Wenn der Sommer zur Belastung wird
So rüstet sich das Südliche Weinviertel gegen die Hitze
- Theorie und Praxis: Bewusstseinsbildung ist das eine, Umsetzung das andere. Beispielhaft durch das Foto vor der „Grünen Klimaanlage“ in Bad Pirawarth.
- Foto: Region Südliches Weinviertel
- hochgeladen von Claudia Bräuer
Hitzewellen, tropische Nächte und lange Trockenperioden sind längst keine Ausnahme mehr. Auch im Südlichen Weinviertel zeigt sich der Klimawandel immer deutlicher. Die KLAR! (Klimawandel-Anpassungsmodellregion) Südliches Weinviertel setzt deshalb seit Jahren auf konkrete Maßnahmen, um Gemeinden und Bevölkerung besser auf die steigenden Temperaturen vorzubereiten.
SÜDLICHES WEINVIERTEL.„Gut gerüstet für die Hitze“ lautet der aktuelle Schwerpunkt der Region. Dabei geht es nicht nur um Informationen für die Bevölkerung, sondern auch um konkrete Projekte, die Orte lebenswerter und widerstandsfähiger machen.
Hitze ist ein Gesundheitsrisiko
Extreme Temperaturen belasten den menschlichen Körper. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Kleinkinder, chronisch Kranke sowie Personen, die im Freien arbeiten. Hohe Temperaturen beeinträchtigen den Kreislauf, erschweren den Schlaf und können im schlimmsten Fall zu Hitzeerschöpfung oder Hitzschlag führen.
Deshalb stellt die KLAR! Südliches Weinviertel umfangreiche Informationen zur Verfügung. Tipps zum richtigen Verhalten während Hitzewellen reichen vom ausreichenden Trinken und richtigen Lüften über leichte Ernährung bis hin zur gegenseitigen Unterstützung im Alltag. Gerade alleinlebende ältere Menschen profitieren davon, wenn Nachbarn oder Angehörige regelmäßig nach ihnen sehen.
Ergänzend wurden Broschüren wie „Gesund trotz Hitze“ entwickelt. Sie richten sich an die Allgemeinbevölkerung, pflegende Angehörige und Betreuungseinrichtungen und stehen sogar in mehreren Sprachen zur Verfügung. Auch für Kindergärten, Eltern sowie Volks- und Mittelschulen gibt es speziell aufbereitete Unterlagen.
Schutz für jene, die draußen arbeiten
Ein weiterer Schwerpunkt gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bauhöfe und Gemeinden. Sie arbeiten oft stundenlang im Freien – genau dann, wenn die Sonne am stärksten scheint.
Die KLAR!-Informationsunterlagen geben praktische Empfehlungen zu angepassten Arbeitszeiten, ausreichenden Trinkpausen, UV-Schutz, geeigneter Kleidung sowie zum Erkennen von Sonnenstich, Hitzeerschöpfung und Hitzschlag. So wird Klimaanpassung gleichzeitig zu einem wichtigen Beitrag für den Arbeitnehmer- und Gesundheitsschutz.
Begrünung statt Hitzefalle
Neben Information setzt die Region auch auf konkrete Investitionen. Im Rahmen von KLAR! INVEST wurden bereits mehrere Projekte umgesetzt.
So erhielt das Gemeindeamt in Spannberg eine automatische Außenbeschattung für die stark besonnten Glasflächen. Zusätzlich wurden Nussbäume gepflanzt, die künftig natürlichen Schatten spenden. Dadurch konnte sogar auf eine ursprünglich geplante Klimaanlage verzichtet werden.
Auch das Gemeindeamt in Bad Pirawarth wurde begrünt. Eine Fassadenbegrünung mit Staudenbeet sorgt dort nicht nur für ein angenehmeres Mikroklima, sondern bietet auch Bienen und Schmetterlingen wertvollen Lebensraum.
Darüber hinaus entstehen in der Region immer mehr schattenspendende Bäume, begrünte Rastplätze, klimafitte Pflanzungen, Naschgärten sowie entsiegelte Flächen, auf denen Regenwasser wieder versickern kann.
Wasser als Schlüssel
Mit steigenden Temperaturen gewinnt auch der sorgsame Umgang mit Wasser an Bedeutung. Unter dem Motto „Wir schau'n auf unser Wasser“ informiert die KLAR! über Möglichkeiten, Regenwasser in der Region zu speichern. Versickerungsflächen, Zisternen, Rückhaltebecken oder sogenannte Schwammstadtsysteme helfen dabei, Wasser länger verfügbar zu halten und gleichzeitig die Umgebung zu kühlen.
Gemeinsam für kühlere Gemeinden
Auch in der laufenden KLAR!-Periode bis 2028 wird der Schwerpunkt auf Hitzeschutz und Klimaanpassung weiter ausgebaut. Geplant sind zusätzliche Beratungen, Informationsangebote sowie Projekte zur Begrünung und Beschattung öffentlicher Bereiche.
Die Erfahrungen der vergangenen Jahre zeigen: Viele kleine Maßnahmen ergeben gemeinsam einen großen Effekt. Ob Schatten spendende Bäume, begrünte Fassaden, kluges Wassermanagement oder einfache Verhaltenstipps – sie alle tragen dazu bei, dass die Gemeinden des Südlichen Weinviertels auch in Zukunft trotz heißer Sommer lebenswert bleiben.
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