Zum Wohl der Tiere
Hunderte Fische in Mils im Zuge einer Revision umgesiedelt
- Beim Lokalaugenschein in Mils (v.l.): Wolfgang Mark (Universität Innsbruck), Artur Egger (Technischer Vorstand HALLAG), Christian Graber (Fischereiberechtigter), Pius Sommeregger (Leiter Fachbereich Erzeugung HALLAG), Traute Scheiber (Geschäftsführerin Fa. ITS), Jakob Popp-Embleton (Fa. ITS), Daniela Kampfl (Bürgermeisterin Gemeinde Mils)
- Foto: Hall AG
- hochgeladen von Michael Kendlbacher
Im Zuge der Turbinenrevision des Kraftwerks Halltal hat die HALL AG im Milser Feuerbachl kürzlich eine vorsorgliche Fischbergung durchgeführt und die Tiere anschließend schonend in den Haller Gießen übersiedelt.
MILS. Es war eine Aktion, die zum Wohl der Tiere notwendig war. Im Rahmen der Turbinenrevision des Kraftwerks Halltal, hat die HALL AG Mitte März im Milser Feuerbachl eine wichtige Fischbergung durchgeführt. Da der Bach während der Wartungsarbeiten zeitweise kein Wasser führt, wurde vorsorglich eine einmalige Abfischung vorgenommen. Dabei kam eine schonende Elektrobefischung zum Einsatz, anschließend wurden die Fische in den Haller Gießen umgesiedelt. Die Umsetzung der Maßnahmen erfolgte in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden sowie mit fachlicher Unterstützung von Expertinnen und Experten.
„Wir sind froh, dass wir gemeinsam mit der Bezirkshauptmannschaft, der HALL AG, den Anrainern, dem Fischereiverband und weiteren Experten eine gute und vor allem rechtssichere Lösung im Zusammenhang mit den notwendigen Revisionsarbeiten im Kraftwerk Halltal finden konnten", sagt die Milser Bgm. Daniela Kampfl.
- Fische aus dem Milser Feuerbachl wurden schonend entnommen und in ein geeignetes Gewässer übersiedelt.
- Foto: Symbolbild (Pixabay)
- hochgeladen von Michael Kendlbacher
Umsiedlung war notwendig
Das Milser Feuerbachl bietet aufgrund seiner baulichen und ökologischen Gegebenheiten nur eingeschränkt geeignete Lebensbedingungen für Fische und ist daher nicht als dauerhafter Lebensraum vorgesehen. Mitte März wurden deshalb 207 Koppen und 95 Bachforellen unter günstigen Bedingungen schonend entnommen und in ein geeignetes Gewässer umgesiedelt. „Wir waren positiv überrascht. Das Gewässer ist stark verbaut und fischökologisch eher in einem schlechten Zustand, daher war ein so hoher Bestand nicht zu erwarten. Es konnten trotz schwieriger Rahmenbedingungen Fische aller Altersklassen nachgewiesen werden. Bachforellen zählen bereits zu den eher bedrohten Arten. Dass rund 100 laichfähige Bachforellen gesichert werden konnten und die Tiere in ein geeignetes Gewässer umgesetzt wurden, ist ein besonders wertvoller Beitrag für den Fortbestand", so Wolfgang Mark, vom zoologischen Institut der Universität Innsbruck.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich im Milser Feuerbachl trotz der stark eingeschränkten Lebensraumbedingungen ein Fischbestand entwickeln konnte, der nun durch die Umsiedlung in den Haller Gießen gesichert wurde. Das Projekt wurde in enger Abstimmung mit Behörden, Fachstellen und Interessensvertretungen umgesetzt. Ziel war es, im Zuge der technischen Maßnahmen eine verantwortungsvolle und nachhaltige Lösung für Natur- und Tierschutz sicherzustellen. „Die Ergebnisse zeigen eine erstaunlich gut strukturierte Population, von Jungfischen bis hin zu großen, laichfähigen Individuen. Das Projekt zeigt sehr deutlich, dass sich technische Nutzung und Gewässerökologie nicht ausschließen, sondern bei entsprechender Planung sinnvoll ergänzen können", meint Gewässerökologe Jakob Popp-Embleton. Erfreut über die gelungene Umsiedlung ist auch Christian Graber, von der Fischereiaufsicht. „Dieses Projekt ist ein echtes Vorzeigebeispiel dafür, wie Stromerzeugung, Fachplanung und Fischereibewirtschaftung gemeinsam sehr gute Ergebnisse erzielen können. Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten hat hervorragend funktioniert."
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