St. Andräer Volksschüler als Polizisten auf den Spuren der Raser

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HERZOGENBURG/ST. ANDRÄ. Der Weg zur Schule bringt viele Kinder täglich in heikle Verkehrssituationen. Statistisch gesehen ist jeder sechste Verkehrstote ein Fußgänger. Hauptursache für tödliche Verkehrsunfälle ist die Überschreitung des Tempolimits. Standarderhebungen des KFV zeigen, dass österreichweit rund siebzig Prozent der Pkw-Lenker Tempo-30-Limits im Ortsgebiet ignorieren, und fast sechzig Prozent überschreiten das Tempo-50-Limit. Dabei wird häufig der Anhalteweg unterschätzt: Siebzig km/h statt fünfzig km/h bedeuten eine Verlängerung des Anhaltewegs um achtzehn Meter. Und mit der Höhe der Geschwindigkeit nimmt leider auch die Bereitschaft, vor dem Schutzweg anzuhalten, ab.

Spielerisch richtiges Verhalten im Straßenverkehr lernen

Mit der bewährten Kampagne „Nimm dir Zeit für meine Sicherheit“ greifen die AUVA-Landesstelle Wien und das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) die Thematik „Schnellfahren“ vor Schulen auf. Damit leistet man einen wichtigen Beitrag für den Schutz der Schulkinder in Niederösterreich vor Verkehrs- und Schulwegunfällen. Die Schüler erlernen spielerisch richtiges Verhalten im Straßenverkehr und übernehmen die Verkehrserziehung der Erwachsenen. Gestern war die Aktion in der Volksschule St. Andrä zu Gast.

Bewusstsein für schwächste Verkehrsteilnehmer schaffen

Die AUVA-Landesstelle Wien und das KFV setzen gemeinsam mit Volksschülern und mit Unterstützung der Polizei im Jahr 2019 die Kampagne „Nimm dir Zeit für meine Sicherheit“ in Niederösterreich fort. Das Ziel: Bei allen Kraftfahrzeuglenkern Bewusstsein für die Schwächsten im Straßenverkehr zu schaffen. Ziel ist es, allen Verkehrsteilnehmern vor Augen zu führen, dass überhöhte Geschwindigkeit – gerade im Schulumfeld – unsere Kinder gefährdet. Tempolimits einzuhalten bedeutet, das Unfall- und Verletzungsrisiko zu reduzieren und Fußgänger – besonders Schulkinder – im Straßenverkehr zu schützen.

Süßes oder Saures...

Am Aktionstag übernehmen die Schulkinder die Rolle der Verkehrserzieher. Mit Hilfe von Polizei und Aktionsbetreuern messen sie vor der Schule die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge. Wer sich an Tempolimits hält, wird gelobt und bekommt einen „süßen“ Apfel. Wer zu schnell ist, wird nett ermahnt und bekommt eine „saure“ Zitrone. "Mit der Aktion erfüllen wir zwei wichtige Aufgaben auf einmal: Die Schüler erlernen spielerisch richtiges Verhalten im Straßenverkehr und übernehmen die Verkehrserziehung der Erwachsenen. Mit Hilfe einer mobilen Tempoanzeige oder der Messpistole können sie die Geschwindigkeit herannahender Fahrzeuge selber messen und lernen so, die Geschwindigkeit besser einzuschätzen. Gleichzeitig werden die Fahrzeuglenker – mit Hilfe der Kinder – zu mehr Achtsamkeit und Rücksicht im Umfeld einer Schule animiert.“, sagt Bernd Toplak, Präventionsexperte der AUVA- Landesstelle Wien.

Fahrzeuglenker werden persönlich von ganzer Schulklasse belehrt

Die Aktion ist ein wertvoller Bestandteil der schulischen Verkehrserziehung. Der positive Aspekt: Die Fahrzeuglenker werden persönlich angesprochen und für die Gefährlichkeit mancher Verkehrssituation sensibilisiert. Wenn Raser von der Polizei zur Kasse gebeten werden, ist dies eine unangenehme Sache. So richtig peinlich wird es aber, wenn eine ganze Klasse von Schulkindern um mehr Rücksicht bittet. "Die Fahrzeuglenker werden aus der täglichen Routine wachgerüttelt und sind dann hoffentlich gerade im Bereich von Schulen wieder konzentrierter unterwegs.“, so Toplak. „Die teilnehmenden Schüler arbeiten aktiv mit und haben Spaß an der Kommunikation mit den angehaltenen Lenkern. Eine KFV- Evaluation der Aktion hat uns gezeigt, dass diese Aktion einen sehr wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leistet und von Eltern wie Kindern gerne angenommen wird.", sagt Sabine Kaulich, Verkehrsexpertin vom KFV.

Vorbereitung und Nachbetreuung

Zusätzlich zum Aktionstag erfolgt eine Vorbereitung und Nachbetreuung der Aktion in den Klassen. Basis dafür sind umfassende Unterrichtsbehelfe, die den Schulen zur Verfügung gestellt werden.

Autor:

Sarah Loiskandl aus Herzogenburg/Traismauer

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