Mobbing: 12-Jähriger verlässt die Schule

Nach 1 1/2 Jahren in einer NMS im Bezirk Horn hatte der 12-jährige Schüler genug.

BEZIRK HORN. In der Volksschule war es schön, da gab es keinerlei Probleme. In der NMS im Bezirk Horn hingegen startete die Problematik bereits am ersten Tag. Lukas (Name geändert) wurde beschimpft und gemobbt. Er hat lange Haare, seit er im TV gesehen hat, dass man sie für krebskranke Kinder spenden kann, ließ er sie wachsen - die Frisur gibt Grund zum Mobben. "Wir bringen dich um", "Wir zünden dich an", "Ich stech dich ab", hat er sich schon oft anhören müssen.

Jede Pause etwas anderes

Jede Pause gibt es etwas anderes. Einmal wird ihm heißer Kakao auf den Pulli (den Arm) geschüttet, ein anderes Mal ein Sessel ans Schienbein gestoßen. "Im Unterricht geben sie sich Zettel, darauf machen sie sich aus, was sie gegen mich in der nächsten Pause machen werden... Oder sie zeichnen einen Penis, schreiben meinen Namen dazu und zeigen sich das gegenseitig." Es gibt zwei "Rädelsführer", die sich was ausdenken und ein Mädchen, das es dann weiterverbreitet. Acht Kinder in der Klasse machen mit, fünf nicht - die werden jetzt z.T. auch gemobbt.

Hier gibt es kein Mobbing

Das letzte Mal, nach einem krassen Zwischenfall, hat er so geweint, "mein Pullover am Arm war schon ganz nass deswegen", ging er zum Lehrer, klagte sein Leid. Der Lehrer stand vor ihm und sagte nur: "An dieser Schule gibt es kein Mobbing." Da hatte der Bub genug und erzählte es den Eltern. Die waren sofort beim Direktor. Der sagte aber ebenfalls, es gebe an der Schule kein Mobbing, erzählen die Eltern enttäuscht.
Statement Direktor: "Das ist richtig, das ist kein Mobbing. Ich habe mit den Schülern gesprochen. Man muss alles von zwei Seiten sehen. So wie man in den Wald reinruft, so kommt es zurück. Man muss sich in einer Gruppe integrieren, egal wo."
Mobbing passiert in der Regel nicht vor den Augen der Lehrerinnen und Lehrer, meist in den Pausen oder nach dem Unterricht. Mobbingopfer haben oft lange nicht den Mut, sich mitzuteilen. Einer Schulsozialarbeiterin (Hilfswerk) an der Schule hat er sich schon vor langem anvertraut. Aber erst jetzt, nachdem die Eltern bei ihr waren, soll es Gespräche mit der Klasse geben. Ein Mitschüler hat alle Angaben bestätigt. Lukas beschloss aber schon vorher, die Schule zu wechseln.

Homepage für Opfer

"Jetzt erzähl ich erst recht die Geschichte, damit es anderen Kindern nicht so geht wie mir", sagt er. Er möchte eine Homepage erstellen, wo sich andere Kinder (Opfer) bei ihm melden können und er ihnen mit Trost und Rat helfen möchte.

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