Auf der Tulfeinalm ist Schluss mit lustig

Der aktuelle Pächter hat Grund für Unmut auf der Tulfeinalm.
  • Der aktuelle Pächter hat Grund für Unmut auf der Tulfeinalm.
  • Foto: Happacher
  • hochgeladen von Agnes Czingulszki (acz)

TULFES. Auf der Tulfeinalm hängt der Haussegen zwischen Besitzer – Gemeinde Tulfes – und Pächter – Heidi Kullnig und Robert Hafele – gewaltig schief. Die Liste der Vorwürfe, die man sich gegenseitig an den Kopf wirft, ist lang: Durch die Themenvielfalt – ein nicht behobener Wasserschaden, ein falsch installierter Gasherd, Mitbenutzung der Toilettenanlagen von Liftgästen, unhöfliche Wortgefechte – kommt ein ausgewachsener Streit zum Vorschein. Nun hat dieser Konsequenzen für das Pächterpaar. Am 11. April entschied sich der Gemeinderat einstimmig für die Neuausschreibung des Vertrages, welcher im September des heurigen Jahres ausläuft.

Konflikt mit dem "Neuen"

Wer in diesem Streit recht hat, weiß wohl nur der liebe Gott. Fakt ist jedoch, dass seitdem der neue Bürgermeister in Tulfes im Amt ist, es immer wieder zu Konflikten zwischen dem Pächterpaar der Tulfeinalm und ihm gekommen ist. Der Bürgermeister Martin Wegscheider leitet seit zwei Jahren die Geschicke von Tulfes und ist als Substanzverwalter auch für die Immobilienangelegenheiten der Gemeinde verantwortlich. Er meint: "Bei mir gehen manche Dinge nicht mehr so wie früher, aber hoffentlich muss ich mich nicht entschuldigen, im Sinne der Gemeinde zu handeln." Für Robert Hafele – der seit acht Jahren mit seiner Lebensgefährtin die Hütte betreibt – ist die Entscheidung, den Pachtvertrag nicht zu verlängern, ein harter Schlag ins Gesicht. Er meint im Gespräch mit den BEZIRKSBLÄTTERN: "Wir sind seit acht Jahren mit Leib und Seele auf der Hütte, haben die Zimmer renoviert, den Keller ausgebaut und bekommen von den Leuten durchwegs gute Rückmeldungen. Der Bürgermeister ficht mit mir einen Privatkrieg aus."

Große Einbußen

Er ist verbittert. Das Angebot von Wegscheider, sich neu zu bewerben, will er ausschlagen: "So ein Trottel bin ich sicher nicht." Er wirft dem Bürgermeister vor, in etlichen Angelegenheiten, die die Hütte betreffen, nicht sachgemäß vorgegangen zu sein. Phasenweise gab es kein Wasser auf der Tulfeinalm, die direkt am Zirbenweg und an der Glungezerbahn liegt, und auch mit dem Gasherd gab es immer wieder Probleme. Dadurch seien ihm enorme Einnahmen verlorengegangen.

Harter Konflikt

Der Bürgermeister habe nicht schnell reagiert, die Kommunikation wäre schnippisch gewesen. Diese Anschuldigungen weist Wegscheider entschlossen zurück: "Herr Hafele ist bei Besprechungen im Bürgermeisterbüro immer laut geworden und hat den Schauplatz verlassen. Somit konnte nie konstruktiv an einer Problemlösung gearbeitet werden."
Was bleibt, ist das Unverständnis. "Kein Mensch versteht diese Entscheidung", platzt es aus Hafele heraus "In Zeiten, in denen man händeringend nach guten Pächtern sucht, wird unser Vertrag nicht verlängert." Für ihn hat das Spiel hier noch kein Ende. Hafele stellt eine Klage gegen den Bürgermeister in den Raum. Dieser steht einer solchen auf Anfrage der BEZIRKSBLÄTTER aber gelassen gegenüber.

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