Neophyten eindämmen
Pflanzeneindringlinge sollen bekämpft werden

japanische Staudenknöterich
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Als Neophyten werden eingewanderte oder von Gärtnereien importierte Pflanzen bezeichnet, deren Überwuchs die heimische Pflanzenlandschaft nachteilig verändert. Sie sind auch nicht ungefährlich, beispielsweise löst etwa die Ambrosia allergisches Asthma aus und der Riesenbärenklau führt bei Berührungen zu starken Verbrennungen, der japanische Staudenknöterich in der Lage Betonfundamente zu sprengen. Diesen Eindringlingen soll jetzt der Kampf angesagt werden, aber mit System.

BEZIRK IMST/LANDECK (ps). "Es bringt wenig, die überall wachsenden, flächendeckenden Neophyten wie das drüsige Springkraut oder auszureißen und irgendwo hinzuschmeissen", so Konrad Pagitz vom Neophytenkompetenzzentrum. Der Kampf gegen diese importierten Pflanzenarten, die heimische Blumen und Gräser zurückdrängen und bereits enormen Schaden in der Bodenkultur und dem Landschaftsbild angerichtet haben, sei nur mit einem nachhaltigen Vernichtungsprogramm zu gewinnen. "Ausreißen ist zu wenig, es geht auch darum durch fachgerechte Entsorgung die Verbreitung des Pflanzensamens und der Wurzeln zu verhindern. Da immer weniger Entsorgungsbetriebe bereit waren, diese Problemsammlungen anzunehmen, mussten weite Strecken in Kauf genommen werden, das war bisher kostspielig und aufwendig", erklärte Professor Pagitz weiter. 

japanische Staudenknöterich

Schulterschluss am runden Tisch

Bei einem runden Tisch von Landwirtschaftskammer, ÖBB, ASFINAG, Baubezirksamt und Vertretern von Regionalmanagement und Obst- und Gartenbauverein wurde der Grundsatzbeschluss gefasst, den Neophyten den Garaus zu machen. Eine Frucht dieser Zusammenarbeit ist nun auch das Forschungsprojekt in der Biogasanlage Roppen. "Hier laufen Versuche, das Pflanzenmaterial im Zuge der Kompostherstellung unschädlich zu machen. Bei bisherigen Untersuchungen der Komposterde wurde nie keimfähiges Material gefunden, das lässt uns auch bei Neophyten hoffen. Die Rubinie hat als erste von dreizehn Arten die Anlage nicht überlebt, das kann schon einmal festgehalten werden", Konrad Pagitz abschließend. 

Problemlösung in Sicht

"Bei der AB West (Abfallbeseitigungsverband Westtirol) arbeiten wir in mehreren Schritten im Temperaturbereich von 50 bis 55 Grad. Wird bei den Versuchsreihen jetzt festgestellt, dass das Pflanzenmaterial vollkommen zerstört wurde, kann die Maßnahme von allen Biogasanlagen in ganz Österreich durchgeführt und gleich übernommen werden. Das wäre ein Riesenschritt bei der Neophytenbekämpfung", ist Eva-Maria Weineisen zuversichtlich. Im Frühjahr können die Ergebnisse mehrerer parallel laufender Versuchsreihen präsentiert werden. 
In einem zusätzlichen Durchgang wird der Abfall in Roppen auf rund 70 Grad erhitzt, dadurch ist speziell in dieser Anlage die Abtötung nahezu garantiert und der gewonnene (Gratis-)Kompost kann mit ruhigem Gewissen im Garten ausgebracht werden.

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