Verschmutzung und Lärm am Grillplatz auf der Rohrerbadwiese
Angst vor der neuen Grillsaison

Das Grillverbot ist seit 13. April aufgehoben.
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Anwohner wehren sich gegen Lärm und Verschmutzung rund um den Grillplatz Rohrerbadwiese.

HERNALS. Der Grillplatz liegt mitten im Gebiet des Biosphärenparks Wienerwald. Ein beliebtes Erholungsgebiet, natürlich auch für Liebhaber des heißen Grills. Dass seit 13. April die Grillsaison offiziell eröffnet ist, lässt Anwohner rund um die Rohrerbadwiese das Schlimmste befürchten.
Von Jahr zu Jahr sollen die Zustände am Grillplatz und im Wald schlimmer werden. "Egal, welche Nation dort vertreten ist: Es herrscht absolut keine Kultur. Abgesehen von der enormen Rauchentwicklung dröhnt Musik aus Subwoofern und die Notdurft wird vor unseren Gärten verrichtet", schildert Stefan Rath, Bewohner der benachbarten Exelbergstraße. Laut Rath sollen bei Schönwetter hunderte Menschen den Grillplatz bevölkern.

Videos als Beweis

Als Beweis legt er im Gespräch mit der bz auch Videos vor, welche die Lärmentwicklung und die Verschmutzung durch Fäkalien dokumentieren. "Hier braucht niemand von einem Biosphärenpark zu sprechen. Es wurden hier auch schon Hochzeitsfeiern bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Wir wollen das Grillen nicht verbieten, aber es muss Regeln geben", meint Rath.

Alles Menschenmögliche

Auf Nachfrage bei der zuständigen MA 49 – Forstamt wurde versichert, dass man alles Menschenmögliche versuche, um die Situation in den Griff zu bekommen. Die Grillaufsicht sei zwölf Stunden am Tag vor Ort und werde bei Bedarf auch von der Polizei unterstützt. Die vorhandenen Toiletten würden regelmäßig ausgepumpt und gereinigt. Um der Gefahr einer zu großen Menschenmenge vorzubeugen, hat die Grillaufsicht strikte Order, Leute auch wegzuschicken. "Wir tun alles, was in unserer Macht steht. Was in der Nacht passiert, können wir nicht beeinflussen", rechtfertigt sich Josef Ebenberger von der MA 49.

"Ausmaß ist zu groß"

Kurt Kossek (FPÖ) will die Anwohner unterstützen: "Niemand hat etwas gegen das Grillen, aber dieses Ausmaß ist zu groß. Es muss alles in einem erträglichen Rahmen bleiben." Neben der Rauchentwicklung, dem Lärm und der Verschmutzung stößt Kossek auch die Parkplatzsituation sauer auf: "Es müssen ordentliche Begrenzungen geschaffen werden. Die Autos stehen kreuz und quer in den Wald hinein."

Verständnis für die Anrainer hat auch Bezirksvorsteherin Ilse Pfeffer (SPÖ): "Ich verstehe die Beschwerden, aber mit Verboten oder einer Schließung ist nichts gewonnen. Dann wird woanders gegrillt, wo wir es schon gar nicht haben wollen." Sie vertraue auf die Kontrollen der MA 49 und die menschliche Vernunft.

Laut Polizei hat sich die am Grillplatz vorherrschende Parkplatzsituation gebessert. Falschparker würden bei hohem Besucherandrang natürlich angezeigt. Eine Häufung von Beschwerden könne nicht bestätigt werden.
Für Kurt Kossek ist das nicht verwunderlich: "Seit vielen Jahren herrschen hier unmenschliche Zustände. Viele Anwohner haben deshalb schon aufgegeben."

Das Grillverbot ist seit 13. April aufgehoben.
Nach dem Grillen bleibt der Müll oft einfach liegen.

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