pionier des regionalen Natur- und Landschaftsschutzes. 2008 wurde die sehr erfolgreiche Arbeit des Torferneuerungsvereins anerkannt, in dem die der Natur zurückgegebenen Flächen in das europäische Schutzgebietsnetzwerk "Natura 2000" aufgenommen wurden. Als Beispiele der vom Torferneuerungsverein Bürmoos gesetzten Maßnahmen sind die Wiedervernässung des Rodingerwinkels mit dem in jüngerer Zeit hier etablierten vorbildlichen Management zum Schutz des Bibers, die regelmäßige Mahd von Feuchtwiesen nach naturschutzkonformen Zielsetzungen oder Gehölzpflegemaßnahmen zu nennen. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern hat Kaiser ein wahres naturkundliches Kleinod im Norden des Flachgaus geschaffen.

Gerhard Oberholzner: Renaturierungsbemühungen im Ursprunger Moor

Gerhard Oberholzner ist seit mehr als zehn Jahren aktiv in die Renaturierungsbemühungen zur Wiederherstellung des Naturschutzgebietes Ursprunger Moor in Elixhausen eingebunden. Sein Engagement ermöglichte den Durchbruch in den Verhandlungen zur Flächensicherstellung für dieses langfristige Naturschutzprojekt. Mit seinen umfangreichen Bilddokumentationen hat er wesentlich an der Gestaltung zahlreicher Medienberichte oder Publikationen mitgewirkt. Oberholzner hat sich um die projektbegleitende Bewusstseinsbildung verdient gemacht und damit die Akzeptanz für das langfristig orientierte und aufwendige Projekt gefördert. Mit qualifizierten Lehrausgängen mit Jugendlichen, Schülerinnen und Schülern sowie Kindergartenkindern hat er maßgeblich zur Sensibilisierung gegenüber der Naturlandschaft beigetragen.
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