Neuer Kapellmeister in Bad Bleiberg
„Ich möchte die Musik wieder aufleben lassen“

Johannes Kramser ist neuer Kapellmeister in Bad Bleiberg | Foto: KK/Privat
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Seit Mai steht die Bergkapelle Bad Bleiberg unter neuer musikalischer Leitung. Johannes Kramser hat den Taktstock von Christoph Glantschnig übernommen und bringt neue Ideen mit.

BAD BLEIBERG. Nach 23 Jahren hat Christoph Glantschnig den Taktstock übergeben. Damit hat im Mai Johannes Kramser die musikalische Führung der Bergkapelle Bad Bleiberg übernommen. Mit der Musik selbst ist er schon lange verbunden. „Mein Bruder ist Trompetenlehrer und der hat mir damals Trompetenspielen beigebracht“, erzählt der gebürtige Mölltaler. Das war etwa im Jahr 2005 bzw. 2006. Später trat er der Kapelle Großkirchheim bei. Erst über einen Musikkollegen ist er schließlich zur Bergkapelle Bad Bleiberg gekommen. „Ich wurde gefragt, ob ich Interesse hätte, wir haben uns getroffen und es wurde alles geklärt, was die Vorstellungen sind und wie das abläuft. So bin ich eigentlich dazugekommen“, erzählt er.

Einstieg in die Kapelle

Für ihn ist es das erste Jahr in der Kapelle. Doch wie kam es dazu, dass er Kapellmeister wurde? „Sie haben einen Dirigenten gesucht. Christoph Glantschnig wollte externes, frisches Blut in die Kapelle bringen, damit sie einen großen Schritt macht und weiterkommt. Deshalb bin ich eigentlich direkt eingestiegen“, schildert der neue Kapellmeister. Der Einstieg sei dabei gar nicht schwer gewesen. „Ich wurde direkt angenommen“, betont er. Auch wenn er die Sachen etwas anders handhabt, wie etwa bei den Proben, wo fehlerhafte Stellen nicht drübergespielt, sondern angesprochen werden. „Ich habe vielleicht andere Methoden und Zugänge. Aber es ist für alle sehr interessant. Sie sagen schon: ‚Bitte geh nie wieder weg‘, also so verkehrt machen kann ich es gar nicht“, erzählt er mit einem Schmunzeln.

Neue Ideen für die Kapelle

Für die Zukunft hat der neue Kapellmeister schon einige Pläne. Als Beispiel nennt er das Erntedankfest. „Bis jetzt war es immer so, dass die Kapelle abseits vom Hauptgeschehen das Konzert gespielt hat. Das hat die Leute nicht interessiert“, beschreibt er. Deshalb möchte er in Zukunft schauen, dass sie entweder oben ihr Konzert spielen oder ein Quartett direkt bei den Leuten spielt. „Ich möchte für die Leute Musik machen und nicht einfach nur, dass wir halt gespielt haben. Das ist meiner Meinung nach nicht sinnvoll“, betont er. Sein Ziel ist es, mehr herauszuholen und in Bleiberg die Musik wieder aufleben zu lassen. „Ich möchte, dass sie wieder einen höheren Stellenwert hat.“

Musik als Hobby

Seine Verbindung zur Musik beschränkt sich dabei nicht nur auf die Bergkapelle Bad Bleiberg. Kramser ist auch in der Kapelle in Großkirchheim gemeinsam mit seinem Bruder aktiv und ist von den Glocknermusikanten als auch vom Ensemble EdelBlech bekannt. „Musik hat für mich so viel Wert und ich habe meine Familie, die mich unterstützt und mir Rückhalt gibt. Das hilft mir super.“ Diese Freude an der Musik möchte er auch den Musikern in Bad Bleiberg vermitteln. „Leider ist es in vielen Kapellen verloren gegangen, dass die Musik ein Ort ist, wo man Freude hat. Es soll ein Hobby sein, das Spaß macht und nicht etwas, das man macht, weil man es muss. Die Musiker sollten zur Kapelle gehen, weil sie Freude am Spielen haben und nicht, weil sie sagen, es war eh immer so. Das ist der falsche Zugang.“

"Es ist unbeschreibbar"

Für Kramser selbst ist dieses musikalische Jahr ein Höchstjahr in seiner Laufbahn. „Ich hatte bisher kein Jahr mit so viel Musik, und durch das Übernehmen der Kapelle kann ich das machen, was ich mir unter Musik vorstelle“, erzählt er. Denn der Einfluss sei viel größer, als wenn er selbst nur drinnen sitzt bei der Probe. „Wenn ich vorne stehe, bin ich in einer anderen Position. Wenn ich drinnen sitze, höre ich nur die eigene Stimme bzw. die des Nachbarn. Aber wenn ich draußen stehe, kann ich mich auf die ganze Musik hören und das ist ein unbeschreibbares Gefühl“, sagt er abschließend.

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