Zusammenschluss Hochoetz-Kühtai
Sitzung des Beirat Zukunft trug Erfreuliches zutage

Die Gesprächskultur zwischen Befürwortern und Gegnern ist nach wie vor sehr gut. Alle zeigen reges Interesse am Weiterkommen des Entwicklungsprozesses.
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  • hochgeladen von Petra Schöpf

OETZ (ps). In Habichen trat der Beirat Zukunft zu seiner dritten Sitzung zusammen um die Entwicklung der Region Hochoetz und Kühtai zu debattieren. Der eigens angereiste Bürgermeister aus Werfenweng, Dr. Peter Brandauer stellte die in seiner Kommune bereits umgesetzte Mobilitätsstrategie "Sanfte Mobilität, autofreier Tourismus" vor. Seiner Aussage nach kommen ein viertel der Gäste genau aus diesem Grund in die 1000 Selen Gemeinde im Tennengau. Geschuldet sei dieser Umstand auch dem riesigen medialen Auflauf, der 1994 durch Berichte deutscher Zeitungen über einen autofreien Urlaub ausgelöst wurde. "Es war eine Initiative der Touristiker, weil die Nächtigungszahlen auf Talfahrt fahren. Schließlich wurde ein ökologisches Leitbild ausgearbeitet und umgesetzt. Damals wussten wir noch nicht, dass wir Probleme gelöst haben, die uns heute erst betreffen würden", sprach der Bürgermeister die vielerorts herrschenden Verkehrsprobleme an.

Paradies der E-Mobile

Bis zu 80 Prozent der Gäste reisen in manchen Hotels per Zug an, eine Zusammenarbeit mit Holländischen Veranstaltern mache dies möglich. Ein E-Shuttlebus holt die Gäste vom 12 Kilometer entfernten Bahnhof ab. In der Urlaubszeit stehen elf E-Autos, ein E-Taxi und 110 Spaßgeräte wie Scooter oder Segways zur Verfügung, kostenlos. E-Bikes können natürlich auch ausgeliehen werden, egal wie lange und wie oft. Die einzige Voraussetzung hierfür ist, der Gast reist per Zug an oder gibt den Autoschlüssel bei Ankunft an der Rezeption ab. Finanziert wird der Elektrofuhrpark von Land, TVB und der Tourismusumlage, die jeder Gast entrichtet. Die gestiegenen Buchungszahlen geben der Region Recht.

Impulse der Gegner

Dr. Gerd Estermann ist bekanntlich einer der eisernen Gegner des Zusammenschlusses Hochoetz-Kühtai. Er referierte über einen möglichen Ökotourismus, der die Region wirtschaftlich weiter bringen soll. Ginge es nach ihm, soll eine neue Zielgruppe angesprochen werden. Gäste, die eine intakte Natur schätzen, wären nach seiner Einschätzung auch bereit, mehr zu bezahlen. Dafür sei eine gute Vermarktung und ein durchgängiges Konzept, wie beispielsweise in Werfenweng aber essentiell. 
Sein Vorredner Bernhard Stecher hatte ebenfalls ökologische Vorschläge, die in seinem Vortrag eher mit baulichen Maßnahmen zu tun hatten. Er sah in der Nichtnutzung des Daches der Talstation eine Verschwendung, ebenso dürfe Grund und Boden nicht als Parkfläche verbraucht werden.

Naturbewusst im Stillen

Die Projektbefürwortet hörten sich aufmerksam die Pläne an, konnten nach eigenen Angaben auch viel Interessantes mitnehmen. Betriebsleiter Mathias Speckle musste den beiden Referenten dann doch einiges von ihrer Wunschliste streichen. Er habe immer bei allen Umbauten ein Angebot auf Tauglichkeit von  Photovoltaiktechnologie eingeholt, war meistens aber nicht finanzierbar. Weiters habe er durch die Nutzung der Reibungswärme bei der Seilbahn tausende Liter Öl eingespart, obwohl die Kubatur, die zu heizen ist, größer wurde. "Dass wir vieles von euren Vorschlägen schon umgesetzt oder zumindest angedacht haben, spricht meiner Meinung nach für unsere naturverbundene Einstellung. Wir haben unsere Maßnahmen nur nie an die große Glocke gehängt, weil es für uns selbstverständlich ist", so Speckle. Man sei ökologisch eingestellt, denn nur eine intakte Natur ziehe Gäste und Einheimische zum Erholen in die Region. Eine Annäherung der beiden Lager scheint in Sicht.

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