06.01.2018, 11:38 Uhr

Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut...

Noch immer bewegt der Empfang eines Kaisers die Herzen des Volkes...

Der Gemischte Chor Kirchbach präsentierte ein überaus gelungenes Neujahrskonzert der ganz besonderen Art.

KIRCHBACH (jost). Bereits anno 1930 wurde Ralph Benatzky’s „Weisses Rössl“ in Berlin uraufgeführt, und hat während der letzten 88 Jahre nichts von seinem ansteckenden Charme der damaligen österreichischen Sommerfrische am Wolfgangsee und der belebend ansteckenden Leichtigkeit bekannter Operetten-Melodien eingebüßt.

Gelungener Schritt

Vor diesem Hintergrund ist es überaus erfreulich, dass nunmehr der Gemischte Chor Kirchbach unter Katharina Wastl dieses schon länger geplante Thema in sein Repertoire aufgenommen und als alternatives Neujahrskonzert souverän umgesetzt hat.
Ein ansteckend erfrischender und positiver Schritt in das neue Jahr, gespickt mit bekannten Ohrwürmern und großartigen schauspielerischen Leistungen aller Akteure.
Die allseits bekannte Handlung spielt im „Weissen Rössl“ am Ufer des Wolfgangsees, wo das damalige touristische „Treiben“ zur Kaiserzeit vom Kirchbacher Ensemble authentisch und unverfälscht dargestellt wird. Und es geht natürlich um aufkeimende Liebschaften, die sich beispielsweise zwischen der deutschen Unternehmerstochter Ottilie und dem von Amor’s Pfeilen geimpften Münchener Rechtsanwalt Siedler entwickeln. Auch die vorerst verschmähte Liebe des legendären Oberkellners Leopold zur Rössl-Wirtin Josepha findet schlussendlich im passend heimeligen Ambiente des Weissen Rössls ein glückliches Ende. Selbstverständlich auch „Großer Bahnhof“ und helle Begeisterung für den per Schiff angereisten Kaiser Franz Joseph.

Optimale Besetzung

Katharina Wastl ist es jedenfalls voll gelungen, die Rollen dieser Produktion, die insgesmt drei mal aufgeführt wird, optimal zu besetzen. Mit Andrea Zechner als Rösslwirtin Josepha, Roman Wastl als Leopold, Obmann Klaus Plunger als Rechtsanwalt Siedler, Martina Einetter als Unternehmer Giesecke, Nadin Patterer als Tochter Ottilie, Erwin Themessl als Sigismund Sülzheimer, Helga Scheiber als Frau Hinzelmann, Carmen Schabus als Tochter Klärchen und schlussendlich auch Walter Buchacher als Kaiser Franz Joseph ist das Rückgrat der handelnden Personen perfekt gegeben und damit war der Gesamterfolg vorprogrammiert.

Erfrischend live, ohne Technik

Nicht zuletzt war es auch die souveräne Klavierbegleitung der zahlreichen Ohrwürmer durch Vera Lamprecht, die das Publikum begeisterten. Melodien wie „Es muß was Wunderbares sein, von Dir geliebt zu werden“, „Im weißen Rößl am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür“ oder „Im Salzkammergut, da ka’ mer gut lustig sein“ und viele andere sind seit Generationen bestens bekanntes österreichisches Liedgut.
Was darüberhinaus sehr positiv aufgefallen ist: Alles live und unverfälscht, kein Playback, keine elektronischen Verstärker, dafür engagiert gelebter Idealismus, waschechte und authentisch österreichische Gemütlichkeit, Prädikat „sehenswert“. Um es mit den Worten Kaiser Franz Joseph’s zu sagen: „Es war sehr schön, es hat uns sehr gefreut...“

Bei der Premiere vor vollem Haus u.a. gesehen: Herwig Schwarz, Erwin Einetter, Peter Allmaier, Heribert Patterer, Wilfried und Fini Eder, Markus Astner, Otmar Zankl, Dorli Sagmeister, Gerfried Dutter, Andi Jenul u.v.a.

Fotos: Hans Jost
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