29.03.2017, 13:41 Uhr

WO[MAN] & WORK
 Horn, 29. März 2017

(Foto: AMS Horn)

Nach der Babypause: Gut informiert und kompetent zurück in den Job!

HORN. Über 30 Wiedereinsteigerinnen nützen heute das vielfältige Angebot des AMS-Horn und dessen Partnerorganisationen zum Thema Arbeitsmarkt und Jobsuche, Aus- und Weiterbildung, Kinderbetreuung, finanzielle Leistungen und vieles mehr.
Mit an Bord waren auch AK-Horn, WK-Horn, NÖGKK-Horn, Bildungszentrum Sigmundsherberg, Verein Zentrum für Beratung, Frauenberufszentrum Waldviertel, FIT (Frauen in Handwerk und Technik) und Hilfswerk .

"Wir stellten auch Kinderbetreuung zur Verfügung, damit sich unsere Gäste rund um und vor allem in Ruhe informieren konnten" so AMS-HORN-Leiter Ferdinand Schopp.

Betreut wurde die Kundinnen von der Stv.Leiterin des AMS Horn Herlinde Bentz MA, Eveline Lenz und Claudia Ponstingl (Foto)

Frauen am Arbeitsmarkt weiter unter Druck

Ende Februar waren über 1.100 Personen beim AMS-Horn davon knapp 400 Frauen. Fast 100 waren arbeitslos, die nach Familien- oder Babypause wieder Anschluss an das Berufsleben suchen.

„Nach wie vor stellen wir fest: Verschlechtern sich die Rahmenbedingungen am Arbeitsmarkt, so trifft das vor allem jene, die aus verschiedenen Gründen – zum Beispiel niedrige Qualifikation, Betreuungspflichten und deshalb geringere zeitliche Flexibilität – schlechtere Chancen haben, beruflich Fuß zu fassen. Frauen laufen also Gefahr, verdrängt zu werden bzw. sich vom Erwerbsleben ganz oder teilweise zurückzuziehen“, weiß AMS Horn Leiter Ferdinand Schopp.

Um die Erwerbsbeteiligung der Frauen zu fördern bzw. die Ausgrenzung vom Arbeitsmarkt zu verhindern, setzt das Arbeitsmarktservice Schwerpunkte:

Mit Kompetenz zurück ins Berufsleben:
Ein maßgeschneidertes Seminarangebot für WiedereinsteigerInnen bietet das AMS mit 12-wöchigen halbtags geführten Kursen „Wiedereinstieg mit Zukunft“. Heuer haben 36 HornerInnen Gelegenheit, ihre berufliche Zukunft neu zu planen, sich auf den Wiedereinstieg in der Gruppe mit „Gleichgesinnten“ gut vorzubereiten und jenen Job zu finden, der zu ihnen passt.


Mit den niederösterreichweit flächendeckend eingerichteten Frauenberufszentren steht jobsuchenden Frauen ein maßgeschneidertes Programm zur Perspektivenentwicklung zur Verfügung. Das Angebot des Frauenberufszentrums umfasst sowohl Einzelberatung als auch Coachings und Workshops in Gruppen.

Ausbildungen in handwerklich-technischen Berufen:
Das Programm FiT – Frauen in Handwerk und Technik – beinhaltet ein umfassendes und auf den individuellen Bedarf ausgerichtetes Beratungs- und Kursangebot mit dem Ziel, Frauen eine Ausbildung bis hin zum Lehrabschluss in einem handwerklich-technischen Bereich oder sogar ein entsprechendes Fachhochschulstudium zu ermöglichen. Im Jahr 2017 stehen im Waldviertel für 100 Frauen Kursplätze im FiT-Programm zur Verfügung (für Clearing und Perspektivenerweiterung). Und diese Frauen können dann im Anschluss eine zertifizierte Ausbildung im Bereich Handwerk und Technik absolvieren. „Auch Wiedereinsteigerinnen nehmen dieses Kurangebot gerne in Anspruch!“, weiß der AMS Horn-Chef.

Genderbudgeting groß geschrieben!
Obwohl im Jahresdurchschnitt mit 67% mehr Männer als Frauen arbeitslos vorgemerkt sind, hat das Arbeitsmarktservice Horn knapp 50% aller finanziellen Mittel aus dem Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik für Frauen reserviert!


Gründe, warum es gilt, Frauen am Arbeitsmarkt zu fördern und zu unterstützen!

Frauenerwerbsquote steigt, aber: Teilzeit und geringfügige Arbeit ist im Vormarsch:
Die Erwerbsquote der Frauen in Horn liegt bei 78,9%.
Die Zunahme der Frauenerwerbstätigkeit ist allerdings in erster Linie auf den starken Anstieg von Teilzeitarbeit zurück zu führen. Mittlerweile arbeiten rund vier von zehn (nieder-)österreichischen Frauen in Teilzeit. Auch die „geringfügige“ Beschäftigungsform ist im Vormarsch. Die Mehrheit – 61,3% – der geringfügig Beschäftigten sind Frauen!

Niedrigeres Einkommen, geringeres Arbeitslosengeld, höheres Armutsrisiko:
Aus dem niedrigeren Einkommen ergeben sich auch geringere Pensionsansprüche. Durch die schrittweise Anhebung des Durchrechnungszeitraumes der Pensionsgrundlage auf 40 Jahre und das Fallen des Heranziehens der besten 15 Jahre erzielen Frauen, die beispielsweise wegen Kinderbetreuung in Teilzeit arbeiten, schlechtere Pensionsansprüche. Frauenpensionen werden unter die Armutsgrenze sinken (unter 13.244 Euro für Einpersonenhaushalte pro Jahr; Statistik Austria 2016).

Schlechtere Ausbildung, weniger Jobchancen:
2016 hatten 37,6% aller arbeitslosen Frauen in Horn nicht mehr als den Abschluss der Pflichtschule vorzuweisen. Bei den Männern waren es „nur“ 33,1%.

Beispiele, die zeigen, dass es für Frauen am Arbeitsmarkt auch „voran“ geht!

Mehr Frauen starten beruflich wieder durch!
Im Vergleich zum Vorjahr ist in den ersten beiden Monaten im Jahr 2017 bereits um 20,7 % mehr die Rückkehr ins Berufsleben gelungen, und dies – trotz schwieriger Bedingungen am Arbeitsmarkt. Bei den Männern waren es 10,3%. Damit verzeichnen die Frauen in Horn mehr zusätzliche Arbeitsaufnahmen als Männer.

Nach der Babypause kompetent zurück in den Job:
Im letzten haben 65 Wiedereinsteigerinnen eine Arbeit aufgenommen. Das sind um 41,3 % mehr als im Jahr 2015.

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