Feuerbestattung zunehmend auch am Land stärker nachgefragt

Der Trend zur Feuerbestattung hält an. Sind im Jahr 2012 noch 16 Prozent aller in Niederösterreich durchgeführten Bestattungen Feuerbestattungen gewesen, stiegen diese 2015 bereits auf 19 Prozent und im Jahr 2016 auf 23 Prozent an. „Vor allem nimmt die Zahl der Leute zu, die die Urne mit nach Hause nehmen“, erklärt Katharina Strack-Dewanger, Innungsmeisterin der Bestatter Niederösterreich in der NÖ Wirtschaftskammer, dem NÖ Wirtschaftspressedienst.

Da gehe allerdings oft die Möglichkeit verloren, sich vom Verstorbenen in feierlichem Gedenken zu verabschieden. „Deshalb weisen wir als Bestattungsunternehmen in beratenden Gesprächen darauf hin, wie wichtig solch ein solches Abschiedsritual ist.“ Die Verabschiedung selbst könne man sehr individuell gestalten. Das gilt sowohl für die Reden oder Musik, als auch für die Demonstration mit Luftballons, die zum Himmel aufsteigen, oder auch für ein Feuerwerk.

Urnengräber sind noch üblich in den Städten und in ihrer Nachbarregion. In den ländlichen Regionen gibt es immer mehr Personen, die sich für eine Feuerbestattung entscheiden. Erst im Jahr 2016 hat die vatikanische Glaubenskongregation mit einer Änderung die Tür geöffnet: Es sei zwar aus pastoralen Gründen der Erdbestattung der Vorrang zu geben, aber wenn die Asche an einem heiligen Ort aufbewahrt wird, wie am Friedhof oder in einer Kirche, sei eine Feuerbestattung im Sinn der katholischen Lehre. Die Aufbewahrung der Urne daheim ist allerdings weiterhin nicht gestattet.

Beim Ausstreuen der Asche in der Natur stimmt die Kirche nur dann zu, wenn damit gleichzeitig die Namensnennung des Verstorbenen erfolgt mit eindeutiger Kennzeichnung des Ortes. Eine anonyme Bestattung nämlich widerspreche dem christlichen Glauben. Innerhalb der Feuerbestattungen nimmt die Naturbestattung zu. Als Grund führt Strack-Dewanger an, dass Naturbestattungsanlagen, wie sie auch in Niederösterreich verbreitet sind, biologisch abbaubar sind und dass bei solchen Anlagen die Grabpflege wegfällt.

Trotzdem sagt Strack-Dewanger, dass sich ihre Kunden noch immer zumeist für die Erdbestattung entscheiden. Denn diese habe Tradition und einen hohen Stellenwert. (jm)

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