Zwei Großprojekte und viele Fragen
Inklusions-Wohnungen und großer Nahversorger im Herzen von Mils geplant

Im Herzen von Mils, am Areal des Netzwerk St. Josef, sind Inklusion-Wohnungen und ein Nahversorger geplant. (MPreis)
  • Im Herzen von Mils, am Areal des Netzwerk St. Josef, sind Inklusion-Wohnungen und ein Nahversorger geplant. (MPreis)
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Zwei geplante Bauprojekte mitten im Ort in der Gemeinde Mils sorgen für Diskussionen im Gemeinderat. Inklusions-Wohnungen für 48 Klienten und ein Nahversorger sollen auf einem größeren Areal Platz finden.

MILS. In der Gemeinde Mils ist nach dem Bau der Bio-Pilze Produktionsstätte nun ein weiteres Großprojekt geplant. Das Netzwerk St. Josef, geführt von den Barmherzigen Schwestern Zams, möchte auf ihrer Liegenschaft Inklusions-Wohnungen bauen. Auf dem ausgedehnten Areal sollen acht Häuser entstehen, wo jeweils sechs Klienten Platz finden sollen. Obendrein ist ein größerer Nahversorger angedacht (MPreis). Das Netzwerk möchte daher 48 Klienten auf dem neugestalteten Areal unterbringen. Die Wohneinheiten sollen über das ganze Gelände verteilt werden, wie diese Anforderungen auf dem Gesamtareal umgesetzt werden, muss noch geklärt werden, erklärt Bernhard Guggenbichler, GF der sozialen Einrichtungen der Barmherzigen Schwestern. Möglicher Bauträger für das Großprojekt ist die Wohnungseigentum (WE).

„Noch sind keine Entscheidungen gefallen"

Schon in der Vergangenheit wurden Klienten des Netzwerks schrittweise in kleineren Wohngruppen untergebracht. Solche entstanden etwa in Hall, Schwaz oder Baumkirchen. „Abhängig von der Planung brauchen wir für sechs Klienten ca. 200 bis 250 m² Wohnnutzfläche. Es braucht eine vernünftige Verteilung über das ganze Gelände, damit wir den Inklusionsgedanken und die Vorgaben des Landes umsetzen können", so Guggenbichler. Laut Bgm. Peter Hanser soll das Projekt in drei Bauphasen umgesetzt werden. Eine Widmungsänderung sowie ein Bebauungsplan werden dazu noch benötigt. In der ersten Bauphase könnten anstatt des Mitarbeiterparkplatzes ein Nahversorger und 16 Wohnungen entstehen. Erst kürzlich gab es eine nicht öffentliche Sitzung mit allen Beteiligten (Gemeinderäte, Vertreter des Mutterhauses, Raumplaner), darunter auch MPreis-Chef Peter Paul Mölk, der Interesse hat, einen Nahversorger zu bauen. „Noch sind keine Entscheidungen gefallen, es war ein erster Informationsaustausch, wo die Gemeinderäte ihre Fragen stellen konnten. Es wird nichts überstürzt", betont Hanser.

Kritik vom Gemeinderat

Für die Milser Gemeinderäte sind noch einige Fragen zu klären. GR Clemens Schuhmacher (Grüne) ist der Meinung: „Gerade bei einem Projekt dieser Größenordnung braucht es auch die Einbindung der Bevölkerung. Hier würden wir uns eine Gemeindeklausur wünschen." GV Peter Wurm (FPÖ) ist für die Einrichtung einer eigenen Projektgruppe, „weil es bei dieser Größenordnung durchaus Sinn ergibt. Für Schnellschüsse sind wir nicht zu haben", so Wurm. Auch der GV Christian Pittl (Lebenswertes Mils) steht dem Projekt eher kritisch gegenüber: „Für mich kommt ein Neubau nicht infrage, solange nicht geklärt ist, was mit dem Altbestand passiert." Der Ortschef erklärt, dass schon im März letzten Jahres eine Fraktionssitzung mit allen sechs Fraktionen einberufen wurde und ein Projekt mit 14 Wohnungen davon zwei Inklusions-Wohnungen plus Nahversorger vorgestellt wurde. Hanser versteht den Entscheidungswandel der Gemeinderäte nicht. Damals standen (wie auf Protokoll angeführt) noch alle Fraktionen dem Projekt positiv gegenüber.

Nachbarn besorgt

Über die Idee eines neuen Nahversorgers am Standort des Mitarbeiterparkplatzes (Netzwerk St. Josef) sind die Nachbarn nicht erfreut. Es wird befürchtet, dass dadurch mehr Verkehr und Lärm entsteht. Geplant ist auch eine Online-Petition gegen den neuen Nahversorger. „Wir fordern ein, dass man uns dieses Areal so präsentiert, dass es auch sinnvoll genutzt werden kann", erklärt Josef Pittl, Sprecher der Bürgerbewegung. Offen ist auch das Schicksal der zwei miniM-Märkte im Norden und Süden der Gemeinde.

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