Mario Huys: Die Menschheit ist überfordert

Tabea mit ihrem Vater Mario Huys
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Wir müssen wieder lernen uns zu bewegen und brauchen eine Struktur.
Wir müssen wieder lernen uns mehr zu bewegen. Es fängt schon in der Kinderstube an. Aus Bequemlichkeit und weil es schneller geht werden die Kinder getragen, mit dem Dreirad umhergeschoben und mit dem Auto chauffiert.
Wir sind überfordert. Wir wollen viel zu viel an einem Tag machen, arbeiten, Sport, ruhen, mit den Freunden was unternehmen und für die Familie da sein. Nur sollten wir uns Prioritäten setzen um glücklich, gesund und zufrieden durchs Leben zu gehen.
Wie viele setzen sich denn heutzutage noch wirklich dreimal am Tag für 30 oder 45 Minuten mit Ruhe an den Tisch um , im Idealfall gemeinsam, zu essen? Dass wären nämlich wichtige Pausen in unserem hektischem Alltag. Wir, vor allem Kinder, brauchen eine Struktur im Leben.
Durch das Medienzeitalter hecheln wir immer nur dem Schönem und dem Besserem hinterher und haben so die Wertigkeit im Leben verloren. Geld verdienen ist nicht alles. Verlorenes kann man nicht mehr aufholen.

Es fängt schon in der Schule an
Welche Kinder beziehungsweise an welchen Schulen werden noch Handstand und Purzelbaum gelernt? Wo wird noch richtig geturnt und welches Kind kann richtig schwimmen? Brustschwimmen ist der schlechteste Stil für unseren Körper. Dabei sollte jeder mit dem Rückenschwimmen und Kraulen anfangen.
Es geht sogar schon so weit, dass Kinder die sich vermehrt bewegen wollen, als abnormal gelten. Extrem viele sind übergewichtig, schleppen das mit sich herum und verlieren an Lebensqualität.
Ein Kind sollte ab sieben Jahren mit einem Basistraining anfangen, ab da versteht es die Technik und das Warum. Vorher ist Alles mehr als Spiel zu sehen. Sie sollen eine Grundmuskulatur aufbauen. Denn fitte Kinder sind auch gut in der Schule und durch Sport lernen sie sich Ziele zu setzen.

Wir müssen was tun um dynamisch zu bleiben
Wir sind bewegungsorientiert und müssen den Abfallstoff, den wir produzieren, loswerden. Wenn wir nichts tun, wohin soll er dann, außer sich durch Beulen bei uns bemerkbar zu machen.
Es kann nicht funktionieren nur durch drei mal 30 Minuten Sport in der Woche abzunehmen. Richtig ist eine Harmonie aus Ernährung, Sport und Ruhephasen. Ideal ist es jeden Tag 30 Minuten Sport zu machen, und das nicht einfach drauflos, sondern durchdacht.
Eine leichte Ernährung ist wichtig, dann ist es auch ein leichtes Sport zu machen. Vor allem mit der richtigen Technik. Nur wer es für sich selbst macht, wird auch motiviert bleiben. Wir müssen auf unseren Körper hören. Was passiert in uns? Wie viele Kalorien verbrauchen wir? Im Schnitt kann man 1900 Kcal annehmen. Bei den Frauen ist es etwas weniger.
Zucker ist eines der größten Übel, das fängt schon mit dem Trinken an. Anstatt Wasser werden Verdünnungssäfte, oder Softdrinks konsumiert. Die Pharmaindustrie freut sich natürlich darüber. Denn jeder will einfach abnehmen. Pillen, Spritzen und Shakes funktionieren dabei auf Dauer nicht.
Bei den Ruhephasen genügen in der Regel die acht Stunden Schlaf in der Nacht. Dabei sollte aber nicht zehn Minuten vorher mit dem Handy herumgespielt oder sogar den Laptop mit ins Bett genommen werden. Das hat nichts mehr mit erholsamen Schlaf zu tun.
Wer gönnt sich denn noch einen echten Erholungstag, der so wichtig wäre. Den man für sich und seine Familie nützt? Jeder sollte sich vor Augen halten, dass er ein Unikat ist, die Persönlichkeit besitzt alles zu erreichen was er will. Jeder hat in sich besondere Stärken und Fähigkeiten. Diese gilt es zu finden und zu fördern.
Wenn du deinem Körper was Gutes tust, bekommst du auch Gutes zurück Ich habe nichts neu erfunden. Ich versuche, dass jeder sein maximales Potential erreicht. Dafür braucht es Zeit. Salopp gesagt, aus einem Esel kann man kein Rennpferd machen. Eine gewisse Härte gehört aber dazu. Stelle sogar die Behauptung auf, dass der Schmerz der beste Freund ist. Wichtig ist es sich Grenzen zu setzen und diese nach einer gewissen Zeit zu verschieben um weiter zu kommen.

Profisport
Ein großes Manko bei uns ist der Neid, die Selbstdarstellung und die Selbstüberschätzung. 25 bis 30 Stunden Training für einen Profi sind im Regelfall genug. Es gibt immer welche die es übertreiben, es extrem betreiben, doch die haben wir im normalen Arbeitsalltag mehr als genug. 10 Stunden vor einem Computer oder im Büro zu sitzen ist ja auch nicht gesund.
Nur Finisher zu sein ist für manche zuwenig. Es ist wichtig, sich klare Ziele zu setzen, denn wenn ich weiß, wo ich hin will, kann ich mich ideal auf mein Ziel vorbereiten.
Bei den Kindern frage ich mich oft, ob sie aus eigenen Beweggründen ihre Sportart ausüben, oder ob der Überehrgeiz der Eltern dahintersteckt, dass sie an Wettkämpfen teilnehmen. Die Eltern sollen die Kinder unterstützen und das Bindeglied zwischen Trainer und Nachwuchs sein. Unser Sport lebt vom Nachwuchs. Die wenigsten Quereinsteiger können ganz vorne mitmischen. Lieber ein paar Starke als viele Schwache in einem Verein und die talentierten Kinder dann kräftig unterstützen, um sie ganz nach vorne zu bringen.

Das Interview führte Erwin Hofbauer, die Fotos wurden von Mario Huys zur Verfügung gestellt.

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